Anachronismus
Die Wörter Anachronismus und anachronistisch gehen auf griechische Wurzeln zurück und heißen wörtlich übersetzt gegen die Zeit. Damit sind Dinge oder Begriffe gemeint, die fälschlicherweise einer Epoche zugehörig dargestellt werden, in der sie nicht mehr oder noch nicht existieren, oder ihre Existenzberechtigung verloren haben. Verwendet werden diese Begriffe auch im Sinne von nicht mehr zeitgemäß.Beispiele
* Die Diskussion, ob Nikolaus Kopernikus deutscher oder polnischer Nationalität gewesen sei, ist insofern anachronistisch, als es zu Lebzeiten Kopernikus? das Konzept der Nation noch nicht gab. Hier gelten nur (biologische) Abstammung und Sprache und nicht Nationalität i. S. einer Staatsangehörigkeit. Selbiges gilt auch für die Frage, ob Papst Hadrian VI. Deutscher oder Holländer und auch für Wolfgang Amadeus Mozart, ob er nun Deutscher oder Österreicher war.
* Eine Fundgrube von Anachronismen sind die Asterix-Comics. So ist z. B. das erst ab 70 n. Chr. erbaute Kolosseum Schauplatz mehrerer Episoden, obwohl die Comics im Jahre 50 vor Christus spielen.
* Ein typischer Anachronismus ist z. B. auch die in der christlichen Kunst beliebte Darstellung der Anna selbdritt, bei der neben der Mutter Anna auch Maria als Mädchen und das Jesuskind zu sehen sind.
* Bei Spielfilmen werden zeitlich nicht passende Fehler der Regie als Anachronismus tituliert, etwa z. B. der armbanduhrtragende Gladiator.
* Es gibt Gruppen, die rollenspielerisch den Anachronismus pflegen, indem sie Berufe, Sozialstrukturen, Kleidung und Waffen vergangener (und teilweise: fiktiver) Zeiten wiederbeleben wollen; so etwa die Society for Creative Anachronism.
* In William Shakespeares Stück Julius Caesar finden sich auch etliche Anachronismen, wie beispielsweise der Mantel.

