ANCA
ANCA ist die Abkürzung für Anti-Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper, eine Form der Autoantikörper, das heißt vom Körper gebildete Antikörper gegen körpereigene Leukozyten. Sie werden im Labor durch die Immunfluoreszenz nachgewiesen. Die Suche nach ANCA im Serum ist bei folgenden Krankheiten indiziert:# pulmonale Blutungen
# kutane Vaskulitis mit systemischen Eigenschaften
# Mononeuritis multiplex
# periphere Neuropathie
# länger andauernde Sinusitis oder Otitis
# Tracheal
# extrakapillär-proliferativer Glomerulonephritis ("Nierenkörperchenerkrankung")
Sollte ein Patient eine dieser Krankheiten aufweisen, spricht ein positiver ANCA-Befund für eine Vaskulitis.
Anhand des Fluoreszenzmusters an ethanol-fixierten neutrophilen Granulozyten unterscheidet man zwischen c (=cytoplasmatische) -ANCA und p (=perinukleäre) -ANCA. c-ANCA kommen bei der Wegener-Granulomatose und dem Churg-Strauss-Syndrom vor und sind gegen das Enzym Proteinase-3 gerichtet, während p-ANCA ( gegen das Enzym Myeloperoxidase gerichtet ) bei der mikroskopischen Polyangiitis und der idiopathischen Glomerulonephritis vorkommen.
Die bei der Wegener-Granulomatose charakteristischerweise gefundenen Antikörper sind gegen die Proteinase 3 gerichtet. Bei dieser handelt es sich um eine Serinprotease der zytoplasmatischen Granula neutrophiler Granulozyten. Die Antikörper werden auch als PR3-ANCA (Proteinase-3-Anti-Neutrophilen-Cytoplasma-Antikörper) bezeichnet.
Weiterführende Literatur
• ANCA-assoziierte Vaskulitis Patienteninformation der Deutschen Nierenstiftung
• Frontiers in Nephrology: ANCA-Associated Vasculitis Guest Editor Charles D. Pusey. J Am Soc Nephrol 2006 17: 1221-1223 Serie von Übersichtsartikeln zum aktuellen Stand der Grundlagenforschung (engl.)

