Amur-Expedition
Die Amur-Expedition von 1851 bis 1855 war eine russische Wissenschaftsexpedition unter der Leitung von G.I. Neweljskoj] mit dem Ziel, die Gebiete der Flüsse Amur und Ussuri, die Insel Sachalin und andere Teile des Ferner Osten zu erforschen und zu erschließen.Neweljskoj war im Auftrag des russischen Generalgouverneur von Ostsibirien [N.N. Murawjew] aufgebrochen, um an der Küste des Ochotskisches Meer mehrere Vorposten zu gründen. Im Juli 1850 war die Expedition den Amur flußabwärts vorgestoßen und gründete am 1(13). August 1850 die Stadt Nikolajewsk na Amure. Ende 1850 war Neweljskoj nach Sankt Petersburg zurückgekehrt. Nachdem er der Regierung seinen Bericht erstattete, wurde im Februar 1851 von ihr die sogenannte ständige Amur-Expedition ins Leben gerufen, die aus 64 Mitgliedern bestand und unter der Leitung von Neweljskoj stand. Bis 1855 gelang es ihr, große Erfolge für sich zu verbuchen. Nicht nur die Erforschung des Amur-Gebiets und die Suche nach besten Ankerplätzen im Tatarensund stand auf der Agenda der Expedition, sondern auch kartographische Arbeiten, Erforschung von Bodenschätzen, Gründung militärischer Stützpunkte und Erhöhung der militärischen Präsenz von Russland im Fernen Osten. Durch all diese Maßnahmen bekam Rußland einen freien Zugang zum Pazifik .
Außerdem spielte die Expedition eine wichtige Rolle bei der Begründung russischer Ansprüche auf das Gebiet, das auf der linken Seite des Amur-Flusses lag, gegenüber China . Neweljskoj behauptete in einem Memorandum, angefertigt für die zaristische Regierung, das linke Amur-Ufer habe keine wirtschaftlichen, kulturellen oder sonstigen Beziehungen zum übrigen China. Dies lieferte später die wichtigste Grundlage für die russischen Behauptungen, China müsse das linke Amur-Gebiet an Rußland abtreten. Das wurde später im Vertrag von Aigun realisiert.
Die Expedition wurde im Juni 1855 aufgelöst und die von ihr entdeckten und erforschten Gegenden unter die Macht des Gouverneurs von Kamtschatka gestellt.
Literatur
*A.I. Alekseew. Gennadij Iwanowic Nevel'skoj. Moskau, 1984 (auf russ.)

