Amrumer Inselbahn
Die Amrumer Inselbahn war eine Schmalspurbahn mit 900 mm Spurbreite, die von 1893 bis 1939 existierte. In dieser Zeit hatte sie trotz zahlreicher betrieblicher Probleme maßgeblichen Anteil am Aufschwung des Fremdenverkehrs auf der Nordseeinsel Amrum.Das Streckennetz
In der maximalen Ausdehnung umfasste das Streckennetz etwa 14 km, nämlich die Strecken Wittdün?Norddorf (Brücke) (12 km) und Wriakhörn?Wittdün Strand (2 km). Die Hauptstrecke verband zwei Häfen und wies in Nebel, etwa auf halber Strecke, einen Kopfbahnhof mit Gleisdreieck auf.
Bedeutung
Die Amrumer Inselbahn diente vorrangig dem Transport der Touristen in die Ferienquartiere in Nebel und Norddorf sowie dem Transport zum Norddorfer Hafen (Kniephafen), von dem man einige Jahrzehnte lang per Schiff weiter nach Hörnum (Sylt) reisen konnte. Der in einer Bucht des Kniepsandes gelegene Kniephafen versandete später.
Die Wittdüner Strandbahn diente dem täglichen Transfer der Badegäste an den Strand.
Geschichte
• wurde der Hafenort Wittdün] gegründet, um dort Quartiere für Touristen anzubieten. Gleichzeitig wurden in den anderen Inseldörfern, besonders Norddorf, Quartiere errichtet.
• führte die Aktiengesellschaft Wittdün und Amrum erstmals einen Probebetrieb auf der Strecke Wittdün - Wittdün Strand durch. Diese Strecke musste aufgrund von Sturmflut]en im Winter oft umtrassiert werden.
• begann der Bahnbetrieb auf der Strecke Wittdün ? Nebel]
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• wurde die Bahn dann bis Norddorf Hafen betrieben und erreichte damit fast die maximale Streckennetzlänge.
*1907] übernahmen die Elektrizitätswerke [[GmbH Düsseldorf die Bahn. Geplant war, die Stromversorgung der Insel zum Betrieb einer straßenbahnähnlichen/'>Straßenbahn/'>straßenbahnähnlichen Bahn zu nutzen.
• wurde die südliche Trasse der Wittdüner Strandbahn aufgegeben und eine Strecke neu gebaut, die etwa am Leuchtturm nach Westen und dann Südwesten abzweigte. Ebenfalls wurde der nördliche Streckenast verlängert, und zwar zum nach Norden verlegten neuen Kniephafen.
*, aber
• beendete ein Brand im Elektrizitätswerk den elektrischen Betrieb.
*1911] übernahm die [[HAPAG den maroden Betrieb.
• während des Ersten_Weltkriegs],_wurde_der_Betrieb_vorübergehend_eingestellt.
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• baute die nunmehr verantwortliche
*1931] stand die Bahn unter Zwangsverwaltung und ging an die [[Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum. Deren Tochterunternehmen Amrumer Inselbahn GmbH wurde gegründet. Die betrieblichen Probleme häuften sich; Entgleisungen und Langsamfahrstellen waren häufig.
• wurde der Bau einer befestigten Straße von Wittdün nach Norddorf geplant.
*1939] wurde die Amrumer Inselbahn am 31. Oktober nach nur 46 Betriebsjahren stillgelegt, da man die Strecken nur unter großem finanziellem Aufwand hätte instand setzen können.
• wurde die Strecke abgebaut.
Betriebsgeschehen
Im Sommer gab es in einigen Jahren acht Zugpaare sowie weitere Extrafahrten, darunter viele Leerfahrten wegen der zwei bedienten Fährhäfen in Wittdün und Norddorf. Der Verkehr wurde, außer in der Zeit der Elektrotriebwagen, mit insgesamt fünf Dampflokomotive]n durchgeführt, die jeweils zweiachsig waren. Außerdem gab es drei Elektrotriebwagen, insgesamt sieben zweiachsige und zwei vierachsige Personenwagen sowie sieben Güterwagen (O- und G-Wagen).
Die Fahrtzeit auf der etwa zwölf Kilometer langen Hauptstrecke betrug ? ohne Haltezeiten ?etwa 55 Minuten.
Während der gesamten Betriebsdauer hatte die Amrumer Inselbahn mit widrigen Verhältnissen zu kämpfen. Dazu zählten der schlechte Unterbau und Versandungen in den Dünen, vor allem aber mangelnde finanzielle Grundlagen. Zahlreiche Entgleisungen und die geringe Geschwindigkeit machten die Bahn zum Gespött der Amrumer und Touristen:
:?Es rüttelt und schüttelt und kommt nicht voran, das ist die Amrumer Inselbahn?.
Spuren
Im Norden kann man die Trasse auf der Innenseite des Risum-Deiches (nördlich der Norddorfer Strandhalle) gut erkennen. Südlich davon verläuft ein asphaltierter Fußweg auf der alten Trasse durch die Dünen. Am Südrand von Norddorf erkennt man den Bahndamm, der hier etwa noch einen Meter hoch ist und eine Kurve aufweist, noch gut. Weiter im südlichen Verlauf verläuft die Landstraße auf der Trasse. Nördlich von Nebel erkennt man wieder den Bahndamm, der östlich der Landstraße ein kurzes Stück verläuft.
Ein brach liegendes Grundstück in Nebel war bis etwa [[2004 der Standort des ?Amrumer Bahnhofshotels?, das damit die Stelle des Nebeler Bahnhofs markierte.
Nach Süden hin gibt es so gut wie keine Spuren der Trasse mehr. In Wittdün erinnert das ?Haus Kabelgatt? an die Inselbahn, denn es handelt sich um einen umgebauten Lokschuppen. Ansonsten sind keine Hochbauten der Inselbahn mehr vorhanden.
Obwohl die Inselbahn schon lange nicht mehr auf Amrum fährt, gibt es eine gummibereifte ?Lokomotive? mit zwei Anhängern, die als ?Amrumer Inselbahn? bzw. ?Insel-Paul? für Besichtigungsfahrten auf Amrum eingesetzt wird.
Literatur
*Heinz-H. Schöning: Die Amrumer Inselbahn. Verlag Kenning, Nordhorn 1996, ISBN 3-927587-55-9
*Georg Quedens: Wi fohrn, wenn ick mien Punsch ut heff - Geschichte und Geschichten der Amrumer Inselbahn''. Verlag Jens Quedens, Wittdün/Amrum, 2001, ISBN 3-924422-66-4

