Amprenavir
|ATC-BASECODE= J05
|CAS-NUMMER=161814-49-9
|REZEPTPFLICHTIG=Ja
|GENERIKUM= Nein
|VERABREICHUNG= oral
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|CHEM-NAME=tetrahydrofuran-3-yl [3-[(4-aminophenyl)sulfonyl- (2-methylpropyl)amino]- 1-benzyl-2-hydroxy-propyl]aminomethanoat
|SUMMENFORMEL=C25H35N3O6S
|MOLMASSE=505,628 g g/mol
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|ELIMINATION= Leber
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Amprenavir (Handelsname: Agenerase ) ist ein Protease von HIV-1. Dieses Enzym spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bildung neuer infektiöser Viruspartikel. Somit kann durch Hemmung der Protease letztlich die Virusausbreitung im menschlichen Körper eingeschränkt werden. Im Gegensatz zu älteren Vertretern der selben Gruppe dürfte der Bindungsmechanismus zwischen Enzym und Wirkstoff andersartig sein. Dies lässt sich aus der Tatsache schließen, dass bei Patienten, die resistent gegen einen älteren Protease-Inhibitor reagierten, keine Kreuzresistenz gegen Amprenavir auftrat.
In der klinischen Testphase wurde die Wirksamkeit von Amprenavir mit der des erprobten Arzneistoffes Indinavir verglichen. Dabei erschien Amprenavir als weniger wirksam und weniger nachhaltig als das Vergleichsmittel.
Pharmakologie
Amprenavir wird oral verabreicht und im Magen-Darmtrakt rasch und fast vollständig resorbiert. Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann geringfügige Auswirkungen auf die Resorption haben. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt ca. 10 Stunden. Folglich reicht es, das Medikament zweimal täglich, bei einer Einzeldosis von 1200 mg, einzunehmen. Im Blut wird der Wirkstoff zu etwa 90 % an Plasmaproteine gebunden und in der Leber beinahe vollständig metabolisiert.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Unerwünschte Wirkungen, die man beobachtet, betreffen hauptsächlich den Gastrointestinaltrakt. Wie bei anderen Protease-Inhibitoren treten Durchfall und Bauchschmerzen auf. Weiters kommt es zu Parästhesien und Hautreaktionen. Makulopapulöse Hautauschläge traten in klinischen Studien bei bis zu einem Drittel der Patienten auf, wobei es relativ oft (bei 1 % der Behandelten) zu lebensbedrohlichen Komplikationen, etwa dem Stevens-Johnson-Syndrom kam, worauf die Therapie abgebrochen werden musste. Auch metabolische Störungen, einschließlich Fettumverteilungsphänomene, wurden unter Amprenavir beobachtet. Allerdings scheint dies weniger häufig der Fall zu sein, als bei Therapie mit Indinavir. Amprenavir gehört aufgrund seiner chemischen Struktur zu den Sulfonamiden. Dies kann in bestimmten Fällen zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen.
Der Abbaumechanismus von Amprenavir durch die Leber (Cytochrom P450 und hauptsächlich CYP3A4) hat zahlreiche Interaktionen mit anderen Arzneistoffen zur Folge. Vor allem lipophile, ZNS-wirksame Medikamente, wie zum Beispiel Benzodiazepine oder Antidepressiva, aber auch Antihistaminika und Antiarrhythmika, können gemeinsam mit Amprenavir schwerwiegende Folgewirkungen verursachen. Auch bei Induktoren des Cytochrom-P450-Systems, wie beispielsweise Johanniskraut-Extrakten, ist Vorsicht geboten, da solche den Amprenavir-Spiegel im Blut senken.

