Amortisationsrechnung
Die Amortisationsrechnung (auch Payback-Methode, englisch: payback-Rückzahlung) ist ein Verfahren der statischen Investitionsrechnung und dient der Ermittlung der Kapitalbindungsdauer einer Investition. Dabei wird die Rückflussdauer einer Investition, d.h. die Zeitdauer, in der sich die Anschaffungskosten aus den jährlichen Gewinnen der Investition refinanzieren, berechnet.Rechnung
a) Durchschnittsmethode (Statische Amortisationsrechnung):
wobei:
KE: Kapitaleinsatz = Anschaffungskosten + Anschaffungsnebenkosten (Investition)
RW: Restwert oder Liquidationserlös (soweit vorhanden)
GvZ: jährlicher Gewinn vor Zins = jährlicher Gewinn nach Zins + kalkulatorische Zinsen
AfA: jährlicher Abschreibungsbetrag
t = Amortisationszeit (in Jahren)
Methoden
a) Durchschnittsmethode (statische Amortisationsrechnung)
Diese Methode findet dann Anwendung, wenn der jährliche finanzielle Rückfluss (der zur Deckung der Anschaffungsauszahlung dient) in gleicher Höhe anfällt. In diesem Fall entspricht die Amortisationsdauer der o.a. Formel.b) Kumulative Methode (dynamische Amortisationsrechnung)
Dieses Verfahren wird dann angewendet, wenn die jährlichen Rückflüsse aus der Investition verschieden hoch sind. Dabei werden die jährlichen Rückflüsse nach Jahren differenziert betrachtet und jährlich schrittweise aufaddiert, bis ihre Gesamtsumme der Investitionssumme entspricht (Amortisationszeitpunkt).
Eingangsdaten
Das eingesetzte Kapital (= Netto-Anschaffungskosten - Kaufpreisminderungen) und die jährlichen Rückflüsse eines Investitionsobjekts müssen bekannt sein.
Beispiel
Beispielrechnung unter Vernachlässigung der Abschreibung:
Automatisierte Auswertung einer Datenbank:
------------------------------------------
Projektaufwand: 2000 ?
laufende Kosten im Monat für Wartung: 150 ? (Errechnet aus Bearbeitungszeit * Stundensatz des Mitarbeiters)
Manuelle Auswertung einer Datenbank:
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laufende Kosten im Monat für Auswertung: 850 ? (Errechnet aus Bearbeitungszeit * Stundensatz)
Gewinn = Differenz zwischen manueller und automatisierter Auswertung (laufende Kosten)
t = Anschaffungskosten / Gewinn
t = 2000 ? / (12 x 700 ?)
t = 0,238 Jahre entspricht 2,85 Monate
Ergebnis: Die automatisierte Auswertung hat sich bereits nach 3 Monaten rentiert.
Kritik
# Die Soll-Zeit ist nur eine subjektive Beurteilung des Unternehmers.
# Der Soll-Zins muss nicht dem Haben-Zins entsprechen. (Problematik Vollkommener Kapitalmarkt).
Völlig unberücksichtigt bleiben der Zeitwert des Geldes und somit auch die Risikobetrachtung, sowie alle Zahlungswirkungen des Investitionsobjekts nach Ablauf der Amortisationszeit. Die Amortisationszeit darf höchstens ein ergänzendes, nie aber alleiniges Kriterium einer Investitionsentscheidung sein.
Man kann diesen Zusammenhang an einem einfachen Beispiel unter Einbeziehung der Kapitalwertmethode (NPV) verdeutlichen. Angenommen es stehen die drei folgenden Projekte zur Auswahl wobei alle das gleiche Risiko aufweisen und die Opportunitätskosten des Kapitals (Kalkulationszinssatz) einheitlich 10% betragen:Nach der hier beschriebenen Entscheidungsregel müssten die Projekte B und C bevorzugt werden da sie die kürzeste Amortisationszeit aufweisen. Ökonomisch am sinnvollsten ist jedoch Projekt A da es den höchsten Kapitalwert aufweist.
Weitere Kritik entzündet sich daran, dass die Nutzung der Amortisationsrechnung leicht zu Investitionsempfehlungen führt, die den eigentlichen Intentionen des Investors zuwider laufen: Oft werden Investitionen mit einer kürzeren Amortisationszeit bevorzugt, da sie vermeintlich ein geringeres Risiko bergen. Schließlich wird das investierte Kapital schneller wieder eingenommen, so dass man den Unwägbarkeiten der Zukunft stärker entgeht. In der Realität sind aber gerade Investitionen mit einer kurzen Amortisationszeit wesentlich riskanter als Investitionen mit einer längeren Amortisationszeit. Man vergleiche nur niedrig verzinsliche Bundeswertpapiere mit hochspekulativen Aktien, die ein hohes Gewinnpotenzial (= kurze Amortisationszeit) mit einem hohen Risiko verbinden.

