Ammergauer Alpen
Die Ammergauer Alpen, auch Ammergebirge genannt, sind eine Gebirgsgruppe der Nördlichen_Kalkalpen in den Ostalpen, unmittelbar am Alpenrand beginnend. Der höchste Gipfel ist der Daniel (2340 m).
Geographische Lage und touristische Infrastruktur
auf das Ammergebirge. Im Vordergrund der Eibsee]]
Anteil an den Ammergauer Alpen haben die Länder Deutschland (ca. 3/4 der Fläche) mit dem Freistaat Bayern sowie Österreich mit dem Bundesland Tirol. Die Ortschaften Füssen, Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen, Ehrwald und Reutte umrahmen dieses Gebirge. Die Ammergauer Alpen sind wegen der vergleichsweise geringen Höhe ihrer Gipfel und der Lage am Nordrand der Alpen mit ihrer Nähe zu den Ballungszentren Süddeutschlands ein ideales Gebiet für durchschnittliche Bergwanderer. Die meisten Touren sind als Tagestouren von den Talorten aus durchführbar. Daraus resultiert eine nur kleine Zahl an Alpenvereinshütten. Auch die Erschließung mit Bergbahnen ist gering. Lediglich in den nördlichen Randbereichen existieren 2 Seilbahnen (Tegelberg, Laber) sowie 3 Sessellifte (Buchenberg, Hörnle, Kolbensattel). Im zentralen und südlichen Bereich fehlen Bergbahnen und Unterkunftshütten vollständig. Das Ammergebirge ist ein relativ naturnahes, wenig erschlossenes Gebirge mit sehr geringer Bevölkerungsdichte geblieben. Es ist das größte bayerische Naturschutzgebiet. Die Grenze zwischen den bayerischen Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben, die zugleich die Landkreisgrenze zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Ostallgäu ist, verläuft von Süd nach Nord durch die Ammergauer Alpen.
Wirtschaft und Kultur
Die landschaftsprägendste menschliche Nutzung ist die Forstwirtschaft, die die natürliche Zusammensetzung der Wälder z. T. stark verändert hat und ein ziemlich dichtes Forststraßennetz aufgebaut hat. In manchen Bereichen (z.B. am Friederspitz) verursacht eine zu intensive Schafbeweidung Probleme wegen der Zerstörung durch Erosion von alpinen Grashängen. Im Gegensatz zu den Nachbargruppen im Westen und Südwesten weisen die Ammergauer Alpen nur wenige Wiesen und Almen auf. Der größte Teil des Gebirges ist mit Wald bedeckt. Dies hat seine Ursache darin, dass weite Teile der Ammergauer Alpen königliches Jagdgebiet waren und dass Dolomit- und Flyschböden für die Alm- und Grünlandwirtschaft ungünstige Bedingungen schaffen (trockene, karge Böden beim Dolomit bzw. zu rutschungsanfällig beim Flysch).
In den Ammergauer Alpen liegen Baukunstwerke von internationalem Rang. Dazu gehören die Schlösser Linderhof und Neuschwanstein sowie das Kloster Ettal.
Geologie
Geologisch sind die Ammergauer Alpen zum großen Teil aus Hauptdolomit aufgebaut, der markante Gipfel wie die Kreuzspitze bildet. Generell besteht der ganze südliche Abschnitt des Gebirges großflächig aus Dolomit mit kleinen Anteilen an Plattenkalk, weswegen er relativ monotone Formen zeigt. Viel abwechslungsreicher mit kompliziertem Wechsel von Gesteinen ist der nördliche Teil. Hier gibt es neben dem Dolomit kleinere Bereiche, in denen der Wettersteinkalk dominiert. Die Hochplatte sowie der Säuling sind die eindrucksvollsten Berge aus diesem Gestein. Zusätzlich bereichern kleinflächig Tonsteine, Mergel, Sandsteine, Radiolarite, Konglomerate und Kieselkalke das Landschaftsbild. Nahe am Alpenrand tritt jedoch der Flysch flächendeckend in Erscheinung (Hohe Bleick, Hörnle). Der Flysch bildet wegen seiner Erosionsanfälligkeit runde, häufig bis oben bewaldete, Berge mit Mittelgebirgscharakter.
Die große Verbreitung von Dolomit verursacht eine typische Erscheinung der Ammergauer Alpen: Gewaltige Schuttströme aus Dolomitschutt, dem sogenannten Gries, die ganze Täler verschütten (Graswangtal). Die intensivste Schuttanreicherung findet man im Bereich der Kreuzspitze. Das Friedergries und das Lindergries stellen bemerkenswerte Schuttflächen im Talbereich dar. Eine Besonderheit stellt der Kessel dar, ein großer Dolinentrichter im Bereich des Hasentalkopfs, der durch Gesteinslösung eingetieft wurde.
Pflanzenwelt
Aufgrund ihrer ständigen Bewegung sind sie auch ökologisch von hohem Wert, denn diese Dynamik ermöglichst die Existenz von seltenen Pflanzen. Im Friedergries wächst z.B. die seltene Baumart Spirke, die ausschließlich bei häufiger Schuttbewegung konkurrenzfähig ist. Außerdem kommen zahlreiche weitere seltene Pflanzen vor. Die vor allem südalpischen Pflanzenarten Soldanella minima ssp. minima (Eisglöckchen) und die Monte-Baldo-Segge besitzen in den Ammergauer Bergen ihre einzigen Vorkommen in den Nordalpen. Von internationaler Bedeutung sind die vielfältigen Hoch- und Niedermoore. Sehr wertvoll sind auch bestimmte Waldgesellschaften wie einzigartige Block- und Schluchtwälder oder Buntreitgras-Kiefernwälder. Extensive Wiesennutzungen wie Magerrasen, Feuchtgrünland und Borstgrasrasen bereichern zusätzlich die Flora.
Seen
Mit dem Plansee und dem Heiterwanger See weisen die Ammergauer Alpen zwei der schönsten Seen von Tirol auf. Die Seen befinden sich in Tallage (eine Seltenheit in den Nördlichen Kalkalpen) und sind fjordartig in die bewaldeten Berghänge eingeschnitten. Ihre Ufer sind nahezu unbebaut. Weitere Seen gibt es am Nordwestrand des Gebirges (Alpsee, Schwansee, Forgensee).
Gliederung
Umgrenzung
Im Norden bildet das Alpenvorland die Grenze vom Lech bis zur Loisach. Der Lech bildet die Grenze im Westen von seinem Austritt in das Alpenvorland flussaufwärts bis Reutte. Die Loisach begrenzt die Ammergauer Alpen im Osten, Südosten und Süden von ihrem Austritt in das Alpenvorland flussaufwärts bis in das Ehrwalder Becken. Im Südwesten stellt das "Zwischentoren" genannte Tal mit der Porta Claudia die Verbindung zwischen dem Ehrwalder Becken und dem Reuttener Talkessel her.
Das Zwischentoren genannte Tal bildet auch einen kaum ausgeprägten Pass aus, der die Ammergauer Alpen mit den Lechtaler Alpen verbindet.
Untergruppen
Der Alpenvereinsführer Allgäuer Alpen und Ammergauer Alpen teilt die Ammergauer Alpen in die folgenden Untergruppen auf:
Die Kreuzspitzgruppe mit der Kreuzspitze und den Geierköpfen stellt den alpinsten Teil der Ammergauer Alpen dar. Die höchsten Gipfel der Ammergauer Alpen befinden sich im südlichen Hauptkamm (Danielkamm). Der vielgestaltigste und auch touristisch interessanteste Teil der Ammergauer Alpen befindet sich in der Hochplatten-Tegelberg-Gruppe.
Gipfel
Die zehn höchsten Gipfel der Ammergauer Alpen:Weitere Gipfel
In den Ammergauer Alpen gibt es knapp 200 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören (geordnet nach der Höhe):
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Hochplatte, 2.082 m
Friederspitz, 2.050 m
Säuling, 2.047 m
* Krähe, 2.012 m
* Gabelschrofen, 2.010 m
Kramerspitz, 1.985 m
Hoher Straußberg, 1.934 m
Klammspitze, 1.924 m
Notkarspitze, 1.889 m
Geiselstein, 1.885 m
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* Branderschrofen (Lechtaler Alpen (im Südwesten)
Wettersteingebirge und Mieminger Kette (im Süden)
Bayerische Voralpen (im Osten)
Im Norden grenzen die Ammergauer Alpen an das Alpenvorland.
Tourismus
Fern- und Weitwanderwege
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch die Ammergauer Alpen. Der violette Weg der Via Alpina verläuft mit drei Etappen durch die Ammergauer Alpen wie folgt:
* Etappe A60 verläuft von Garmisch Partenkirchen nach Linderhof
* Etappe A61 verläuft von Linderhof zur Kenzenhütte
* Etappe A62 verläuft von der Kenzenhütte nach Füssen
In den Tälern zwischen Unterammergau, Oberammergau, Ettal und Schloss Linderhof gibt es im Winter weitverzweigte und sehr schneesichere Loipenverbindungen. Jedes Jahr findet hier am ersten Wochenende im Februar der bekannte König-Ludwig-Lauf statt. Alpinskimöglichkeiten existieren in
Oberammergau, Bad Kohlgrub und Unterammergau. In Bad Kohlgrub gibt es vom Hörnle eine 4,5 km lange Rodelbahn.
Im Sommer steht ein großes Wanderwege-Netz zur Verfügung, so z. B.:
*Oberammergau - Unterammergau (Der Altherrenweg)
*Oberammergau - Ettal (Der Vogelherdweg)
*Oberammergau - Linderhof (Der Sonnenweg)
Ein Großteil des Gebirges bildet das 288 km² große Naturschutzgebiet Ammergebirge, das größte Naturschutzgebiet Bayerns.
Berghütten
Im bayerischen Teil der Ammergauer Alpen gibt es drei Hütten des Alpenvereins. Im Tiroler Teil des Gebirges befinden sich keine Alpenvereinshütten.
August-Schuster-Haus auf dem Pürschling: 1564 m, bewirtschaftet ganzjährig, im November geschlossen, 54 Betten, 12 Matratzenlager, Talort: Unterammergau, Gehzeit von Unterammergau: 2 Stunden
Brunnenkopfhäuser: 1602 m, bewirtschaftet von Pfingsten bis Oktober, 35 Matratzenlager, Talort: Oberammergau, Gehzeit von Schloss Linderhof: 1,75 Stunden
Hörndlhütte: 1390 m, bewirtschaftet sommers von Anfang Mai bis Ende Oktober, winters von Anfang Dezember bis Ende März, im April und im November geschlossen, 23 Matratzenlager, Talort: Bad Kohlgrub, Gehzeit von Bad Kohlgrub: 1,25 Stunden
Weblink
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