Amiga Joker
Amiga Joker war die erste und populärste Computerspiele-Zeitschrift für den inzwischen nicht mehr erhältlichen Commodore Amiga. Sie erschien von November 1989 bis November 1996.Redaktion
Herausgeber und Chefredakteur waren Michael Labiner und seine damalige Ehefrau Brigitta Labiner, die bekanntesten Redakteure Carsten Borgmeier und Richard Löwenstein. Manfred Kleimann (ehemals Chefredakteur der ASM) war Anfang 1992 für ein paar Monate freier Mitarbeiter.
Das Heft erschien im eigenen Joker Verlag. Später erschien dort auch der PC Joker. Jährlich gab es zehn Hefte, im Sommer immer zwei Doppelausgaben.
Geschichte des Hefts
Der Amiga Joker erschien in der ersten Ausgabe 11/1989 aus Kostengründen sogar mit einigen Schwarzweiß-Seiten und er verkaufte sich zunächst schleppend. Aber sowohl das Niveau des Heftes, als auch die Verkaufzahlen steigerten sich von Ausgabe zu Ausgabe.
Der Joker unterschied sich damals von anderen Magazinen wie Amiga-Magazin vor allem dadurch, dass er konzeptionell speziell auf den jugendlichen Spieler zugeschnitten war. So war der Schreibstil sehr locker und humorvoll, und der Leser wurde stets mit "Du" angeredet.
Außerdem verulkte sich die Redaktion vielfach selbst, ob in den Texten, oder den "Brork" und "Joker"-Comics, welche in nahezu jeder Ausgabe zu finden waren. Eine weitere Besonderheit waren die vom Grafiker Celal Kandemiroglu aufwendig gestalteten und sehenswerten Titelbilder. Diese Besonderheiten verhalfen dem Amiga-Joker zu einer großen Popularität unter Amiga-Usern und Identifikation der Leserschaft mit dem Heft, was sich vor allem in den Leserbriefen zeigte.
Ende 1992 kam ein Konkurrenz-Magazin auf den Markt, die Amiga Games, mit der man von nun an in harten Wettbewerb um Leser und Verkaufszahlen stand.
Mit dem Commodore-Konkurs 1994 schrumpfte auch der Spiele-Markt für das Amiga-Computersystem. Die Spielefirmen wandten sich deshalb allmählich vom Amiga ab, weshalb es immer schwieriger wurde, das Spiele-Magazin mit Testberichten zu aktuellen Spielen und sinnvollen Inhalten zu füllen. Durch diese Not heraus erschienen teilweise sehr kuriose Testberichte (z. B. zu nie erschienenen Amiga-Spielen) und Werbeanzeigen. Dadurch nahm das Niveau des Heftes wieder ab bis mit der Ausgabe Oktober/November 1996 der letzte Joker erschien und von nun an der Joker-Verlag sich mit dem verbliebenen, seit 1991 erscheinenden PC-Joker auf die MS-DOS PC-Plattform konzentrierte.
Durch den besonderen Stil hat der Amiga-Joker sich bis heute einen Kult-Status unter den Amiga-Spielern und Computerfreaks bewahrt.
Trivia
In einer späten Ausgabe des PC Joker (11/2000) gab es den ?letzten Amiga Joker? - einen sechsseitigen Bericht, der ein Tribut an alle Fans sein sollte, die sich immer eine Ausgabe des ?letzten Amiga Joker? gewünscht hatten.
Rubriken
Der Amiga Joker beschäftigte sich in der Printausgabe vor allem mit den Reviews und Previews zu den Neuveröffentlichungen von Amiga-Spielen. Des Weiteren gab es aber auch noch folgende Rubriken:
* Newsflash: Hier gab es aktuelle Nachrichten rund um die Welt des Amigas
* PD Box: Vorstellung aktueller Public Domain Software
* Crack: Im Crack Bereich brachte "Dr. Freak" Licht ins Dunkle der zu der Zeit verbreiteten Raubkopierer Szene auf dem Amiga. Nicht selten gab es Interviews mit Größen der "Warez Szene" oder andere Informationen aus dem Untergrund.
* Up and Down: Verschiedene Amiga Spiele-Charts, die die seinerzeit populärsten Spiele auswiesen.
* Interview: Interviews mit Größen des Amiga-Business wie unter anderem Chris Hülsbeck oder Factor 5.
* Know How: Immer in der Mitte des Heftes zum Heraustrennen gab es Cheats und Lösungen zu Amiga Spielen.
* Demo Gallery: Die Demoszene Sektion des Heftes. Hier wurden Demos aus der Amiga-Demoszene mit Screenshots und kleinem Text vorgestellt.
* Stromausfall: Unüblich für ein Amiga-Spielemagazin wurden hier Brettspiele vorgestellt.
* Coin-Up: Beschäftigte sich mit den neuesten Arcade-Automaten.
* Joker Shop: Im hauseigenen Joker Shop gab es viele Fanartikel rund um den Amiga Joker zu kaufen. Populär war die Jotch, eine Armbanduhr mit Amiga Joker Motiv.
* Kicker Cup: Eine Briefpost-Fußballsimulation. Eine Spaßliga wurde durch das Programm Bundesliga Manager simuliert. Die Trainer-Entscheidungen des FC Joker trafen die Leser mittels Postkarte per Mehrheitsvotum. In jeder Ausgabe ging's einen Spieltag weiter.
* Budget Bühne: Auf der Budget Bühne war Platz für einen erneuten Test sogenannter Budget Spiele, ehemalige Vollpreisspiele die nun im Preis gesenkt wurden.
* Computer-ABC: Im Computer-ABC wurden jeden Monat Begriffe zum Thema Computer erläutert. So lernte man die Bedeutung von Begriffen wie DFÜ oder Mailbox.
* Brork Comic
* Joker Comic
Weblinks
• Scans zum PC & Amiga Joker
• Covers, Testberichte zur Zeitschrift Amiga Joker
• Komplettes Cover-Archiv des Amiga Jokers sowie viele Testbericht-Scans und die Erstausgabe zum online lesen
• Interview mit ehemaligen Redakteur Manfred Kleimann
• Community rund um den Amiga-Joker

