Amersfoort
|Straße = A28 |
Vorwahl = 033 |
Postleitzahl = 3800-3830 |
website = [http://www.amersfoort.nl www.amersfoort.nl] |
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Amersfoort () ist mit über 135.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der niederländischen Provinz Utrecht.
Wirtschaft
Die Haupterwerbsquelle der Stadt liegt im Dienstleistungssektor, dementsprechend gibt es viele Bürogebäude.
Verkehr
Die Stadt ist ein wichtiger Eisenbahn- und Autobahnknotenpunkt. Seine frühere wirtschaftliche Bedeutung als Eisenbahnerstadt mit dem stadtbildprägenden großen Eisenbahngelände hat es zwar infolge Stilllegung des Ausbesserungswerkes und des Rangierbahnhofes verloren, es wurde jedoch ein neuer Abstellbahnhof für Reisezüge (Bokkeduinen) errichtet.
Geschichte
Siedlungen in der Gegend um Amersfoort stammen aus der Zeit 1000 v. Chr., der Name ?Amersfoort? (nach der ?Furt am Amer?, heute Eem) stammt wohl aus dem 11. Jahrhundert. Die Stadtrechte wurden ihr 1259 durch Bischof Hendrik_van_Vianden verliehen.
Der Onze-Lieve-Vrouwetore (?Turm unserer lieben Frauen?) ist einer der höchsten mittelalterlichen Kirchtürme des Landes. Der Bau von Kirche und Turm begann 1444. Die Kirche wurde 1787 bei einer Explosion zerstört, der Turm blieb verschont.
Die sehenswerte Innenstadt ist mittelalterlich. Zu erwähnen sind die Sint-Joris_Kirche, die Koppelpoort (kombinierte Land-Wassertore, vom Zug nach Apeldoorn aus sehr gut zu sehen), und die Muurhuizen (?Mauerhäuser?), die an die älteste Stadtmauer gebaut sind.
Im Mittelalter war Amersfoort ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie. Im 18. Jahrhundert erblühte die Stadt durch den Tabakhandel.
Amersfoort ist Geburtsort des Politikers Johan van Oldenbarnevelt, des Malers Pieter Cornelis Mondrian, und des Entertainers Johannes Heesters. Es ist Sitz des Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek (ROB), der niederländischen Bodendenkmalpflege.
1998 wurde das Armando Museum eröffnet.
Amersfoort im Zweiten Weltkrieg
Am 18. August 1941 wurde in Amersfoort ein polizeiliches Durchgangslager von den deutschen Besatzer eingerichtet, auch de Boskamp genannt. Es diente als Internierungslager für ?Geiseln? sowie als ?Schutzhaftlager?, ?Jugenddurchgangslager? und als ?Arbeitserziehungslager? der SS. Die Häftlinge wurden zur Rodung des Waldes sowie zu Sägearbeiten im Umkreis des Lagers eingesetzt. Viele jüdische Gefangene wurden weiter in das KZ Mauthausen in Österreich, in die Arbeitserziehungslager nach Essen zu den Hermann_Göring_Werken und in anderen KZs nach Deutschland weiter transportiert. Amersfoort war zugleich auch Hinrichtungsort. Bis zur Übergabe des Lagers an das niederländische Rote Kreuz am 20. April 1945 wurden 32.500 Männer eingewiesen. Zeitweilig diente das Lager auch als ?Auffanglager? für inhaftierte Frauen und Kinder mit amerikanischer Staatsangehörigkeit. Nach dem Krieg wurde der Nationalsozialist Karl Friedrich Titho wegen der Erschießungen in Amersfoort in den Niederlanden zu sechs Jahren Haft verurteilt, sein Vorgesetzter Erich Deppner hingegen in Deutschland freigesprochen. Der ?SS-Schutzhaftlagerführer? Hans Stöver wurde 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der ?SS-Schutzhaftlagerführer? Karl Peter Berg wurde zum Tode verurteilt und 1949 hingerichtet. Der ?SS-Unterschutzhaftlagerführer? Josef Johann Kotälla wurde ebenfalls zum Tode verurteilt, jedoch wurde dieses Urteil später in ?Lebenslang? ungewandelt. Im Jahr 1953 wurde am Ende des SS-Schießstands, der auch als Ort zahlreicher Hinrichtungen diente, ein Nationales Denkmal eingeweiht. Der ?Gefangene vor dem Erschießungskommando? erinnert seitdem an die Häftlinge des PDA. Ein Besucherzentrum und ein Gedenkareal auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes ergänzen die Gedenkstätte.
Söhne und Töchter der Stadt
• Heesters], niederländischer Schauspieler und Operettenstar
• Keuris], niederländischer Komponist und Musiker
• Cornelis Mondrian], niederländischer Maler
• van Oldenbarnevelt], niederländischer Staatsmann und Diplomat
• Vierdag], niederländische Schwimmerin
* Nicolaas Pieneman, niederländischer Maler
Weblinks
• Homepage der Gemeinde Amersfoort (NL/EN)
• AmersfoortYourWay Touristische Information über Amersfoort
• Kamp Amersfoort - Polizeiliches Durchgangslager Amersfoort (NL/EN/RU)
• Umfassende Informationen zum Lager und zur heutigen Gedenkstätte in deutscher Sprache
Literatur
*Andreas Pflock: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006.

