Roteiche
Die Roteiche (Quercus rubra), auch Amerikanische Roteiche genannt, ist eine in Nordamerika heimische Laubbaumart aus der Gattung der Eichen. Sie ist der offizielle Staatsbaum des US-Bundesstaates New Jersey.
Verbreitung und Standort
Die Heimat der Roteiche liegt im östlichen Nordamerika und reicht dort von Kanada südwärts in den USA bis nach Texas, Georgia, Missouri, Arkansas und Oklahoma.
In Mitteleuropa wird die Roteiche - wohl aufgrund ihrer attraktiven Blattform und ihrer hübschen Herbstfärbung - häufig als Park- und Alleebaum angepflanzt. Im Stadtklima ist sie ebenso erfolgreich wie die Stieleiche. Sie eignet sich allerdings nicht als Straßen- oder Platzbaum, da ihre Wurzeln bei verdichteten Böden Asphalt-_und_Plattenbeläge anheben.
In weiten Teilen Europas wird sie auch forstwirtschaftlich genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Roteiche als Ersatz für die einheimischen Eichen-Arten angepflanzt, die durch Fraßschäden sehr dezimiert wurden. Die Roteiche ist resistenter gegen Schädlinge. Sie wird als Reinbestand oder in Mischbepflanzung mit Buchen angepflanzt und wächst auf gut basen-versorgten Böden, aber schlecht auf nährstoffarmen Sandböden.
Beschreibung
Die Roteiche wird meist 20?25 m, mitunter aber auch bis 35 m hoch und bildet eine runde Baumkrone aus. Sie kann bis zu 180 Jahre alt werden und dabei Stammdurchmesser bis zu 2 Metern erreichen. Die Rinde ist glatt und grau.
Ihre Blätter sind bis zu 23 cm lang und weisen auf jeder Blatthälfte vier bis fünf Lappen auf, die die durch bis zu 5 Zentimeter tiefe Buchten abgeteilt sind. Die Enden der Lappen laufen spitz zu. Die Blätter sitzen an einem etwa 2 cm, manchmal auch bis 5 cm langen gelblichen Stiel. Der frische Blattaustrieb ist in den ersten drei Wochen gelb; danach sind die Blätter grün und werden im Herbst kräftig leuchtend rot bis orange; an älteren Bäumen teilweise auch gelb bis braun.
Die Blüten hängen locker herab und sind gelblich-grün. Die Eicheln sind eiförmig und etwa 2 × 2 cm groß und stehen in flachen, umgebenden Bechern. Der Kelchbecher sitzt an einem etwa 1 cm langen Stiel.Die Roteiche ist überaus schnellwüchsig; bei jungen Bäumen werden bisweilen Jahrestriebe von 2,5 m Länge beobachtet. Das Triebwachstum erfolgt in zwei Perioden Mitte Mai bis Anfang Juni sowie Anfang August.
Nutzung und Ökologie
Die Roteiche wird gern in Streifen in waldbrandgefährdeten Waldbeständen gepflanzt.
Die Roteiche zählt zu den durchsetzungsstarken fremden Pflanzenarten (Neophyten); die Einbringung in das Ökosystem sollte nicht bedenkenlos und großflächig vorgenommen werden.
Synonyme und Systematik
Ein Synonym für die Roteiche ist Quercus borealis Michx.. Je nach Autor werden bei der Roteiche zwei Variationen Q. rubra var. borealis und Q. rubra var. rubra unterschieden. Bäume aus dem südlichen Verbreitungsgebiet haben mehr hängende Blätter mit tiefer eingeschnittenen Buchten sowie mit links und rechts jeweils etwa 6 Lappen; diese werden teilweise als eigene Variation Q. rubra var. maxima angesehen und sind - im Gegensatz zum nördlich bis weit nach Kanada hinein heimischen Typ - offenbar etwas frostempfindlich.
Zuchtformen
* 'Aurea': Diese Form trägt intensiv goldgelbe Blätter, die allerdings im Lauf des Sommers etwas nachgrünen.
Literatur
* Kurt Göhre, Egon Wagenknecht: Die Roteiche und ihr Holz. Deutscher Bauernverlag, Berlin (DDR) 1955
* Franz Bauer: Die Roteiche. Sauerländer, Frankfurt am Main 1953
Weblinks
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