Amenemhet III.
.]]Amenemhet III., war ein altägyptischer König (Pharao) der 12. Dynastie (Mittleres_Reich), der von um 1853 bis um 1805 v. Chr. regierte.
Namen
*Amenemhet (Eigenname, Königsliste von Karnak)
*Ni-maat-Re (Thronname)
*Aa-bau (Horus-Name)
*Ammenemes
*Lamares, Ameres (Namen bei Manetho)
*Moeris
Familie
Gemahlinnen sind Aat, die vermutlich im Alter von etwa 35 Jahren verstarb, und eine Chnumneferhedjet, die nicht älter als 25 Jahre alt wurde. Seine Töchter sind: Neferu-Ptah und vielleicht auch eine Hetep-Hathor sowie Nofrusobek.
Regentschaft
Wie neuere Forschungen andeuten, scheint Amenemhet III. mit seinem Vater Sesostris III. ca. zwanzig Jahre zusammen regiert zu haben. Während der Vater außenpolitisch durch seine Feldzüge die Grenzen des Landes festigte, hat der Sohn vor allem innenpolitisch Ägypten zur Blüte verholfen. Unter seiner Herrschaft wurde die Regulierung der Wasserzufuhr in den ?Moeris-See?, das heißt in die Oase Fayum, abgeschlossen und der Landwirtschaft neue Flächen zugeführt. Dies machte ihn auch zum legendären Pharao Moeris.
Wie schon viele seiner Vorfahren ernannte auch Amenemhet III. drei Jahre vor seinem Tod seinen Sohn Amenemhet IV. zum Mitregenten.
Der Hofstaat
Der Hofstaat dieses Pharaos ist nicht sehr gut belegt. Nur ein Wesir namens Chety kann mit Sicherheit in die Regierungszeit des Herrschers datiert werden, denn er erscheint auf einem Papyrus aus el-Lahun. Auch die Wesire Chnumhotep und Ameny dienten vielleicht unter diesem Regenten. Als sicher belegt gilt jedoch nur Iychernofert in seiner Funktion als Schatzmeister am Beginn der Regierungszeit von Amenemhet III.
Bautätigkeit
Amenemhet III. ließ zwei Pyramiden erbauen. Seine erste Pyramide bei Dahschur wird ?Die Schwarze? genannt, weil die Kalksteinummantelung fehlt. Sie maß 105 m im Quadrat und war ca. 75 m hoch. Die Grabkammer befindet sich am Ende eines weit und eigenartig verzweigten Gangsystems mit einem kleinen Anubis-Heiligtum und dem Sarkophag aus rotem Granit. Siehe hierzu Amenemhet-III.-Pyramide.
Die ?Schwarze Pyramide? des Amenemhet III. zeigte schon bald Risse in Decken und Böden. In Dahschur wurden in 6 unvollendeten Räumen und Gängen Stützdecken und Balken aus Zedernholz eingezogen und die Wandrisse verputzt. Die bereits vorhandenen Kammern zweier Königinnen wurden zur Verstärkung mit Stein ausgemauert. Diese Grabkammern wurden beraubt aufgefunden und die Reste der Grabausstattung zeugen vom beachtlichen Reichtum dieser Beisetzungen.
Im Schutt der Pyramide fand man das ?Pyramidion?, den obersten pyramidenförmigen Stein aus Granit (1,40 m x 1,85 m).
Wegen der Baumängel an seiner Pyramide ließ sich der Pharao in Hawara eine zweite Pyramide bauen. Die Pyramide von Hawara war wie üblich aus Lehmziegeln, allerdings über einem ca. 12 m hohen Felskern errichtet und mit Kalkstein verkleidet. Ihre Grundfläche betrug 105 x 105 m und ihre Höhe ca. 58 m. Der Eingang an der Südseite führte durch ein Gangsystem zur Grabkammer des Amenemhet III. und seiner Tochter Nofru-Ptah.
Der neuen Pyramide von Hawara vorgelagert war das so genannte Labyrinth, das der griechische Geograph Strabon (63 - 20 v. Chr.) ausführlich beschrieb und als Weltwunder gepriesen hat. Hier handelt es sich um den Totentempel des Amenemhet III., der alten Berichten zur Folge mehr als 1500 Räume gehabt haben soll.
Obwohl, wie bereits erwähnt, die Pyramide von Hawara als Grabstelle von Amenemhet III. und seiner Tochter Neferu-Ptah ausgelegt war, so ist Neferu-Ptah dort nicht beigesetzt worden. Ihre Grabstätte wurde im Jahr 1956 in einer zerfallenen Lehmziegelpyramide 2 km südwestlich intakt gefunden. Leider hat eindringendes Grundwasser alles Holz und die Mumie zerstört, jedoch konnte der Granitsarkophag und die Grabausstattung geborgen und teilweise restauriert werden.
Siehe auch
Liste der Pyramiden
Quellen
Literatur
*Dorothea Arnold : Zur Keramik aus dem Taltempelbereich der Pyramide Amenemhets III. in Dahschur (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 33), Zabern Verlag Main 1977, S. 21-26
*Dieter Arnold : Das Labyrinth und seine Vorbilder (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 35), Zabern Verlag Mainz 1979, S. 1-9
*Eugen Strouhal : Anthropologische Funde aus dem Areal der Pyramide des Königs Amenemhet III. in Dahshur (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 35), Zabern Verlag Mainz 1979, S. 323-333
*Dieter Arnold : Die Pyramide Amenemhet III. von Dahschur : Vierter Grabungsbericht (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 38), Zabern Verlag 1982, S. 17-23
*Felicitas Polz : Die Bildnisse Sesostris' III. und Amenemhets III. Bemerkungen zur königlichen Rundplastik der späten 12. Dynastie (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 51), Zabern Verlag Mainz 1995, S. 227-254
*W.J. Murnane: A note on the personnel of the Sinai expedition in the reign of Amenemmes III. (Göttinger Miszellen 15), Göttingen 1975, S. 27-34
*Detlef Franke: Der Fundort der Statue Amenemhets III. auf der Qubbet el-Hawa, oder: Wer fand mit wem wann was wo' (Göttinger Miszellen 134), Göttingen 1993, S. 35-40

