Ameisenpflanze
Unter Ameisenpflanzen ("Myrmekophyten") versteht man meist tropische Pflanzen, die mit Ameisen eine symbiotische Verbindung eingegangen sind. Die Pflanze bietet dabei Wohnraum ("Domatien" genannt) und teilweise auch Nahrung, die Ameise bietet dafür entweder Schutz vor Fraßfeinden oder Bewuchs von Epiphyten oder selbst Nahrung. Beispiel: Acacia collinsii.
Nicht als "Ameisenpflanze" bezeichnet man jedoch jene Pflanzen, deren Samen durch Ameisen verbreitet werden, wie z. B. Lerchensporn, Schöllkraut. Dies bezeichnet man als Myrmekochorie. Pflanzen, die durch Ameisen bestäubt werden, bezeichnet hingegen man als myrmekophil.
Man unterscheidet bei den Myrmekophytenformen die Myrmekophylaxis, bei der von der Pflanze Wohnraum und Futter für Schutz geboten wird und die Myrmekotrophie, bei der für den Wohnraum von den Ameisen Nährstoffe geliefert werden.Diese Interaktionen sind mehrfach unabhängig voneinander in verschiedenen Pflanzengruppen entstanden und sind meist fakultativ, also freiwillig (v.a. bei der Myrmekophylaxis), teilweise aber auch obligat, sodass beide Partner zwingend aufeinander angewiesen sind.
Links & Literatur
*Bailey IW: "The anatomy of certain plants from the Belgian Congo with special reference to myrmecophytes" Bulletin American Museum of Aatural History Vol. XLV (1922) [http://diglib1.amnh.org/bulletins/congo/118_585_593.pdf online]
• Ameisen und Vitex staudtii

