Amdo
, Sichuan)]]
Amdo ist eine nordosttibetische Region, die sich über die heutigen chinesischen Provinzen Qinghai geworden ist.
Amdo als Provinz zu bezeichnen ist im Sinn einer Kulturprovinz richtig, der tibetische Kulturraum Amdos auch einer der bedeutendsten und abwechslungsreichsten im Hochland von Tibet.
Bevölkerung
Die Einwohner Amdos nennen sich demgemäß auch nicht Böpa (bod pa), wie der tibetische Begriff für Tibeter lautet, sondern Amdowa (a mdo pa).
Berühmte Klöster der Region sind u.a. Kumbum Jampa Ling (chin. Ta'er Si), Labrang Tashi Khyil, Qutan Si (Gotamde), Youning Si (Rgolong), und Rakya Gompa. Historisch bedeutend können auch sehr kleine Klöster sein, wie Shadzong Ritrö, in dem der spätere große tibetisch-buddhistische Reformator Tsongkhapa als Dreijähriger vom Karmapa geweiht wurde.
Das Großkloster Labrang
, Gansu]]
Das Kloster Labrang liegt in einem Flusstal des Kreises Xiahe und im Übergangsraum zu muslimischen Gebieten der Provinz Gansu. 1709 erbaut, wurde es zu einer Drehscheibe im Handel zwischen China, Tibet und der Seidenstraße. Es zählt zu den sechs größten Klöstern der Gelugpa-Ordens des tibetischen_Buddhismus.
Auf dem ungefähr 86 ha großen Gelände des im tibetischen Stil erbauten Klosters befinden sich 48 Tempelhallen unterschiedlicher Größe sowie mehr als 500 buddhistische Kapellen und Mönchszellen. Das imposanteste, prächtigste und größte Gebäude des Klosters ist die sechstöckige Shakyamuni-Halle, chin. Jinwadian (Goldziegelhalle). Ihr oberstes Stockwerk ist ein palastartiger viereckiger Pavillon, dessen Dach aus vergoldeten Kupferziegeln besteht und mit vergoldeten Kupferlöwen geschmückt ist.
Der historischen Überlieferung zufolge lebten hier in der Blütezeit des Klosters 3000 Mönche. Auch heute wieder gilt das Kloster Labrang als ein wichtiges geistiges Zentrum in Nordwestchina und als höhere Lehranstalt des tibetischen Buddhismus. Inzwischen gibt es hier wieder über 2000 Mönche. Das Kloster hat sechs Studienfakultäten, in denen die Mönche buddhistische Theorie, Logik, Astronomie, Mathematik, Medizin, Kalligrafie, Phonologie, Tanzkunst, Malerei und Bildhauerkunst studieren können.
Tibetische Kultur in Amdo
Neben der ausgeprägten Klosterkultur sind in Amdo auch in großer Zahl Volksbräuche und Kulturgüter erhalten geblieben bzw. wiederbelebt worden, die in Zentraltibet nicht so häufig zu sehen sind. Insbesondere die Lhatos, Steinsetzungen, die als Opfergabe an die Götter errichtet werden, mit ihrem üppigen Gebetsfahnenschmuck und übergoßen Holzpfeilen, die den Berggöttern geweiht sind, können als Charakteristikum von Amdo angesehen werden.
Literatur
* Beatrice von Buchwaldt-Ernst: Monlam in Labrang. Das große Gebetsfest in Klein Tibet, Zürich 2005, ISBN 3-907496-38-8.
* Andreas Gruschke: The Cultural Monuments of Tibet?s Outer Provinces: Amdo, 2 Bände, White Lotus Press, Bangkok 2001 ISBN 9-7475-3459-2
* Toni Huber (Hg.): Amdo Tibetans in Transition: Society and Culture in the Post-Mao Era (Brill's Tibetan Studies Library, Proceedings of the Ninth Seminar of the Iats, 2000) ISBN 9004125965
* Paul Kocot Nietupski: Labrang: A Tibetan Buddhist Monastery at the Crossroads of Four Civilizations ISBN 1559390905
* Elke Hessel: Die Welt hat mich trunken gemacht, Biographie des Amdo Gendün Chöpel, ISBN 3896201565
Weblinks
• A Brief History of Kumbum Monastery Berzin Archives
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