Gene Amdahl
Gene Myron Amdahl (16. November 1922 in Flandreau, South Dakota, USA) ist ein in den USA lebender Computerarchitekt und Hi-tech-Unternehmer norwegischer Abstammung. Zu internationaler Bekanntheit kam er durch seine Arbeit im Bereich der Großrechner bei IBM und durch seine später gegründeten Unternehmen, vor allem die Amdahl Corporation. Zudem formulierte er das Amdahlsche_Gesetz, ein Modell über die Beschleunigung von Programmen durch parallele Ausführung.Biographie
Kindheit und Ausbildung
Amdahl wurde als Sohn von Immigranten in Flandreau, South Dakota geboren. Während des 2. Weltkriegs diente er in der Navy. 1948 schloss er sein Studium der Technischen Physik an der "South Dakota State University" ab. Anschließend studierte er Theoretische Physik an der University of Wisconsin und promovierte 1952 mit dem Entwurf seines ersten Computers, dem WISC. Im Juni des selben Jahres nahm er eine gut bezahlte Position bei IBM an.
IBM & Amdahl
Bei IBM arbeitete Amdahl an der Entwicklung der IBM 704 und der IBM 709. Weiter war er am Stretch Projekt beteiligt, das die Basis für die IBM 7030 bildete. Im Dezember 1955 verließ er IBM zum ersten Mal. Danach war er bei Ramo Wooldridge und Aeronutronic beschäftigt. Im September 1960 kehrte er zu IBM zurück, um an der Entwicklung der System/360-Familie zu arbeiten. 1965 war seine Ernennung zum IBM Fellow und er wurde Vorstand des ACS Laboratory in Menlo Park in Kalifornien. Das zweite Mal verließ er IBM im September 1970, da seine Ideen abgelehnt wurden. Mit der Unterstützung von Fujitsu gründete er die Amdahl Corporation in Sunnyvale in Kalifornien und stieg in den Großrechner-Markt ein. 1975 lieferte er seine erste Maschine aus - die Amdahl 470 V6. Diese war ein kompatibler, billigerer und leistungsfähigerer Ersatz der System/360 165. Die Amdahl 470 V6 und die dazugehörigen Peripheriegeräte von Drittherstellern ermöglichten es Firmen, System/360-Applikationen ohne IBM-Hardware auszuführen.
1979 - bis heute: Amdahl der Unternehmer
Amdahl verließ im August 1979 sein Unternehmen, um Trilogy Systems zu gründen. Mit über 200 Millionen Dollar Kapital war das Ziel der Firma, noch billigere Chips für Großrechner zu entwerfen. Innerhalb weniger Monate nach dem 60 Millionen Dollar schweren Börsengang des Unternehmen scheiterte das Projekt. Die Firma verlagerte ihre Anstrengungen nun in den Bereich der VLSI-Technologie. Auch diese Bemühungen waren zum Scheitern verurteilt - die Firma fusionierte 1985 mit der "Elxsi Corporation". Auch Elxsi entwickelte sich schlecht, und so verließ Amdahl die Firma 1989. Jedoch schon 1987 hatte er eine weitere Firma gegründet - Andor International. In diese setzte er jetzt seine Hoffnungen, im Großrechner-Markt durch verbesserte Produktionstechniken und kleinere, effizientere Maschinen Fuß fassen zu können. Produktionsprobleme und der starke Konkurrenzdruck führten die Firma 1995 in den Bankrott.
Fest entschlossen mitbegründete er 1996 Commercial Data Servers (CDS), ebenfalls in Sunnyvale, wieder hoffte er im Großrechner-Markt mitmischen zu können. Dieses Mal konzentrierte die Firma sich auf super-gekühlte Prozessoren für physisch kleinere Maschinen. Eine dieser Maschinen, die CDS 1997 produzierte, war die ESP/490 (Enterprise Server Plattform), eine Weiterentwicklung der P/390 von IBM. Seit damals hat sich viel verändert - der Name der Firma und ihr Entwicklungsbereich. Die Firma ist heute unter dem Namen Xbridge Systems bekannt und produziert Vernetzungssoftware wie Data Host Connect, um Großrechner und offene Systeme zu verbinden. Im März 2005 wird Amdahl nicht mehr als Mitglied des Managements auf der Homepage von Xbridge genannt.
Im November 2004 wurde Amdahl Mitglied im Board of Advisors of Massively Parallel Technologies. Man nimmt an,
dass er sich aus der Industrie weitgehend zurückgezogen hat und sich mehr auf seine beratende Funktion konzentriert.
Auszeichnungen
1965 wurde Amdahl zum IBM Fellow ernannt. Er wurde 1967 Mitglied in der "National Academy of Engineering" und 1986 wurde er zum Alumnus des Jahrhunderts der "South Dakota State University" ernannt. Er hat mehrere Patente unter seinem Namen eingetragen und insgesamt 4 Ehrendoktortitel erhalten.
Siehe auch
Amdahls Gesetz
Weblinks
• Xbridge Systems
• Massively Parallel Technologies

