Amasya
Amasya (altgriechisch ??????? / Amáseia, lateinisch Amasia) ist eine rund 80.000 Einwohner zählende Stadt in der Türkei und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz_Amasya.
Geographie
Amasya liegt im Hinterland der Schwarzmeerküste im Pontischen_Gebirges im engen Tal des Flusses Ye?il?rmak auf .
Der Hauptteil der Stadt erstreckt sich auf der Ostseite des Flusses, auf der Westseite liegen nur wenige Häuserzeilen zu Füßen des steilen Burgberges. Fünf Brücken verbinden beide Hälften der Stadt.
Geschichte
Das heutige Amasya ist der Nachfolger der antiken Stadt Amaseia. Die Geschichte der Stadt geht bis in Hellenismus: Von ca. 300 v. Chr. bis 183 v. Chr. war Amaseia Hauptstadt des Königreiches_Pontos und damit eine der wichtigsten Städte Kleinasiens; anschließend wurde die Hauptstadt in das am Meer gelegene Sinope verlegt. Im 3._Mithridatischen_Krieg wurde die Stadt 70 v. Chr. von den Römern erobert und 64 v. Chr. zunächst der römischen_Provinz Bithynia et Pontus, seit 25 v. Chr. der Provinz Galatia zugeordnet.
In der Spätantike war die Stadt Metropolis der Provinz Diospontus bzw. Helenopontus, in byzantinischer Zeit Sitz des Thema Armeniakon. Theodor von Euchaïta erlitt hier um 306 den Märtyrertod. 1076 wurde hier der verräterische normannische Söldner Roussel Frangopolos von Emir Tutusch an die Byzantiner unter Alexios Komnenos übergeben. Der Danischmenden-Emir Malik Ghazi eroberte die Stadt 1075 und hielt sie bis sie im späten 12. Jahrhundert an den seldschukischen Herrscher Kiliç Arslan II. überging. 1386 wurde die Region um Amasya Teil des Osmanischen_Reiches unter Sultan Bayezid I.. In osmanischer Zeit erreicht Amasya ab 1396 als Residenz der Prinzen des Herrscherhauses eine Blütezeit und wird als ?Bagdad von Rum? oder ?Oxford des Ostens? bezeichnet, da sich hier bedeutende Ausbildungsstätten befanden. Spätestens im 19. Jahrhundert aber war Amasya eine unbedeutende osmanische Provinzstadt.
Im Türkischen_Befreiungskrieg rief Mustafa_Kemal von hier aus am 22. Juni 1919 zum nationalen Widerstand auf - ?Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wiedergewonnen? - und berief den Kongress von Sivas ein.
Sehenswürdigkeiten
Ca. 250 m über der Stadt liegt die gut erhaltene Burg, die in Teilen noch hellenistisches Mauerwerk aufweist, in ihrer heutigen Form jedoch größtenteils byzantinisch ist. Stadt und Burg waren von einer teilweise heute noch gut erhaltenen hellenistischen (?) Mauer eingefasst. Im Fels unterhalb der Burg befinden sich in eindrucksvoller Lage fünf Kammergräber mit Fassaden, die den ersten fünf Königen von Pontos zuzurechnen sind.
Neben einigen Moscheen, Medresen und Türben des 13.-14. Jahrhunderts sind aus osmanischer Zeit die 1486 in Auftrag gegebene Sultan-Bayezit-Moschee (Sultan Bayezit Camii) zu nennen, daneben die ungewöhnliche achteckige Kap?-A?as?-Medrese (Kap? A?as? Medresesi) von 1488.
Die Stadt ist mehrfach durch Erdbeben stark zerstört worden, so 1734, 1825 und zuletzt 1936, jedoch immer wieder restauriert worden. Sehenswert sind besonders auch die zahlreichen spätosmanischen Wohnhäuser entlang des Flusses.
Von Interesse ist auch das archäologisch-ethnographische Museum.
Söhne und Töchter der Stadt
Strabon (* 58 v. Chr., ? ?), griechischer Historiker und Geograph; er beschrieb seine Heimatstadt in seinem Werk Geographika 12, 3, 39
* Sultan Selim I. (* 10. Oktober 1465, ? 21. September 1520 in Edirne)
Adil Candemir, türkischer Ringer
Nuri Pascha Osman, General der osmanischen Armee (Russisch-Türkischer Krieg)
Literatur
* Albert Gabriel: Monuments turcs d'Anatolie. Bd. 2: Amasya-Tokat-Sivas. Paris 1934.
* Petra Kapper: Die osmanischen Prinzen und ihre Residenz Amasya im 15. und 16. Jahrhundert. Istanbul, 1976. (Uitgaven van het Nederlands Historisch-Archaeologisch Instituut te Istanbul 42) ISBN 90-6258-042-4
* Eckart Olshausen; Joseph Biller: Untersuchungen zur historischen Geographie von Pontos unter den Mithraditen. Wiesbaden, 1984. S. 87-92.
* Clive Foss; David Winfield: Byzantine fortifications. An introduction. Pretoria, 1986. S. 17-19 Abb. 54-62.
Weblinks
• offizielle Webseite der Stadt
• Bilder aus Amasya
• Münzen von Amaseia
• Amasya-Photos

