Amarok (Audio)
Amarok (bis Juni 2006 noch amaroK geschrieben) ist ein grafisches, freies Programm für Unix-ähnliche Betriebssysteme zum Abspielen von Audiodateien, und um diese beliebig zu ordnen, sortieren und zu gruppieren. Auch Audiostreams wie Webradios können verwaltet und abgespielt werden.
Obwohl für den KDE-Desktop entwickelt, kann es auf jedem X11-basierten UNIX-Desktop eingesetzt werden. Benannt wurde Amarok nach dem Opus Amarok von Mike Oldfield. Es ist das Inuit-Wort für Wolf, weshalb das Amarok-Symbol einen Wolf darstellt.
Zur Organisation der Audiodateien bedient es sich einer eigens geführten Musikbibliothek, um Musikdateien unterschiedlichster Formate mit Metainformationen (bei MP3 beispielsweise ID3-Tags) zu hinterlegen. Nach diesen kann flexibel sortiert und gefiltert werden. Eine weitere Eigenschaft in diesem Zusammenhang sind die sogenannten intelligenten Wiedergabelisten (engl. smart playlists). Eine intelligente Wiedergabeliste wird erstellt, indem man Kriterien ähnlich einer Datenbankabfrage definiert. Daneben bietet Amarok eine Echtzeit-Suche, deren Suchresultate bereits bei der Eingabe erscheinen.
Speziell für Rechner ohne installiertes Linux/Unix wurde Amarok Live entwickelt, eine Live-CD zur Demonstration der Fähigkeiten von Amarok.
Funktionen
Amarok verfügt über eine breite Palette an Funktionen; neben einigen einzigartigen Features ähneln manche denen anderer Medienplayer. Beispielsweise verfügt Amarok wie Winamp über globale Shortcuts, also Tastenkombinationen, mit denen sich Amarok steuern lässt, auch wenn man gerade in einer anderen Anwendung arbeitet oder sich sogar auf einem anderen virtuellen Desktop befindet.
Textsuche
Vergleichbar mit der Wikipedia-Integration ist die Suche und Anzeige des Textes des aktuellen Liedes direkt in Amarok integriert. Amarok verwendet hierzu seit Version 1.4 Skripte, womit man nicht von der Verfügbarkeit einer einzelnen Seite abhängig ist.
Datenbankfunktionalität
Amarok besitzt eine interne Datenbank, in der Informationen über alle Stücke der Musiksammlung (wie Titel, Interpret, Album, Erscheinungsjahr, aber auch Abspielstatistiken und eine daraus abgeleitete Bewertung der Stücke) gespeichert sind. Diese Informationen sind die Basis für viele der erweiterten Funktionen.
Aus technischer Sicht hat man die Wahl zwischen verschiedenen Datenbanken: entweder man verwendet das integrierte SQLite oder eine der beiden unterstützten externen Datenbanken (MySQL und PostgreSQL). Letztere bieten bei größeren Sammlungen, die mehr als 25.000 Musikstücke enthalten, einen Geschwindigkeitsvorteil.
Wikipedia-Integration
Es lassen sich direkt aus Amarok Informationen über den Interpreten des gerade gespielten Liedes, das Album sowie das Lied selbst aus der Wikipedia abrufen. Welche Sprache der Wikipedia dabei verwendet wird, ist einstellbar.
Kontext-Browser
Der Kontext-Browser zeigt Informationen zum aktuell laufenden Lied an. Mit Hilfe der Datenbank ermittelt er andere Alben des aktuellen Interpreten sowie die Lieblingsstücke des Benutzers von ebendiesem und versucht über den Last.fm-Service weitere passende Stücke und ähnliche Interpreten vorzuschlagen.
Des weiteren gibt es hier Statistiken über die komplette Musiksammlung wie die Lieblingsstücke des Benutzers, neueste und zuletzt gespielte Stücke. Auch die Wikipediainformationen und Liedtexte werden innerhalb des Kontext-Browsers dargestellt.
Die Oberfläche des Kontext-Browsers lässt sich via CSS je nach Geschmack umgestalten.
Intelligente Playlisten
Intelligente Playlisten sind Wiedergabelisten, die nach festen Kriterien (bestimmter Interpret, bestimmte Musikrichtung, neueste Stücke, etc.) Stücke aus der Sammlung enthalten. Beispielsweise könnte so eine Liste alle Stücke eines Künstlers enthalten, die vor einem bestimmten Datum erschienen sind.
Dynamische Playlisten
Dynamische Playlisten sind niemals endende Wiedergabelisten, die sich anhand vorgegebener intelligenten Playlisten selbst füllen. Abgespielte Stücke werden wieder automatisch aus der Liste entfernt.
Man beginnt also mit einer Liste von nur wenigen Stücken, gibt vor nach welchen intelligenten Wiedergabelisten (...) und Amarok fügt sie automatisch bei Bedarf ein. Somit bleibt die Wiedergabeliste immer klein und somit ressourcensparend, ohne an Funktionalität einzubüßen.
On-Screen Display
Das On-Screen Display blendet beim Liedwechsel Informationen über das aktuelle Stück auf dem Bildschirm, auch oberhalb von anderen laufenden Anwendungen, ein. Diese Funktion ist auch abschaltbar und frei konfigurierbar.
Integration von CD-Covers
Amarok besitzt eine integrierte Cover-Verwaltung und zeigt diese auch während der Wiedergabe im Kontext-Browser sowie im On-Screen Menü an. Es gibt die Möglichkeit, fehlende Covers direkt von Amazon herunterzuladen oder auf der Festplatte liegende Bilddateien als Cover einzubinden. Welche nationale Variante von Amazon dabei verwendet wird, ist einstellbar.
Durchsuchbare Musiksammlung
Die Musiksammlung ist nach Stichworten durchsuchbar, wodurch das Auffinden von bestimmten Stücken oder Interpreten sehr schnell möglich ist.
Es gibt auch eine etwas komplexere, Google-ähnliche Suche. So findet ?year:>1990? beispielsweise alle Stücke, deren Erscheinungsjahr nach 1990 liegt, ?Lyrics:love? alle Stücke, deren Liedtext das Wort ?love? enthält; mit ?tag OR nacht? findet man alle Stücke, deren Metainformation mindestens eines der beiden Worte ?tag? beziehungsweise ?nacht? enthält.
Crossfading
Amarok unterstützt das Überblenden von Stücken. Diese Funktion ist jedoch im Vergleich zu anderen Programmen in einem relativ frühen Entwicklungsstadium. So ist es noch nicht möglich das Überblenden bei Stücken vom selben Album zu unterbinden oder einen geräuschlosen Anfang bzw. Ende von Stücken zu erkennen und zu übergehen.
Verschiedene Module zur Klangausgabe
Amarok besitzt keine eigene Funktionalität zur Klangausgabe, sondern verwendet dazu so genannte Module (engl. Audio-Engines). Hierbei stehen xine-lib (Standard), GStreamer, NMM und HelixPlayer zur Verfügung. Mit dem xine-Modul wird seit Version 1.4 auch eine lückenfreie Wiedergabe (engl. gapless play) unterstützt.
Die verwendeten Module unterscheiden sich teilweise bei der Menge der unterstützen Audioformate sowie der Streamingunterstützung.
Skripte, DCOP
Amarok ist durch Skripte erweiterbar. Hierbei werden oft die eingebauten DCOP-Funktionen verwendet, die eine Fernsteuerung und -abfrage von Informationen erlauben. Die Version von Amarok, die mit KDE 4.0 ausgeliefert werden wird, vermutlich 2.0, wird im Zuge der allgemeinen Umstellung dann D-Bus statt DCOP verwenden.
Integrierte MP3-Player-Unterstützung
Seit der aktuellen Version 1.4 unterstützt Amarok neben verschiedenen Modellen von Apples iPod, Creative und iriver eine Vielzahl von generischen MP3-Playern. Auf das angeschlossene Gerät kann Amarok direkt zugreifen und Musikstücke aufspielen. In einer Warteschlange können Musikstücke für eine spätere Übertragung vorgemerkt werden, wenn gerade kein Player angeschlossen ist.
Die Unterstützung für die aktuelle iPod-Reihe umfasst auch das Einbinden von Alben-Covern sowie die Abgleichung individueller Bewertungen einzelner Musikstücke.
Übersicht über weitere Funktionen
* umfangreiche Umsetzung von Drag & Drop
* 10-Band-Equalizer.
* Interaktion mit dem Brennprogramm K3b.
* Integration in KDE (z. B. Konqueror-Navigationsleiste).
* Übersetzungen sind verfügbar in über 35 Sprachen.
* Amarok ermöglicht die direkte Abfrage der Musicbrainz-Datenbank, um fehlende Metadaten (Tags) ergänzen zu können.
* Amarok unterstützt über die Bibliothek libvisual Visualisierungsplugins, außerdem werden XMMS-Plugins unterstützt.
* Amarok besitzt eine Playlistenverwaltung, die insbesondere auf das Verwalten großer Playlisten zugeschnitten ist.
Last.fm-Anbindung (ehemals: Audioscrobbler)
Amarok Live
Amarok Live ist ein Live-System, also ein nur von CD laufendes Betriebssystem, das die Fähigkeiten von Amarok demonstrieren soll. Dies ermöglicht es, auch auf Computern ohne installiertes Unix Amarok zu testen. Es ist auch möglich, bereits auf dem Rechner liegende Lieder damit abzuspielen sowie die CD mit eigener Musik auszustatten. Version 1.3 erschien am 1. Oktober 2005 und wurde mit einer Auswahl an nichtkommerzieller Musik ausgeliefert.
Aufgrund eines Bugs in Zusammenhang mit Kmail ist die Version 1.3 derzeit (1. Oktober 2006) NICHT einsetzbar. Version 1.4 ist in Arbeit.
Versionen und Versionsgeschichte
Weblinks
• amarok.kde.org ? offizielle Amarok-Webseite (englisch)
• docs.kde.org ? Handbuch
• Interview mit Sven Krohlas über Amarok 1.4 von RadioTux

