Amarna-Briefe
Brief, gefunden in Amarna]]Bei den sogenannten Amarna-Briefen (auch Amarna-Archiv) handelt es sich um einen umfangreichen Fund an Tontafeln in babylonischer Keilschrift des Palastarchives des Pharao Echnaton aus seiner Residenz Achet-Aton, dem Tell_el_Amarna in Ägypten.
Fundgeschichte
Im Jahr 1885 grub eine Frau in Amarna, dem Siedlungshügel des antiken Achet-Aton, nach Lehmziegeln, die sie als Dünger verwendete. Dabei stieß sie zufällig auf einige Tontafeln.
Diese Keilschrift-Tafeln wurden von der Forschung zunächst für plumpe Fälschungen gehalten, entpuppten sich später aber als Diplomatenpost von fremden Königen an Echnaton. Viele Briefe stammten von relativ unbedeutenden Königen, welche für Loyalität zu Ägypten Waren und Gold vom Pharao forderten.
Flinders Petrie gelang es 1891/92 das ehemalige Staatsarchiv in Achet Aton freizulegen, und neue Tontafeln zu entdecken. Bis heute sind 379 Exemplare bekannt; sie vermitteln uns einen Teil der Asien-Korrespondenz des Hofes über mehrere Jahrzehnte hinweg. Die älteren Briefe stammen noch aus der Regierungszeit Amenophis III., die jüngeren Briefe verteilen sich über die Ära von Echnaton. Gefundene Alabaster-Etiketten belegen, dass die Tafeln im Staatsarchiv geordnet und beschriftet in Holzkästen aufbewahrt wurden. Da die meisten der Briefe nicht datiert sind, ist eine chronologische Einordnung problematisch.
Bei den gefundenen Tontafeln handelt es sich sowohl um Briefe, die der Ägyptische Hof an asiatische Fürsten abschickte (sie wurden als Kopie abgelegt), als auch um Schreiben der Fürsten an Echnaton. Einige Briefe sind schlicht und einfach Bettelbriefe an den Pharao, dass er doch Gold schicken solle. Auch Fehden von rivalisierenden ägyptischen Provinzen wurden auf Tontafeln gemeldet. In diesen Briefen finden wir auch die erste Erwähnung des Volkes der Habiru, deren Verbindung zu den Hebräern noch diskutiert wird.
In einem Brief erkundigt man sich nach der Gesundheit von Teje, der Mutter von Echnaton, die ebenfalls in Achet-Aton wohnte. Teje hatte anscheinend eine herausragende Stellung bei Hof. Bis auf drei gefundene Briefe sind alle anderen in akkadischer_Sprache und Keilschrift abgefaßt.
Die babylonische Sprache spielte damals anscheinend eine wichtige Rolle (Lingua franca), vergleichbar mit dem mittelalterlichen_Latein und dem heutigen Englisch. Aufgrund einiger Briefe konnte man sehr gut auf die außenpolitische Situation Ägyptens schließen.
Literatur
*Die El-Amarna-Tafeln. Mit Einleitung und Erläuterungen herausgegeben von J. A. Knudzon, Anmerkungen und Register bearbeitet von Otto Weber und Erich Ebeling. Erster Teil: Die Texte. Zweiter Teil: Anmerkungen und Register. Leipzig: Hinrichs 1915 (Nachdr. Aalen 1964)
Weblinks
• Amarna-Briefe
*Shlomo Izre'el, The Amarna Tablets (en), mit einer Transliteration der Briefe aus Kanaan: http://www.tau.ac.il/humanities/semitic/amarna.html
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