Amantadin
Amantadin ist ein Derivat des Adamantan.
Verwendung
Amantadin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der vom Influenza_A_Virus ausgelösten Virusgrippe geeignet ist. Amantadin kann in therapeutischer Dosis die Fieberdauer einer Grippeerkrankung des Virus-Typ-A um etwa einen Tag verkürzen. Auf Grund häufig auftretender Nebenwirkungen, wie z. B. Durchfall, Depression, epileptische Anfälle und peripherer Ödeme, wird dieses Medikament nur noch selten angewendet.
Amantadin wird auch in der Parkinson-Therapie eingesetzt. Es wirkt als Glutamat-Antagonist und steigert die Dopamin-Konzentration sozusagen über den Umweg des Ungleichgewichts der Neurotransmitter. Dies stellt sich laut Befürwortern des Mittels als bewegungs- und antriebsfördernd dar und ist nach ihrer Ansicht eine gute Ergänzung zu anderen Pharmaka in der Behandlung.Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Extrapyramidal-motrische Erkrankungen. Parkinson-Syndrome. In: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. 3. überarbeitete Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag 2005. ISBN 3-13-132413-9. [http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/030-010.htm] Vertreter der evidenzbasierten_Medizin halten dagegen eine über Placebo hinausgehende, positive Wirkung für unzureichend belegt.Crosby N, Deane KH, Clarke CE: Amantadine in Parkinson's disease. Cochrane Database Syst Rev. 2003;(1):CD003468. PMID 12535476Crosby NJ, Deane KH, Clarke CE: Amantadine for dyskinesia in Parkinson's disease. Cochrane Database Syst Rev. 2003;(2):CD003467. PMID 12804468 Meist wird Amantadin in fortgeschrittenen Stadien des Morbus Parkinson eingesetzt. Es sind mittlerweile zahlreiche generische Präparate auf dem Markt.
Das Medikament unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.

