Amani (Institut)
Das Biologisch-Landwirtschaftliche Institut Amani wurde 1902/03 von Prof. Dr. Franz Stuhlmann im Hinterland der Hafenstadt Tanga, in den Usambara-Bergen gegründet. Es war seinerzeit das modernste seiner Art auf dem afrikanischen_Kontinent und sollte in wissenschaftlicher Hinsicht (nach Pürschel-Trostberg) eine Konkurrenz zum niederländischen Forschungsinstitut und Botanischen Garten in Buitenzorg auf Java werden. Stuhlmann holte sich zu diesem Zweck den Botaniker Albrecht Zimmermann, der seit 1896 in Buitenzorg gearbeitet hatte und machte ihn zum stellvertretenden Direktor. Zimmermann wurde schließlich 1911 Direktor. Zur gleichen Zeit (1903-1908) arbeitete der Zoologe Julius Vossler in Amani. Das Institut arbeitete eng mit dem Botanischen_Garten_in_Berlin (dort mit Prof. Engler, dem Kurator für tropische Pflanzen aus den Kolonien) zusammen und befasste sich u.a. mit dem Anbau von "Medizinalpflanzen" wie z.B. Chinarindenbaum, aus welchem man Chinin gewinnt, Kampferbaum, Eukalyptus (Eucalyptus Globulus) oder Niembaum bzw. auch mit Pflanzen, die narkotische Wirkung für medizinische Zwecke hervorbringen konnten. Die mikroskopische Ausrüstung stammte direkt von der Carl-Zeiss-Companie in Jena. Zu den ersten Wissenschaftlern gehörten neben Franz Stuhlmann, Prof. Zimmermann und Prof. Braun, die mit Berlin in enger Verbindung standen. Leider gingen durch einen Bombenangriff des Botanischen Gartens und Museums Berlin viele Dokumente zum Amani-Institut verloren, doch finden sich noch einige Listen diesbezüglich im dortigen Archiv.In Amani arbeitete 105 und 1906 Robert Koch und Friedrich Karl Kleine. Im Institut legte Koch seine erste Tsetse-Fliegensuch an, die seit 1905 von Robert Kudicke betreut wurde.Im Übrigen hatte man in Amani die Idee den größten Botanischen Garten der Welt anzulegen und hatte begonnen Pflanzen und Bäume aus aller Welt dort anzupflanzen. Heute befinden sich in Amani nur noch 3000 verschiedene Baumarten. Von den Pflanzen-Plantagen ist nichts mehr erhalten.Von hier aus kam übrigens das inzwischen berühmt gewordene Usambaraveilchen durch die Grafen von Pückler zuerst nach Berlin und Hamburg, ehe es sich später in ganz Europa zur beliebten Zimmerpflanze gemausert hat. Das Problem ihrer Kultivierung war ausschlaggebend dafür, dass die Pflanze erst recht spät den europäischen Markt eroberte.
Vorläufer des Amani-Institutes war die in West-Usambara seit 1896 aufgebaute biologisch-landwirtschaftliche Teststation Kwai. Hier arbeitete Ronert Koch an seiner berühmten Schwarzwasser-Arbeit, die sich mit den Gefahren der Chinin-Toleranz bei den Behandlung mit Chinin ergaben und vielfach, vor allem unter den Europäern in Afrika zum Tode führte.

