U-Boot-Stahl
Als U-Boot-Stahl werden spezielle Stahlsorten bezeichnet, die sich durch hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit, insbesondere gegen Meerwasser, und das Fehlen jeglicher Magnetisierbarkeit auszeichnen.[http://www.sinn.de/LEXIKON/lexikon-beitrag-001-technikabc.htm#U Sinn - Uhrenlexikon] Neben dem ursprünglichen Einsatzzweck als Hülle für U-Boote werden sie beispielsweise auch für hochwertige Taucheruhren verwendet.Besonderheiten
Gegenüber einfachem rostfreiem_Stahl wird U-Boot-Stahl noch mit Mangan und Molybdän legiert. Dadurch wird das austenitische Gefüge stabilisiert und die Bildung von α- oder auch δ-Ferrit vermieden. Ein so gebautes U-Boot ist nicht mehr durch Verzerrung eines äußeren Magnetfeldes lokalisierbar. Weiterhin wird der gefürchteten Spannungsrisskorrosion im Kontakt mit Seewasser vorgebeugt.
Beim U-Boot-Stahl handelt es sich demnach um einen Voll-Austeniten mit außerordentlich hoher Festigkeit und von höchster amagnetischer Güte. Der Festigkeitswert erreicht über 155% eines gewöhnlichen Uhrengehäusestahls AISI 316L. U-Boot-Stahl ist "völlig" resistent gegenüber dauerhaftem Seewasserkontakt. Außerdem ist U-Boot-Stahl aufgrund seiner Duktilität extrem rißbeständig.
Mangan bewirkt außerdem eine deutliche Härte- und Festigkeitssteigerung ohne Beeinträchtigung der Zähigkeit, da es die Bewegung der für jegliche plastische Verformung notwendigen Versetzungen blockiert. Durch Tegiment-Technologie werden Vickers-Härten bis 1500 HV erreicht. Dadurch wird jedoch auch die Fertigung von Halb- und Fertigerzeugnissen aus diesen Werkstoffen erschwert. Umformverfahren erfordern praktisch immer eine zusätzliche Wärmebehandlung, spanende Fertigungsverfahren sind nur bedingt anwendbar.

