Amenouzume
Amenouzume (jap. ??????; auch Ame-no-uzume-no-kami oder Ame-no-uzume-no-mikoto (Kojiki und Nihonshoki); Karl Florenz übersetzt den Namen mit ?das abschreckende Weib des Himmels?) ist ein weiblicher Kami in der Mythologie des Shint?. Der Tanz der Amenouzume gilt als die Urform des shint?istischen Sakraltanzes Kagura.Tanz für Amaterasu
Kurz nach Susanoos letztem Besuch bei seiner Schwester Amaterasu vor seiner Verbannung aus Takamanohara richtete dieser großes Unheil in den Himmlischen Gefilden an und verwüstete vieles von dem, was vorher nach himmlischer Ordnung aufgebaut worden war.
Amaterasu zeigte sich darüber derart erschrocken und verärgert, dass sie sich in der Himmlischen Felsenhöhle (Ame-no-iwa-ya) versteckte und deren Tür hinter sich verschloß, worauf es ewige Nacht (toko-yo) in den Himmlischen Gefilden und auf der Erde wurde und sofort ein Wehgeschrei unter den achtzig Myriaden Kami losbrach. So versammelten sie sich am Flussbett des Ruhigen Fluss des Himmels und ersonnen einen Plan, um Amaterasu wieder aus der Höhle herauszubekommen.
Der Anteil von Amenouzume bestand darin, einen Sakraltanz auszuführen. Dazu nahm sie sich verschiedene Reliquien (darunter ein Handstützband (tasuki) aus Keulen-Bärlapp vom Himmlischen Kagu-Berg, Kopfschmuck (kazura) aus den Blättern des Spindelbaums (Kojiki) bzw. des Sakaki (Nihonshoki), ein Handstrauß aus Bambusgras (sasa-ba; nicht im Nihonshoki), sowie ein Speer (hoko; nicht im Kojiki)), entzündete ein Feuer (nicht im Kojiki) und stellte ein Schallbrett (uke fusete; Kojiki) bzw. einen umgekehrten Trog (uke, Nihonshoki) vor die Höhle, stampfte dann darauf und tat mit pantomimischen Gesten so, als befinde sie sich in Besessenheit und göttlicher Inspiration. Die darauf direkt folgende Stelle ist wohl eine der meistdiskutierten in der Shint?-Mythologie. Sie findet sich so nur im Kojiki. In zwei alternativen Erzählungen des Nihonshoki wird der Tanz nicht erwähnt, in der Hauptversion des Nihonshoki sowie im Kogosh?i fehlen die als obszön kriminierten Teile des Tanzes aus dem Kojiki, die Basil Hall Chamberlain bei seiner Übersetzung ins Englische aus dem Jahr 1906 dazu nötigten, für die entsprechende Stelle ins Latein zu wechseln ("usque ad privates partes"):
Amaterasu hörte dieses Gelächter und zeigte sich so verwundert über die so offen gezeigte Ausgelassenheit trotz der von ihr verursachten Dunkelheit im Himmel, daß sie die Tür zur Felsenwohnung ein wenig öffnete und nach dem Grund fragte. Amenouzume bedeutete ihr daraufhin, daß sich die Himmlischen Kami alle freuen würden, weil eine Gottheit da wäre, die noch herrlicher als Amaterasu sei. Gleichzeitig stellten die anderen Himmlischen Kami einen vorher eigens dafür angefertigten Spiegel so auf, daß Amaterasu ? neugierig darauf, wer der herrlichere Kami sei und verblüfft von ihrem eigenen Angesicht ? beim Spähen aus der Höhle schließlich herausgezogen werden konnte und wieder alles hell wurde.
Dienst für Ninigi
Als Kabane und Uji. Er verlieh ihr und ihren Nachkommen daher den Namen und Titel Sarume no Kimi (Saru-me wird von Florenz mit ?Affenweib? übersetzt, es ist der vordere Namensbestandteil von Sarudahiko. Diese Sarume sollen die ersten Tänzerinnen bei Festlichkeiten gewesen sein, Vorläufer der Miko).
Manche Kommentatoren halten dies für eine Eheschließung zwischen Sarudahiko und Amenozume, was erklären würde, warum sie in einigen bildlichen Darstellungen gemeinsam und als Mann und Frau abgebildet werden. In der Verehrung im Shint? teilen sich beide oft denselben honden eines Schreins, so zum Beispiel im Y?toku-inari-Schrein (Kashima, Präfektur Saga; dort trägt sie den Namen ?miya-no-me-no-kami), zusammen mit Uga-tama-no-mikoto im Fushimi Inari-Taisha und im Saruda-hiko-jinja (ein massha des Mitsumine-Schreins in der Präfektur Saitama). Andere Namen, unter denen sie verehrt wird, sind unter anderem Miya-bi-no-kami, ?-ichi-hime, ?-miya-hime und ?-yama-hime.
Alleine wird Amenozume in nur wenigen Schreinen verehrt, darunter der Reino-mimae-sha (ein massha des Atsuta-jing?). Mit anderen Kami außer Sarudahiko ist sie unter anderem eingeschreint im Ebisu-jinja (ein sessha des Himuka-Schreins im Stadtbezirk Higashiyama-ku von Ky?to) und im Ichido-sha (ein Nebenschrein des Kibitsu-Schreins in Okayama).
Der Tanz der Amenouzume ist Vorbild für viele Kagura-Tänze in allerlei Riten bis hoch zum Daij?-sai, Teil der Thronbesteigung des Tenn? im kaiserlichen Shint?. Besondere Verehrung erhält sie durch ihren Tanz für Amaterasu traditionell durch die verschiedenen Gilden oder Organisationen professioneller Tänzer in Japan.
Ein beliebtes Motiv (insbesondere für Netsuke und Masken des N?-Theaters) in der japanischen_Kunst ist ihr lächelndes Vollmondgesicht mit den Pausbacken, die unten dicker als oben sind, der vorstehenden Stirn, flachen Nase, den dünnen und kurvigen Augen sowie dem offenen, kleinen Mund. Dieses Motiv, das zwar nicht schön, aber dennoch freudig und bezaubernd aussehen soll, heißt auch Okame oder Otafuku.

