AMX-30 AuF1
Die AMX-30 AuF1 (AUtomoteur modèle F1) oder GCT ist eine moderne Panzerhaubitze französischer Bauart. Es handelt sich um ein 155 mm Geschütz auf einem AMX-30 Chassis zur Bekämpfung von Bodenzielen.
Geschichte
Um der Überlegenheit des Warschauer Paktes hinsichtlich konventioneller_Kriegswaffen entgegenzuwirken, wurde ein hochmobiles und leistungsfähiges Panzerartilleriefahrzeug seitens der französischen_Streitkräfte gefordert, das auf dem Gefechtsfeld schnell verlegbar ist und in kurzer Zeit eine hohe Salvenzahl abfeuern kann. Des Weiteren sollte eine Nachfolge für den veralteten Geschütztyp F3 entwickelt werden.
Den Auftrag bekam schließlich der französische Rüstungsbetrieb GIAT, der in den 50er Jahren bereits den erfolgreichen französischen Kampfpanzer AMX-30 konstruiert hatte und somit reichlich Erfahrung im Panzerbau besaß. Die Entwicklung begann 1969 und die ersten Prototypen wurden in den frühen 70er Jahren fertiggestellt. 1979 wurden erste taktische Experimente durchgeführt. Die Auslieferung erfolgte in den kommenden Jahren. Es sind heute 134 Fahrzeuge beim Französischen Heer im Einsatz.
Technik
Für konventionelle Geschosse hat die Haubitze eine maximale Feuerreichweite von 23,5 km. Beim Verfeuern von sogenannten Rocket Assisted Projectiles (raketengetriebene Projektile) ist eine Reichweite von ca. 28 km möglich. Es wird ein automatischer Lademechanismus eingesetzt, der eine Feuergeschwindigkeit von 6 Schuss in 52 Sekunden erlaubt, wobei die ersten drei Projektile innerhalb von 15 Sekunden verschossen werden können. Somit ist es möglich gezielte Feuerschläge gegen bewegte und Kurzzeitziele abzugeben.
Der Höhenrichtbereich der Kanone reicht von -5° bis +66°, der Seitenrichtbereich des Turmes beträgt 360°, der Turm ist somit vollständig drehbar. Die Panzerhaubitze kann in zwei Minuten feuerbereit gemacht werden. Nachtsichtmittel, Zielcomputer und ABC-Schutzanlage gehören zur Standardausstattung.
Der 19 Tonnen schwere Geschützturm AuF1 TA dieser Panzerhaubitze wird vom Hersteller auch (abhängig vom Auftraggeber) auf den Fahrgestellen des T-72, des Leopard 1, des indischen Kampfpanzers Arjun und, wie bereits erwähnt, auf Basis des AMX-30 angeboten.
Das Geschütz kann neben der üblichen NATO-Munition noch eine große Bandbreite weiterer Geschosse verschießen. Dazu zählen:
thumb|250px|Munitionstypen
* Hochexplosiv
* Hochexplosiv/Splitter
* Hochexplosiv/Reichweitengesteigert
Nebel
Copperhead Laserzielsuchgeschoß
* Geschosse mit Tochtermunition (Panzerminen)
Leuchtspur
GIAT Hochexplosiv ?Base Bleed?
Luchaire Hochexplosiv ?Base Bleed?
AMX AuF1 im Einsatz
Der AMX AuF1 wird in Frankreich und Saudi-Arabien eingesetzt. In den 80er Jahren wurden zudem 85 Fahrzeuge in den Irak exportiert. Im Iran-Irak-Krieg (1980?1988) wurde diese Panzerhaubitze erstmals im realen Kampfeinsatz verwendet und Beobachtern zufolge zeigte sich, dass vergleichbare Modelle aus sowjetischer oder amerikanischer Produktion hinsichtlich Reichweite und Zielgenauigkeit unterlegen waren.
Siehe auch
• nach 1945]
• Literatur
Ian Hogg: "Arillerie des 20. Jahrhunderts", Gondrom Verla, Bindlach, ISBN 3-8112-1878-6
* "Moderne Gefechtswaffen", Stocker Schmid Verlags AG, Dietikon, Schweiz, 1998, ISBN 3-7276-7092-4
Weblinks
• Beschreibung auf der offiziellen Internetseite des französischen Verteidigungsministeriums (franz.)
* [http://www.chars-francais.net/archives/amx30_auf1.htm Homepage mit vielen detailreichen Fotos (franz.)
• Informationen über den AMX AuF1 (engl.)

