AMD
Advanced Micro Devices, Inc. (AMD), ist ein US-amerikanischer Chiphersteller.
AMD entwickelt und produziert Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafikchips und System-on-Chip-Lösungen für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Das Unternehmen ist im Standard & Poors 500-Aktienindex gelistet.
AMD ist weltweit vertreten und hat unter anderem Fertigungsstätten in Dresden (Fab30 und Fab36) und Singapur (Endkontrolle und Verpackung).
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte AMDs
AMD wurde am 1. Mai 1969 unter dem Namen Sanders Association von Jerry Sanders III und Ed Turney gegründet. Das Startkapital wurde durch Investoren, darunter Intel-Gründer Robert Noyce, bereitgestellt. Die ersten integrierten_Schaltkreise wurde im November 1969 produziert. Diese bildeten die Grundlage für das erste selbstentwickelte Produkt Am2501, welches 1970 auf den Markt kam.
Ab 1973 begann die Expansion in Länder außerhalb der USA, so wurde ein Werk in Penang in Malaysia errichtet. 1975 begann man die Produktion von Speicherchips aufzunehmen, und 1979 ging AMD an die Börse. Im selben Jahr erwarb man eine Lizenz von Intel zur Herstellung der 8086- und 8088-Prozessoren. Als diese im Jahr 1986 gekündigt wurde, führte dies einerseits zu einem Rechtsstreit, in dessen außergerichtlichen Einigung AMD untersagt wurde, ab der 5. Generation (80586 - Intel Pentium) Nachbauten von Intels Prozessoren zu erstellen. AMD entwickelte daraufhin eigene Architekturen, die erste war der AMD K5. Mit der Übernahme des CPU-Herstellers NexGen im Jahr 1996 schuf man für weitere Entwicklungen technologische und personelle Grundlagen. Zur Produktion der Chips eröffnete man 1998 in Dresden die Fab30, bis heute eine der modernsten Chipfabriken weltweit. 2004 folgte die Fab36. Zwischenzeitlich hatte man den CPU-Hersteller Alchemy übernommen, der High-End-Low-Power-Embedded-Prozessoren mit MIPS-Architektur produzierte.
Ebenfalls 2004 erfolgte die Umbenennung des 1993 mit Fujitsu gegründeten Joint Venture Fujitsu AMD Semiconductor Limited in Spansion. Die gesamte Flash-Produktion wurde vom AMD und Fujitsu an Spansion übergeben. Ende 2005 wurde Spansion dann komplett als eigene Aktiengesellschaft ausgegliedert, da die Sparte andauernde Verluste aufwies.
Im Jahr 2006 übernahm AMD ATI Technologies, einem zu diesem Zeitpunkt führenden Anbieter von Computergrafik-Chips. In der Halbleiterbranche galt diese Übernahme aufgrund der besonderen Konstellationen (kaum direkte Konkurrenz dieser Unternehmen, unterschiedliche Forschungsgebiete) als beispiellos. Durch diese Übernahme kann AMD wie auch Hauptkonkurrent Intel wichtige Computerbauteile ?aus einer Hand? liefern.
Allgemeines
AMD hat an mehreren Standorten weltweit ca. 15.000 Mitarbeiter und ist der siebtgrößte Halbleiter- und zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt. Der Umsatz lag im Finanzjahr 2005 bei 5,8 Mrd. $ (Intel: 38,8 Mrd. $). Es wurde ein Gewinn von 0,2 Mrd. $ (Intel: 8,7 Mrd. $) erzielt. AMD schüttet traditionell keine Dividende aus.
AMD fertigt und prüft seine Produkte an verschiedenen Standorten:
* x86-Prozessor-Fertigung:
** Fab 30 Dresden: Herstellung von Athlon-, Opteron- und Sempron-CPUs im 90 nm-Prozess auf 200 mm (8 Zoll) -Wafern
** Fab 36 Dresden: Herstellung von Athlon-, Opteron-, Turion- und Sempron-CPUs im 90 nm-Prozess auf 300 mm-Wafern und anteilige Fertigung in 65 nm.
** Fab 38 Dresden: Herstellung von Athlon-, Opteron-, Turion- und Sempron-CPUs im 65 nm-Prozess auf 300 mm-Wafern. Fab 38 wird sich die erweiterte und umgerüstete Fab 30 nennen.
** Fab XX New York (Bundesstaat) AMD hat sich eine Option zum Bau einer weiteren Fab gesichert.
* Fertigung anderer AMD-Produkte:
** Fab 17 Sunnyvale: 180 nm-Fertigung auf 200 mm (8 Zoll)-Wafern. Nutzung nur in geringem Umfang für (zum Beispiel) Prototypfertigung
** Prüfung, Endkontrolle, Bonding und QM-Einrichtungen in Bangkok, Penang, Singapur und Frimley, Großbritannien
Gegenwärtige Produkte/Sparten
Mikroprozessoren
Zur Zeit im Handel erhältliche Mikroprozessoren von AMD basieren auf der AMD K8- und der AMD K9-Architektur. Im Desktop-Segment bietet man den AMD Sempron als preisgünstiges Produkt an. Mit dem AMD Athlon 64 und dem AMD Athlon 64 X2 richtet sich AMD an normale Anwender, während hingegen der AMD Quad FX an Enthusiasten richtet. Für Server und Workstations wird der AMD Opteron angeboten.
AMDs mobile Prozessoren sind stromsparende Abkömmlinge der Desktop-CPUs und werden als AMD Turion 64 und AMD Turion 64 X2 verkauft.
Vereinzelt werden auch noch Geode-Prozessoren über Vertriebspartner umgesetzt. Es ist jedoch nicht zu erwarten, das weitere Produkte mit dem Namen ?Geode? vermarktet werden.
Chipsätze
AMD bietet für verschiedene Systeme Chipsätze an. Siehe: AMD-Chipsätze''.
Grafiklösungen
Besonders ausgeprägt in AMDs Grafikangeboten ist der PC-Markt. Grafikprozessoren für Standarcomputer und Computerspiele werden als ATI Radeon, die für den professionellen Markt als ATI FireGL und ATI FireMV verkauft.
Die Grafikserie für mobile Geräte heißt AMD Imageon und ist besonders für Mobile Geräte wie Handys oder Handhelds geeignet.
AMDs Digital Television Business Unit ist ein führender Anbieter von Hard- und Softwarelösungen für Integrated Digital Television (IDTV) (Xilleon, Theater und NXT).
Netzwerkchips
Seit 1984 stellt AMD Ethernet-ICs für eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte her. Aktuell verfügbare Netzwerkchips basieren auf der AMD-PCnet-Serie.
Siehe auch
Liste der AMD-Mikroprozessoren
AMD Virtualization (Pacifica)
AMD LIVE!
AMD64
Quellen
* Tim Jackson, Inside Intel, 1997 ? Ein Retter aus Pennsylvania S. 55ff
Weblinks
• Offizielle AMD-Website
• AMD-Prozessoren von März 1994 bis März 2006
• AMD Prozessoren: Bilder und Beschreibungen auf cpu-collection.de
• Bit Slice Design, ein Lehrbuch zur Am29xx Serie, engl.

