Ali ibn Yusuf ibn Taschfin
Ali ibn Yusuf ibn Taschfin (? 1143) war Herrscher der 1115), doch kam es bald zu Rückschlägen. So gingen Tudela (1114) und Saragossa (1118) an Navarra bzw. Aragon verloren. Auch erlitten die Almoraviden bei Lucena 1125 eine Niederlage gegen Aragon. Dessen Expansion konnte mit dem Sieg von Fraga (Juli 1134) zunächst aber gestoppt werden. In der Folgezeit wurde ein Teil der Mozaraber nach Marokko umgesiedelt, um den Christen bei ihren Feldzügen in Andalusien potentielle Sympathisanten zu entziehen.Unter Ali ibn Yusuf begann die zunehmende Erstarrung der almoravidischen Bewegung. Deren Rechtsgelehrte beharrten auf die absolute Deutungshoheit in religiösen Fragen und begannen mit der Verfolgung anderer Ansichten. Der dadurch ausgelöste Niedergang des geistigen Zusammenhalts der Almoraviden, war insofern bedenklich, als das Reich mit seinen mächtigen Provinzfürsten nur locker organisiert war und die islamischen Rechtsgelehrten eine wichtige Stütze für den Herrscher darstellten. Gegen diese geistige Erstarrung wandte sich Ibn Tumart, der die Bewegung der Almohaden begründete.
Auch wenn Ali ibn Yusuf kein großer militärischer Führer war, konnte er den Bestand des Reichs behaupten und auch die seit 1120 aufkommende Almohaden-Bewegung unter Kontrolle halten. Erst nach dessen Tod begann unter Taschfin ibn Ali (1143 bis 1145), Ibrahim (1145) und Ishaq ibn Taschfin (1145 bis 1147) der schnelle Zusammenbruch des Reiches.
Neben dem Neubau eines Palastes und einer Moschee in Marrakesch wurde unter Ali die Große Moschee von Tlemcen erheblich umgebaut. Auch die Qarawiyin-Moschee in Fes wurde erweitert. Dabei machten sich zunehmend andalusische Einflüsse in der Architektur bemerkbar.
Literatur
*Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt. C.H. Beck München, 2001 ISBN 3406381138
* Stephan und Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Artemis Verlag Düsseldorf, 1972 ISBN 3760801382
* Evariste Lévi-Provençal: Reflexions sur l'empire almoravide au début du XIIe siècle. In: Islam d'Occident études d'histoire médiévale. I.239-256. Paris 1948.

