Ali Mohammed Ghedi
Ali Mohammed Ghedi (1952) ist seit Januar 2005 Somalias neuer Premierminister. Ali Mohamed Ghedi wird nicht als Karrierepolitiker gesehen, sondern als Intellektueller. Man hofft, dass es ihm gelingen wird, die verschiedenen Kriegsherren des Landes zu einen. Ghedi hat politischen Einfluss in Mogadischu, den er bei der Neubesetzung des Regierung und des Kabinetts in Mogadischu - Somalias Hauptstadt - benötigen wird.Politischer Standpunkt
Mogadishu wird derzeit von schwer bewaffneten Gruppierungen kontrolliert, die nicht auf Ghedis Seite stehen. Ali Mohammed Ghedi ist in politischen Kreisen bisher noch unbekannt. Er bekam seinen Sitz im Parlament, als einer der Kriegsherren seinen Posten zu Ghedis Gunsten verließ. Vereidigt wurde Ghedi im Exil des Somalischen Parlaments in Kenia. Als seine größte politische Stärke wird die Mitgliedschaft im Hawiye-Clan von Mogadischu, dem zweitgrößten Clan des Landes, gesehen. Der neu gewählte President Abdullahi Yusuf Ahmed gehört einem anderen großen Clan an, den Darod, und ist in Mogadischu eher unpopulär.
Ghedis Wahl zum Premierminister ist ein Versuch, ein Gleichgewicht im Lande herzustellen und nach 13 Jahren des Bürgerkriegs aufgrund von Konflikten zwischen den Clans eine große Akzeptanz der Regierung in der Bevölkerung zu erreichen.
Laufbahn
Nachdem er in seiner Geburtsstadt Mogadischu die Schule abgeschlossen hatte, ging er an die Universitäten von Somalia und später Italien, um Veterinärmedizin zu studieren. Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges war er Dozent und Forscher an der Somali National University. Nach der Schließung der Universität widmete er sich den Tieren, deren Bestand durch den Konflikt gefährdet war. Als Berater arbeitete er für verschiedene regionale Züchter.
Von Nairobi aus leitete er ein international gefördertes Programm zum Erhalt der Artenvielfalt von Somalia.
Für den Frieden
Seit Ausbruch des Konfliktes gilt Ghedi als ein Politiker, der für die Aussöhnung unter den Konfliktparteien steht. Als Gründungsmitglied und Präsident des Somalia NGO Consortiums, einer Dachgruppe der Nicht-Regierungs-Organisationen in Somalia, besuchte er viele Treffen zur Aussöhnung in Somalia sowie im Ausland. Er gilt als Vereiniger, der während des Krieges niemals in Verbindung mit einer der kriegsführenden Parteien gestanden haben soll. In den 1970ern hat er jedoch seinen Militärdienst absolviert.
Er ist Premierminister eines Kabinetts, das weder Behörden noch Häuser zur Zusammenkunft hat. Als eines der ärmsten Länder der Erde ist die Infrastruktur Somalias sehr begrenzt.

