Algen (Lebensmittel)
Algen, besonders Seetang, werden vor allem in Ostasien als Lebensmittel genutzt. Je nach Art sind sie nahezu geschmacklos oder haben einen würzig-salzigen Geschmack. Zu den heute durch die japanische Küche auch in Europa bekannten Sorten gehören Kombu, Wakame und besonders das für Sushi verwendete Nori.Algen haben allgemein einen hohen Gehalt an Kohlenhydraten und Proteinen, die sich aber nur teilweise verdauen lassen. Dadurch und durch ihren geringen Fettgehalt haben Algen nur einen geringen quantitativen Nährwert. Sie besitzen jedoch mit acht bis 40 Prozent einen außerordentlich hohen Anteil an Mineralstoffen und Spurenelementen. Aufgrund ihres teilweise sehr hohen Iodgehalts sollten Algen nur maßvoll verzehrt und bei Schilddrüsenüberfunktion gemieden werden. Durch die Zubereitung werden bis zu 90% des Jodgehalts abgebaut, so dass der Verzehr einzelner Algen unbedenklich wird.
In der asiatischen Küche werden Algen häufig und vielseitig verwendet. Sie können gekocht, gebraten, gedämpft oder in Essig eingelegt werden, dienen als Gewürz oder Tee. Sie werden zu Salaten verarbeitet oder zu Suppen gegeben, dienen als Gemüsebeilage oder getrocknet als Snack.
Der Verzehr von Algen hat ? zumindest in Asien ? eine lange Tradition. Aus China ist er seit etwa 2500 v. Chr. überliefert; von dort wurde er in Japan, Korea und auf den Pazifikinseln übernommen.
Heute werden aus Zuchten weltweit zwischen acht und neun Millionen Tonnen jährlich geerntet, von denen ein Teil zu Viehfutter, Dünger oder Kosmetika verarbeitet wird. In Japan kommen pro Jahr etwa 300 000 Tonnen als Lebensmittel in den Handel.
In der europäischen Küche spielen Algen bis heute meist eine untergeordnete Rolle. Lediglich in Wales hat der Genuss von Algen eine lange Tradition. Unter der Bezeichnung "Laver Bread" war das schwarze Brot aus dem Meer früher Nahrungsmittel der walisischen Bauern, heute ist es in vielfältiger Form in der walisischen Küche zu finden. Die Algen der Gattung Porphyra umbilicalis werden außerdem exportiert nach Frankreich, Holland und Luxemburg.
Aus Spanien kommen Algenprodukte für den Delikatessen-Markt. In den 90er Jahren entstand an der galizischen Küste im Rahmen des Projekts "Porto Muinos" eine ökologisch verträgliche Algenproduktion. Die Algen von Porto Muinos werden in Südeuropa bereits von renommierten Köchen wie Ferran Adrià verwendet. Im Jahr 2007 wurden die Gourmet-Algen auf der BioFach Messe in Nürnberg vorgestellt.
Als Rohstoff für Lebensmittelzusätze wie Agar, Alginat und Carrageen werden sie jedoch in der Lebensmittelindustrie zunehmend genutzt.
Siehe auch
Algenwein
Weblinks
• Seminararbeit: Algen als Nahrungsmittel (PDF)
• Algenprojekt Porto Muinos
• Porto Muinos Algen Bezugsquelle
Literatur
* Éric Coisel: Genuss aus dem Meer: Algen ? einfach köstlich & gesund
Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2004, 224 Seiten

