Algebraisches Element
Die Begriffe algebraisches und transzendentes Element treten in der abstrakten_Algebra auf und verallgemeinern das Konzept von algebraischen und transzendenten_Zahlen.Ist L/K eine Körpererweiterung, dann heißt ein Element a von L algebraisch über K, wenn es ein vom Nullpolynom verschiedenes Polynom mit Koeffizienten in K gibt, das a als Nullstelle hat. Ein Element, für das kein solches Polynom existiert, heißt transzendent über K.
Für die Erweiterung stimmen diese Begriffe mit denen der algebraischen bzw. transzendenten Zahl überein.
Beispiele
* Die Quadratwurzel von 2 ist algebraisch über , denn sie ist eine Nullstelle des Polynoms , dessen Koeffizienten rational sind.
* Die Kreiszahl ? und die Eulersche Zahl sind transzendent über , aber algebraisch über , denn sie sind als reelle Zahlen definiert. Allgemeiner gilt:
* Jedes Element a des Körpers K ist algebraisch über K, denn es ist Nullstelle des linearen Polynoms .
* Jede komplexe Zahl, die sich durch rationale Zahlen, die Grundrechenarten +,-,*,/ und Wurzelziehen (mit natürlichen Wurzelexponenten) bilden lässt, ist algebraisch über .
* Aus der Galoistheorie folgt aber andererseits, dass es über algebraische Zahlen gibt, die sich nicht auf diese Weise darstellen lassen; vergleiche hierzu den Satz von Abel-Ruffini.
* Über dem Körper der p-adischen_Zahlen ist e (als Grenzwert der Reihe der reziproken Fakultäten) algebraisch, denn für p>2 ist ep und für p=2 ist e4 in enthalten.
* Bildet man zu einem beliebigen Körper K den Körper der Formalen_Laurentreihen K((X)), so ist die formale Variable X ein transzendentes Element dieser Erweiterung.
Eigenschaften
Die folgenden Bedingungen sind äquivalent für ein Element a aus L (einem Oberkörper von K):
* a ist algebraisch über K
* die Körpererweiterung K(a)/K hat endlichen Grad, d.h. K(a) ist als K-Vektorraum endlichdimensional.
* K[a] = K(a).
Dabei ist K[a] die Ringadjunktion von a an K, die aus allen Elemente von L besteht, die sich als g(a) mit einem Polynom g über K schreiben lassen; K(a) ist dessen Quotientenkörper in L und besteht aus allen Elementen von L, die sich als g(a)/h(a) mit Polynomen g und h über K (h(a) ungleich 0) schreiben lassen.
Diese Charakterisierung kann genutzt werden, um zu zeigen, dass Summe, Differenz, Produkt und Quotient von über K algebraischen Elementen wieder algebraisch über K sind. Die Menge aller über K algebraischen Elemente von L bildet einen Zwischenkörper der Erweiterung L/K, den so genannten algebraischen_Abschluss in L.
Minimalpolynom
Ist a algebraisch über K, dann gibt es viele Polynome mit . Es gibt aber genau ein normiertes Polynom von kleinstem Grad mit Nullstelle a, dieses heißt das Minimalpolynom von a über K. Aus ihm kann man viele Eigenschaften von a ablesen. Zum Beispiel ist der Grad dieses Polynoms gleich dem Erweiterungsgrad von .

