Alfred Wiener
Dr. Alfred Wiener (16. März 1885 in Potsdam; ? 4. Februar 1964 in London) war ein deutscher Jude, der einen Großteil seines Lebens der Dokumentation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland und Europa sowie der Aufklärung der Verbrechen des Naziregimes gewidmet hat. Außerdem ist er Gründer der Wiener Library und war lange Zeit als deren Direktor tätig.Wiener studierte Arabistik und verbrachte die Jahre 1909?1911 im Nahen Osten. Während des Ersten_Weltkriegs war er Soldat und bekam das Eiserne_Kreuz 2. Klasse verliehen. Ab 1919 war er hochrangiger Vertreter des Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) und identifizierte die NSDAP schon 1925 als Hauptbedrohung der Juden in Deutschland.
1928 war er federführend an der Errichtung des "Büro Wilhelmstraße" des CV beteiligt, welches die Aktivitäten der Nazis dokumentierte und bis 1933 Anti-Nazi-Material veröffentlichte.
Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 flohen Wiener und seine Familie nach Amsterdam, wo er gemeinsam mit Dr. David Cohen das Jewish_Central_Information_Office (JCIO) gründete.
1939 flüchtete Wiener mit seiner Sammlung nach London.
Den Großteil der Kriegsjahre verbrachte Wiener in den USA, wo er Material für das JCIO sammelte, aber auch für die britische und amerikanische Regierung arbeitete. Er kehrte 1945 nach London zurück, wo er das JCIO in eine Bibliothek und ein Forschungszentrum umwandelte.
Wieners erste Ehefrau, Margarethe, starb 1945, kurz nach der Befreiung von Bergen-Belsen, auf dem Weg in die Schweiz. 1953 heiratete er seine zweite Ehefrau, Lotte Philips.
Mitte der 50er Jahre reduzierte Wiener seine Arbeit an der Wiener Library und reiste regelmäßig nach Deutschland, um Vorträge für Jugendliche zu halten und Kontakte zu Kirchenorganisationen herzustellen.
1955 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens_der_Bundesrepublik_Deutschland verliehen.
Literatur
Ben Barkow: Alfred Wiener and the making of the Holocaust Library. London: Vallentine Mitchell 1997. ISBN 0-85-303328-5
Weblinks
*

