Alfred Roth (Politiker)
Alfred Roth (Politiker) (1879; ? 1948) war ein radikaler antisemitischer Agitator, Bundeswart des Reichshammerbund und Hauptgeschäftsführer des Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund.Leben
Im 1912 gegründeten Reichshammerbund war Roth aktives Mitglied, bis er 1920 in den weit bekannteren Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund überging. Diesen leitete er von 1918 bis 1933 als Hauptgeschäftsführer, trotz des mit allen diktatorischen Vollmachten ausgestatteten Vorsitzenden Konstantin Freiherr von Gebsattel (1854?1932). [http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/antisemitismus/trutzbund/ Deutsches Historisches Museum: Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund]
Unter der Federführung von Roth, führender Mitarbeiter des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbands und überzeugter Antisemit, verfolgte der Reichshammerbund primär rassistische Ziele und propagierte die Erneuerung des deutschen Volkstums.
1921 diffamierte er in einer Hetzschrift das ?System Ballin-Rathenau? als Ursache für die Niederlage Deutschlands und unterstützte damit die antisemitische und verschwörungstheoretische Komponente innerhalb der Dolchstoßlegende: ?Während der deutsche Soldat an der Front mit der Waffe in der Hand sein Vaterland verteidigte", so der Tenor der antisemitischen Propaganda, hätte sich "der Jude in der Heimat skrupellos an der Not des deutschen Volks bereichert?.
Im Mai 1923 wurde Alfred Roth wegen öffentlicher Beleidigung von Walther Rathenau zu einer Geldstrafe von 500.000 Reichsmark oder 100 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Staatsgerichtshof in Leipzig erteilte Roths Rassenantisemitismus und dessen rassenantisemitisch motivierten Anwürfen gegen Rathenau zwar eine klare Absage, dennoch hielt es sich bei der allgemeinen Bewertung des Rassismus äußerst bedeckt. Alfred Roth: Meine Verteidigungsrede vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig zu dem Antrage des Oberreichsanwalts gegen mich auf acht Monate Gefängnis zu erkennen. In: Der Staatsgerichtshof und der völkische Gedanke. Hamburg 1923, S. 13 (Gedruckt als Auszug aus der ausführlichen Verhandlungsschrift)
Literatur
* Walter Jung: Ideologische Voraussetzungen, Inhalte und Ziele außenpolitischer Programmatik und Propaganda in der deutschvölkischen Bewegung der Anfangsjahre der Weimarer Republik ? Das Beispiel Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund. Göttingen 2000 ([http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2003/jung/jung.pdf PDF; 5,4 MB])

