Alfred Rethel
Alfred Rethel (15. Mai 1816 bei Aachen; ? 1. Dezember 1859 in Düsseldorf) war ein Historienmaler der Spätromantik.__TOC__
Er besuchte von 1829 bis 1836 die Düsseldorfer Kunstakademie unter Wilhelm von Schadow. Er malte dort überwiegend im Stil der Nazarener, doch sein eigentliches Interesse galt der Monumentalmalerei. Er übersiedelte 1836 nach Frankfurt am Main an das Städelsche_Kunstinstitut und bekam dort seine ersten Freskoaufträge.
1839 gewann er den Wettbewerb um die Ausmalung des Krönungssaales im Aachener Rathaus mit Themen aus dem Leben Karls_des_Großen, doch diese jahrelange Arbeit, die sein Lebenswerk darstellt, führte ihn immer mehr in geistige Umnachtung. Von diesen acht Karlsfresken sind im 2._Weltkrieg drei zerstört worden.
Große Aufmerksamkeit erreichte Rethel mit seinen Holzschnittfolgen unter dem Titel Auch ein Todtentanz / aus dem Jahre 1848 (Titel der Erstausgabe). Die Folge ist inspiriert von dem Dresdner Maiaufstand. Mit der aus sechs Holzschnitten bestehenden Folge knüpft Rethel an die Totentanz-Holzschnitte Holbeins an. Dargestellt wird wie der Tod zunächst von fünf weiblichen Gestalten Schwert, Waage und andere Utensilien übergeben bekommt, im Folgenden in eine Stadt reitet und dort auf dem Marktplatz die Bürger für die Revolution zu begeistern versucht (im Hintergrund ist ein Plakat mit der Aufschrift Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu sehen). In den folgenden Bilder übergibt er den Bürgern ein Schwert mit der Aufschrift Volks Justiz und eine Kampfszene wird dargestellt. Im letzten Bild reitet der Tod mit einem Lorbeerkranz (Zeichen des Siegers) auf dem Haupt über die Gefallenen. Die Moral ist, dass das Volk nun frei und gleich ist (vgl. Todtentanz). Die Bilder werden von Texten von Robert Reinick begleitet.
Die Darstellung in Auch ein Totentanz erreichte eine hohe Resonanz bei Zeitungen und wurde insbesondere von reaktionären Kreisen begeistert aufgenommen. Die politische Aussage trat dabei stark in den Vordergrund. Auf Drängen mehrerer Seiten wurde ein billigerer Nachdruck mit einer Auflagenstärke von 10.000 Exemplaren nachgereicht - eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich hohe Zahl.
Politische Einstellung
Alfred Rethels politische Gesinnung war, anders als diese Darstellung zunächst vermuten lässt, nicht der reaktionären Partei zugeneigt. Nach der Niederschlagung des Dresdener_Aufstandes schrieb er seiner Mutter: Vor ein paar Stunden hat sich die entsetzliche Katastrophe in hiesiger Stadt zu Gunsten des Militärs entschieden ? ein herrliches Werk zu Ehren Deutschlands ist unter der kaltblütig berechnenden Militärgewalt unter den Stiefel gesunken! Ich sah die Entstehung der Republik, Communismus mit allen seinen Konsequenzen. ? Allein es war wahrhaftige allgemeine Volksbegeisterung im edelsten Sinne zur Herstellung eines großen edlen Deutschlands, eine Mission, die ihnen Gott in die Brust gelegt und nicht durch das radikale Geschwätz schlechter Zeitungen und Volksreden hervorgerufen worden.Alred Rethel: Briefe. In Auswahl herausgegeben von Josef Ponten (Berlin, 1912) S. 119
Wolfgang Müller von Königswinter konstatierte in einer zwei Jahre nach Rethels Tod veröffentlichten Monographie, dass dieser ein entschiedener Feind überstürzter Bewegung war und stattdessen eine Position des gemäßigten Fortschrittes vertrat. Das Ideal der Einheit Deutschlands sah Rethel durch die radikalen Parteien in weite Ferne gerückt. Er selbst war der constituionellen Partei zugeneigt.
Alfred Rethel starb am 1. Dezember 1859 in Düsseldorf. Sein Grab befindet sich auf dem alten Golzheimer Friedhof.
Werke (Auswahl)
Image:Alfred Rethel 001.jpg /'>Die Harkortsche Fabrik auf Burg Wetter
Image:Alfred Rethel 002.jpg|1816
/'>GEBURTSORT=bei 1859
|STERBEORT=Düsseldorf
}}

