Alfred de Zayas
Alfred-Maurice de Zayas (1947) ist US-amerikanischer Völkerrechtler und Historiker.Seine Tätigkeiten umfassten unter anderem Gastprofessuren in Vancouver (University of British Columbia), Chicago (DePaul University), Genf (Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales, Geneva School of Diplomacy), Leysin (Schiller International University, American College of Switzerland), Madrid (Universidad de Alcala de Henares), Tunis (Académie internationale de Droit Constitutionnel) und Trier sowie die Mitarbeit am Institut für Menschenrechte der DePaul-Universität in Chicago, am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, an der Santa Clara Law School (Kalifornien), am Institut für Völkerrecht der Universität Göttingen, am Institut des Droits de l'Homme Strassburg, bei der Amerikanischen Gesellschaft für Internationales Recht, der Internationalen Gesellschaft für Strafrecht, der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht, beim Kuratorium der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, beim Beirat des Zentrums_gegen_Vertreibungen in Berlin, bei der Internationalen Rainer-Maria-Rilke-Gesellschaft in Sierre, und im Internationalen PEN Club.
Werdegang
De Zayas ist in Chicago aufgewachsen. Nach dem Studium der Geschichte und Rechtswissenschaft in Harvard promovierte Alfred-Maurice de Zayas 1970 an der Harvard Law School. Von 1970 bis 1973 arbeitete er als Anwalt in der New Yorker Anwaltskanzlei des späteren US-Außenministers Cyrus Vance, Simpson, Thacher und Bartlett. 1974 ging er als Fulbright Stipendiat nach Tübingen. Dort wurde er Mitglied im Corps Rhenania Tübingen. Er arbeitete bis 1979 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Völkerrecht der Georg-August-Universität Göttingen, wo er u.a. eine Arbeitsgruppe für Kriegsvölkerrecht leitete. Dort immatrikulierte er sich gleichzeitig in der Philosophischen Fakultät, studierte Mittelalterliche und Neuere Geschichte in Göttingen, und promovierte 1977 zum Dr. phil.
Ab 1980 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, im Stab der ?Encyclopedia of Public International Law?.
1981 begann er mit der Tätigkeit als Jurist am Zentrum für Menschenrechte der Vereinten_Nationen in Genf, später Büro des Hochkommissars für Menschenrechte. Dieses Amt behielt er bis 2003. Er diente u.a. als Sekretär des Menschenrechtsausschusses und Chef der Beschwerde-Abteilung im Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte und wirkte an der Jurisprudenz des Menschenrechtsausschusses, UN-Ausschusses gegen die Folter und des Ausschusses gegen Rassendiskriminierung.
Im Jahr 2003 nahm er den frühzeitigen Ruhestand von den Vereinten Nationen.
Seit 1989 ist er Mitglied im P.E.N-Club_International, seit 1991 Präsident des UN-Schriftstellervereins in Genf und Herausgeber der UN-Literaturzeitschrift "Ex Tempore". 2002 übernahm er das Amt des Generalsekretär des P.E.N.-Clubs der französisch sprechenden Schweiz. Seit 2006 ist er sein Präsident. Neben eigenen Gedichten und Kurzgeschichten entfaltete de Zayas eine breite Uebersetzungstaetigkeit, und veroeffentlichte die erste englishe Uebersetzung von Rainer Maria Rilke's "Larenopfer" (Red Hen Press, Los Angeles 2005, 90 Gedichte ueber Rilkes Heimatstadt Prag und Heimat Boehmen) mit historichem Kommentar, sowie Uebersetzungen anderer Gedichte von Rilke, Hesse und Eichendorff ins englische, franzoesische und spanische. Waehrend Rilke weitestgehend als metaphysischer und "Ding"-Dichter bekannt ist, eroeffnet de Zayas eine neue Moeglichkeit der Rilke-Betrachtung -- auch als "Heimatdichter", zumal Rilke auch reiche Heimatdichtung ueber Boehmen und mehr als 400 Gedichte in Franzoesisch ueber seine Wahlheimat Schweiz (Sierre, Wallis) veroeffentlichte (Quatrains Valaisains, Vergers, Fenetres, Roses).
Seit seinem fruhzeitigen Ruhestand von der UN in 2003 arbeitet er als Gastprofessor an den Universitäten British Columbia (Vancouver), Genf (Institut Univesitaire de Hautes Etudes Internationales), Universität Trier, Geneva School of Diplomacy), Leysin (Schiller International University/American College Switzerland), Universidad de Alcalá de Henares (Madrid), Académie Internationale du Droit Constitutionnel, und als Gutachter und Berater für Menschenrechtsfragen. Er veroeffentlichte wissenschaftliche Studien ueber die ethnische Saeuberungen im ehemaligen Jugoslawien, Guantanamo, CIA-Gefaengnisse, den Genozid an die Armenier, und die tuerkische Invasion Zyperns.
In seinen zahlreichen Veröffentlichungen zum Zweiten_Weltkrieg kritisiert er Handlungen der Alliierten und greift vor allem die sowjetische (siehe dazu: Verbrechen der Roten Armee (Zweiter Weltkrieg)) und die amerikanische Armee wegen vermuteter Kriegsverbrechen an. Seinen Arbeiten über die Wehrmacht-Untersuchungsstelle wird eine unkritische Verwendung von NS-Quellen vorgeworfenBundesarchiv (Hrsg.): Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938-1945). Achtbändige Dokumentenedition. Bd. 8, Analysen, Quellen, Register, Heidelberg 1996, ISBN 3-7785-2338-4, S.349.
De Zayas unterstützt gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten das Vorhaben des BdV, in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibungen zu gründen [http://www.z-g-v.de/aktuelles/?id=40 BdV] .
Auszeichnungen (Auswahl)
*1980 Ehrengabe zum Georg_Dehio-Preis_für_Geschichte (Künstlergilde, Deutschland)
*1997 Plakette zum Selbstbestimmungsrecht, Berlin
*1998 Humanitas-Preis des Ost-West Kulturwerks Deutschland
*2001 Dr. Walter Eckart Wissenschaftspreis für das Buch Heimatrecht ist Menschenrecht
*2002 Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen für Wissenschaft
*2003 Scholarly Achievement Award of the Armenian National Committee of America
*2004 Aufgenommen im conseil scientifique de l'Académie internationale du droit constitutionnel
*2004 Menschenrechtspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Veröffentlichungen (Auswahl)
*Die Nemesis von Potsdam. Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen, 2005, 14. erweiterte Ausgabe, Herbig, München. Englisch: Nemesis at Potsdam, Picton Press, Rockland, Maine.
*Die Deutschen Vertriebenen, 2006, 5. erweiterte Ausgabe, Leopold Stocker Verlag (Ares), Graz.
*Larenopfer, 2005, zweisprachige kommentierte Ausgabe, erste Weltübersetzung von Rainer Maria Rilkes Gedichtszyklus "Larenopfer", Red Hen Press, Los Angeles.
*"Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts", 7. erweiterte Ausgabe, 2001, Universitas Verlag, München.
*Heimatrecht ist Menschenrecht, 2001, Universitas Verlag, München
*Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert, als Co-Autor und Mit-Herausgeber, 2002, Mittler & Sohn, Hamburg
*International Human Rights Protection Mechanismus, als Co-Autor und Mit-Herausgeber mit Bertram Ramcharan und Gudmundur Alfredsson, 2001, Kluwer, Amsterdam
*Separate opinions in decisions of the Human Rights Committee under the Optional Protocol to the International Covenant on Civil and Political Rights, in: Renato Ribeiro Leão (ed.), Liber amicorum for Antonio Cançado Trindade, Brasilia, 2003
*Human Rights and Refugees, in: UN Treaty Based Mechanisms and Refugee Issues, UNHCR Seminar Series, IIIrd Volume, Chisinau 2002, pp. 106-124
*Das Zentrum für Menschenrechte der Vereinten Nationen/Amt des Hochkommissars für Menschenrechte, in: H. Volger (ed.), Lexikon der Vereinten Nationen, Oldenbourg Verlag, München, 2000, pp. 337-343
*Die Völkerrechtlichen Grundlagen des Zweiten Weltkrieges und des Partisanenkrieges, in: Stefan Karner (ed.) Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945, 1998, pp. 147-160
*Das Recht auf die Heimat, ethnische Säuberungen und das internationale_Kriegsverbrechertribunal_für_das_ehemalige_Jugoslawien, Archiv des Völkerrechts, Bd. 35/1, S. 29-72, 1997
*The United Nations High Commissioner for Human Rights, in: The European Convention... Prague, 1997, pp. 48-54
* A Terrible Revenge: The Ethnic Cleansing of the East European Germans, 1944-1950, St. Martin's Press, 1994, 179 Seiten, ISBN 0312121598. Neue überarbeitete Ausgabe, Palgrave/Macmillan, New York, April 2006.
* Eva Krutein, preface by Adela Amador, introduction by Alfred-Maurice de Zayas, Eva's War: A True Story of Survival, [http://www.amadorbooks.com/ Amador Publishers], 1990, trade paperback, 253 pages, ISBN 0938513087. Story of a German refugee from Danzig at the end of World War II.
* "Der Nürnberger Prozess" in Alexander Demandt (Hrsg.) "Macht und Recht" Beck'sche Reihe, München 1996.
* Die amerikanische Besetzung Gruantánamos'' Institut für Rechtspolitik an der Universsität Trier, Rechtspolitisches Forum Nr. 28, 2005, ISSN 1616-8828.
Weblinks
*
• Offizielle Website
* http://myweb.wvnet.edu/~jelkins/lp-2001/intro/contemp_pt2.html
* http://www.lewrockwell.com/orig4/zayas1.html
* http://www.law.ubc.ca/files/pdf/events/2003/november/GUANTANA.pdf
* http://myweb.wvnet.edu/~jelkins/lp-2001/zayas.html Zayas page] at the "Lawyers and Poetry"
website
* http://www.poetsagainstthewar.org/displaypoem.asp?AuthorID=4041#453084534
* http://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Society_of_Writers
www.democracyinaction.org

