Alfred Manessier
Alfred Manessier (5. November 1911 in Saint-Ouen an der Somme; ? 1. August 1993 in Orléans) war ein französischer Maler.In seiner Jugend schrieb er sich zunächst für die Architekturklasse der École des Beaux Arts in Paris ein und betrieb Studien im Louvre. 1935 wurde er an der Académie Ranson Schüler von Roger Bissière und freundete sich mit Jean Le Moal an. Er neigte sich rasch dem Kubismus zu, doch gehen später auch surrealistische Einflüsse in sein Werk ein.
Nach einem Aufenthalt im Trappistenkloster La Grande Trappe in Soligny schwang er in seinem Schaffen auf religiöse Themen um. Er bevorzugte leuchtende Farben mit Mosaikstruktur, die von expressiven linearen Formzeichen überlagert wurde; deshalb gelangte er auch zur Glasmalerei. So gestaltete er die Fenster der Gereons-Kirche in Köln, der Krypta der Essener_Stiftskirche, die Fenster der Allerheiligenkirche in Basel und der Kirche Unser_Lieben_Frauen in Bremen.
In den 1950er und 1960er Jahren gehörte Manessier zu den wichtigsten Vertretern der École de Paris. Die Struktur seiner Malerei wurde nun lockerer bei noch intensiverer Farbgebung, wozu auch Reiseeindrücke aus der Provence, aus Spanien und aus Holland beitrugen. Das Gemälde "Die Dornenkrone" (1950) im Musée National d'Art Moderne steht für diese Werkphase. Ein Spanienbesuch 1966 bewirkte eine weitere Harmonisierung und den Anfang einer beinahe lyrischen Gemäldereihe ("Ländliches Fest", 1974). Alfred Manessier war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel.
Alfred Manessier zählte in Frankreich zu den Meistern der Abstraktion. Im Jahre 1993 erlag er in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Literatur
Manessier - Lumières du Nord La Renaissance du Livre, ISBN_2-8046-0421-7
Quelle: Kunstarchiv Werner Kittel im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin

