Alfred Lecki
Alfred Lecki (1. Oktober 1938 in Berlin; ? 17. September 2000 in Berlin) war ein deutscher Verbrecher und wurde als der Ausbrecherkönig in den 1970er und 80er Jahren bekannt.Leben
Bereits zu Weihnachten 1969 beging Lecki seinen dritten Ausbruch: Mittels eines selbstgefertigten Nachschlüssels gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Als er ein halbes Jahr später am 14. Juli 1969 in Bottrop von einer Polizeistreife kontrolliert werden sollte, schoss er sich den Weg frei: Ein Polizist starb, der zweite wurde schwer verletzt. Der Polizistenmörder wurde gefasst, verurteilt, und floh abermals aus der Haft. Nun beauftragte der damalige Innenminister Hans Dietrich Genscher das Bundeskriminalamt mit der Fahndung nach dem flüchtigen Verbrecher - ein Novum in der Rechtsgeschichte.
Während die Fahndung mit Hochdruck lief, beging Lecki auf seiner Flucht zahlreiche weitere Straftaten, ehe er 1970 unter der Mitwirkung des Privatagenten Werner Mauss gefasst werden konnte. Aus der nun folgenden Haft gelang ihm zwei weitere Male, 1984 und 1986, auf Aufsehen erregende Art die Flucht. Als Folge davon wurde der Rücktritt von NRW-Justizminister Rolf Krumsiek gefordert, Leiter von Justizvollzugsanstalten strafversetzt und Disziplinarverfahren gegen Justizvollzugsbeamte geführt. Insbesondere der ?Offene_Vollzug? sowie die Rolle der ehrenamtlichen Betreuer (Zivilpersonen, die in ihrer Freizeit Gefangene besuchen und diese betreuen) geriet in die Diskussion, denn angeblich konnten so Gefangene ihren kriminellen Geschäften auch während ihrer Haft nachgehen. Einigen ehrenamtlichen Betreuern wurde der Prozess gemacht, weil sie Lecki auch während seiner Flucht geholfen hatten, jedoch wurden sie freigesprochen.
Lecki starb am 17. September 2000 in Freiheit an Herzversagen.
Weblinks
[http://www.daserste.de/kriminalfaelle/sendung_dyn~uid,9ks90402aigae3y2hwosw32w~cm.asp TV-Bericht des WDR über Lecki]

