Alexandru II Ghica
Alexandru II Ghica (1. Mai 1795; ? Januar 1862) war ein rumänischer Politiker.Alexander X. war zuerst Statthalter der Kleinen Walachei, wurde 1828 Großspathar oder Oberbefehlshaber der Miliz, als die Russen in das Land rückten, um daselbst bis 1834 zu bleiben.
Auf Empfehlung des russischen Generals und Grafen Pavel Kiseleff wurde er im März 1834 von der Pforte zum Hospodar der Walachei ernannt.
Er begann seine Verwaltung mit liberalen Maßregeln und bestrebte sich, in den Donaufürstentümern ein selbständiges Volksleben zu wecken, das von dem türkischen Einfluss wie von der russischen Vormundschaft sich emanzipieren sollte; so gründete er Volksschulen und erleichterte die bäuerlichen Lasten sowie die Leibeigenschaft der Zigeuner.
Gleichwohl vermochte er die äußerste Linke nicht zufrieden zustellen und sah sich endlich 1837 genötigt, gegen dieselbe in Sankt Petersburg um Hilfe nachzusuchen; man sagte sie ihm zwar zu, zog aber zugleich der Unabhängigkeit der Walachei in Staats- und Verwaltungssachen engere Grenzen.
Die Unterdrückung einer revolutionären Bewegung der Liberalen (1840) sowie einer Verschwörung der von den Russen begünstigten Altbojaren führte Ghicas Sturz herbei. Russland, dem Ghicas Energie gefährlich erschien, bewirkte, dass ihn Sultan Abdülmecid I. im Oktober 1842 absetzte und den russischen Kandidaten Gheorghe Bibescu an seine Stelle setzte.
Er lebte hierauf mehrere Jahre in Oberitalien, bis 1853 in Wien, regierte nach dem Krimkrieg nochmals 1856-1859 als Kaimakam (Fürstenstatthalter) die Walachei und verstarb im Januar 1862 kinderlos in Italien.

