Alexandrine von Hutten-Csapska
Gräfin Alexandrine von Hutten-Csapska war 1884 kurzfristig die zweite Gattin des Großherzogs Ludwig_IV. von Hessen-Darmstadt.Der verwitwete Großherzog Ludwig IV. ließ sich am Abend des 30. April 1884 heimlich mit der polnischen Gräfin Alexandrine von Hutten-Csapska trauen. Als Standesbeamter fungierte sein amtierender Staatsminister. Alexandrine hatte sich wegen ihrer Affäre mit dem Großherzog von ihrem Mann, dem russischen Geschäftsträger in Darmstadt, von Kolemin, scheiden lassen. Ihre Heirat mit Ludwig IV. war unstandesgemäß, da sie dem Großherzog nicht ebenbürtig war.
Durch seine erste Ehe mit Prinzessin Alice war Königin Victoria von Großbritannien die Schwiegermutter des Großherzogs. Die Königin war ob der Hochzeit ?not amused? und verurteilte die Liaison. Dies teilte sie dem Großherzog über seine beiden Schwäger, den britischen Kronprinzen Albert_Edward und Prinz Friedrich_Wilhelm von Preußen mit. Diese weilten in Darmstadt, weil am selben Tag die Tochter Ludwigs IV., Victoria, mit Prinz Ludwig Alexander von Battenberg (späterer Marquess of Milford Haven und britischer Großadmiral) vermählt worden war.
Die Ehe wurde daraufhin annulliert, die Gräfin abgefunden ? auch mit dem Titel einer Gräfin von Romrod. Gräfin Alexandrine sorgte mit Hilfe der Presse dafür, dass Europa an ihrem Schicksal ausgiebig Anteil nehmen konnte. 50 Jahre später verfasste Ludwig_Berger ein Lustspiel über die Affäre: ?Das kleinere Übel?.
Literatur
* Eckhart G. Franz: Das Haus Hessen. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2005, S. 160., ISBN 978-3-17-018919-5.

