Alexander von Minutoli
Alexander von Minutoli (26. Dezember 1806 in Berlin; ? 17. Dezember 1887 auf Schloss Friedersdorf bei Lauban, heute Polen)Studium: Jura und Nationalökonomie; Veröffentlichung seiner Prüfungsarbeit: "Denkmäler mittelalterlicher Kunst in den Brandenburgischen Marken". 1839: Gewerbedezernent in Liegnitz; 1843 Erwerbung der Apsis-Mosaiken von 545 n. Chr. aus der zweckentfremdeten Kirche Santa Michele in Ravenna für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. (heute eine der Hauptattraktionen in der Frühchristlich-byzantinischen Sammlung in Berlin). 1845 erste "Ausstellung einer Vorbildersammlung für Handwerker und Gewerbetreibende" in Liegnitz, d.h. damit wurde das erste Kunstgewerbemuseum in Deutschland eröffnet. Nach dem Kauf des Schlosses Friedersdorf lebte er dort als Sammler von Ölgemälden alter Meister, Skulpturen, Möbeln, Glas, Keramik. 7.200 Objekte aus seiner Sammlung bildeten den Kern des späteren Berliner Kunstgewerbemuseums (Inventarnummern: M..). Einige Gemälde befinden sich heute in der Berliner Gemäldegalerie.
Sein Vater war der Prinzenerzieher, Altertumsforscher und Ägyptenreisende Generalleutnant Johann Heinrich von Menu von Minutoli (1772-1846), der ältere Bruder der Berliner Polizeipräsident, Generalkonsul für Spanien und Portugal, Ministerresident in Persien Julius von Minutoli (1804-1860).
Literatur:
Bernd Vogelsang: "Beamteneinkauf - Die Sammlungen des Freiherrn Alexander von Minutoli in Liegnitz," Dortmund 1986.
Glück und Verantwortung - Das Kunstgewerbemuseum und seine Sammler, Berlin 1996. Darin: Peter Keller: "Alexander von Minutoli (1806-1886) - Die Vorbildersammlung des Gewerbedezernenten," S. 16-19.
Quellen:
Dorothea Minkels: In der Keimzeit der Demokratie Berliner Polizeipräsident. Julius von Minutoli zum 200. Geburtstag. Ausstellungskatalog. Norderstedt/Berlin 2005

