Alexander Levin von Bennigsen
Alexander Levin Graf von Bennigsen (21. Juli 1809 in Zakret bei Wilna; ? 1893) war ein hannöverscher Staatsmann.Er kam 1818 mit seinem Vater, dem General Levin August von Bennigsen, nach Hannover, wo er das Lyceum besuchte, studierte seit 1826 in Göttingen Recht und trat 1830 in den hannöverschen Staatsdienst, aus dem er 1840 wegen Kränklichkeit wieder ausschied. 1841 wählte ihn die Provinziallandschaft der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen zum Schatzrat, womit er zugleich Mitglied der Ersten Kammer der hannöverschen Ständeversammlung sowie des Obersteuerkollegiums und der Generaldirektion der indirekten Steuern wurde.
Am 20. März 1848 beauftragte ihn König Ernst_August_I. mit der Bildung eines neuen Ministeriums, in dem er das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten und des königlichen Hauses sowie den Vorsitz erhielt. Eine Sendung nach Wien in Betreff der deutschen Angelegenheiten, mit welcher er im Februar 1850 betraut wurde, hatte nicht den gewünschten Erfolg. Am 28. Oktober 1850 erhielt er die von ihm und seinen Kollegen wiederholt nachgesuchte Entlassung. Auch nach derselben blieb er den Staatsgeschäften nicht fern und suchte als Mitglied und als Präsident der Ersten (später der Zweiten) Kammer zwischen den Reaktionsgelüsten des Ministeriums und den Forderungen der Liberalen zu vermitteln. Als er aber zum Teil in solchen Dingen, die, wie die Domanialausscheidung, die persönlichsten Interessen des Monarchen berührten, in entschiedene Opposition zur Regierung trat, fiel er beim König in völlige Ungnade und sah sich auch aus der Kammer auf Grund der Verordnung vom 14. Januar 1857, die auch für die pensionierten Staatsminister die Nachsuchung eines Urlaubs festsetzte, ausgeschlossen. 1864 sendete ihn die Hauptstadt als ihren Vertreter in die Zweite Kammer, welche ihm aufs neue den Vorsitz übertrug. Seit 1866 lebte er in völliger Zurückgezogenheit.

