Alexander de Villa-Dei
Alexander de Villa-Dei (* ca. 1170 in Villedieu, Normandie; ? unbekannt (das häufig genannte Datum 1250 ist Spekulation))Studium in Paris, später Lehrtätigkeit in Dol (Bretagne)
Alexander ist vor allen Dingen als Verfasser eines lateinischen Lehrgedichts, des Doctrinale, bekannt, das er um das Jahr 1200 fertiggestellt hatte. Das in leoninischen Hexametern abgefasste Werk vermittelt (aufbauend auf Donat und Priscian) Grundkenntnisse in lateinischer Grammatik:
# Regelmäßige Deklination (vv. 29-363)
# Unregelmäßige Deklination (vv. 364-457)
# Komparation der Adjektive (vv. 458-498)
# Die grammatischen Genera (vv. 499-693)
# Perfekt- und Supinstämme (vv. 694-949)
# Unvollständige und unregelmäßige Verben (vv. 950-1047)
# Bildung von Verben durch Affixe (vv. 1048-1073)
# Rektion der Kasus (vv. 1074-1368)
# Satzkonstruktion (vv. 1369-1549)
# Prosodie und Metrik (vv. 1550-2281)
# Wortakzent (vv. 2282-2360)
# Rhetorische Figuren (vv. 2361-2641)
Außer dem Doctrinale verfasste Alexander zahlreiche weitere Schriften, u.a. das Ecclesiale (eine Art christliches Gegenstück zu Ovids Fasti) und den Computus ecclesiasticus (der die Berechnung der kirchlichen Feste thematisiert).
Literatur
* Glei, R.F. 2005. Alexander de Villa-Dei (ca. 1170-1250), Doctrinale. In: W. Ax (Hrsg.), Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Portraits von Varro bis Erasmus von Rotterdam, Köln (u.a.), 291-312.
* Reichling, D. 1893. Das Doctrinale des Alexander de Villa-Dei. Kritisch-exegetische Ausgabe mit Einleitung, Verzeichniss der Handschriften und Drucke, nebst Registern. Berlin. (Nachdruck Leipzig 1938[?])

