Alexander Sergejewitsch Tanejew
Alexander Sergejewitsch Tanejew (* 6./17. Januar 1850 in Sankt Petersburg; ? 7. Februar 1918 ebenda) war ein russischer_Komponist.Leben
Tanejew stammte aus einer musikalischen Familie. Sein Vater, hauptberuflich Direktor der Kaiserlichen Kanzlei und Geheimrat, war ein leidenschaftlicher Amateurkomponist, seine Mutter spielte hervorragend Klavier. Auch der berühmte Komponist Sergei_Tanejew war weitläufig mit ihm verwandt, wobei die weit verbreitete Annahme, Alexander sei der Onkel von Sergei, allerdings falsch ist. Tanejew trat beruflich in die Fußstapfen seines Vaters: nach seinen Studien begann er eine Beamtenlaufbahn, die ihn letztendlich Nachfolger seines Vaters als Direktor der Kaiserlichen Kanzlei werden ließ. Allerdings beschäftigte er sich nebenbei intensiv mit Musik: er studierte in Dresden und St. Petersburg, wo Nikolai_Rimski-Korsakow zu seinen Lehrern gehörte. Sein Leben lang pflegte er Kontakte zu berühmten Musikern seiner Zeit, namentlich den Mitgliedern des Mächtigen_Häufleins. Tanejew wirkte auch als Volksliedsammler, was dazu führte, dass er im Jahre 1900 zum Vorsitzenden der Volksmusikabteilung der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft ernannt wurde. Als Komponist war er zu Lebzeiten immerhin so angesehen, dass der Großteil seiner Werke zur Aufführung gelangte. Heute ist Tanejew jedoch weitgehend vergessen.
Stil
Tanejew war ein typischer Vertreter der nationalrussischen Bewegung. Er beschäftigte sich intensiv mit der Folklore seines Landes und ließ diese massiv in seine Kompositionen einfließen. Dieses Interesse geht einher mit einer soliden Beherrschung des Kompositionshandwerkes, wodurch er sich vom ursprünglichen Konzept des Mächtigen Häufleins unterscheidet, allerdings durchaus repräsentativ für seine Komponistengeneration ist. Seine Werke zeichnen sich durch klare Formgebung, gekonnte Instrumentation und durchdachte thematische Arbeit aus. Sein Stil zeigt Parallelen zu Alexander_Borodin und Pjotr_Tschaikowski, weist indes wenig Eigentümlichkeiten auf, weshalb ihm Epigonentum zum Vorwurf gemacht worden ist.
Werke
* Orchesterwerke
** Sinfonie Nr.1
** Sinfonie Nr.2 b-moll op.21 (1902/03)
** Sinfonie Nr.3 E-Dur
** Suite Nr.1 A-Dur op.9
** Suite Nr.2 F-Dur op.14
** "Aljoscha Popowitsch", Sinfonische Ballade op.11
** "Festmarsch" op.12
** "Hamlet", Ouvertüre op.31
* Vokalmusik
** "Die Rache des Cupido", Oper in einem Akt (UA 1899)
** "Der Schneesturm", Oper (UA 1916)
** Chorwerke
** Lieder
** Volksliedbearbeitungen
* Kammermusik
** Streichquartett Nr.1 G-Dur op.25
** Streichquartett Nr.2 C-Dur op.28
** Streichquartett Nr.3 A-Dur op.30
** Klavierstücke

