Alexander Pereira
Alexander Pereira (11. Oktober 1947 in Wien) ist der Intendant des Opernhauses in Zürich. Sein Name geht auf portugiesische Vorfahren zurück, die sich 1720 in Wien niedergelassen hatten.Leben
Pereira kam als Sohn eines österreichischen Diplomaten in Wien zur Welt. Da er auf Wunsch der Eltern zunächst ?einen rechten Beruf erlernen? sollte, ließ er sich in Marketing und Verkauf ausbilden und ging als Touristikmanager nach London. Anschließend war er fast zwölf Jahre für Olivetti tätig: In Frankfurt verkaufte er Schreib- und Rechenmaschinen, in Berlin war er Geschäftsstellenleiter.
Nebenbei absolvierte er ein Gesangsstudium und kam dadurch mit der Welt von Musik und Gesang in Berührung. 1979 erhielt er von Hermann Josef Abs, dem Chef der Deutschen Bank, den Auftrag, zusammen mit Katharina von Bismarck die Frankfurter Bachkonzerte zu veranstalten, die von der Deutschen Bank gegründet worden waren. 1979 bis 1983 war er Vorstandsmitglied der Frankfurter Bachkonzerte.
1984 wurde er als Generalsekretär der Konzerthausgesellschaft nach Wien berufen. Mit Sinn für Kunst und Kommerz gleichermaßen gelang es ihm, die Konzertszene zu modernisieren und neues und junges Publikum zu gewinnen. Alle zwei Jahre veranstaltete er das Internationale Musikfest der Wiener Festwochen.
1989 war er als künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele im Gespräch, doch stattdessen kam er ans Opernhaus Zürich, wo er am 1. Juli 1991 Intendant wurde.
In kurzer Zeit gelang es ihm, zahlreiche international beachtete Inszenierungen auf die Bühne zu stellen, durch kluges Marketing und Akquirieren von Sponsoren Millionenschulden abzubauen und Gewinn zu erwirtschaften.
Als Intendant legte Pereira von Anfang an Wert auf die Entwicklung eines Ensembles. Grosses Gewicht mass er auch der Förderung junger Interpreten, offenen Veranstaltungsformen und der Einbeziehung des Publikums sowie der Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern bei. So sind internationale Opernstars regelmässig in Zürich zu Gast und ergänzen jeweils das Ensemble für mehrere Wochen.
Im Zentrum von Pereiras Spielplangestaltung steht die Pflege des Opernrepertoires von Mozart bis Verdi. Darüber hinaus schenkt er auch der modernen Musik Beachtung, wie die Liste der Uraufführungen von zeitgenössischen Werken zeigt.
Seit 1996 ist Pereira Geschäftsführer der künstlerischen Kommission der Zürcher Festspiele, die er maßgeblich initiiert hat und die im Sommer 1997 zum ersten Mal stattgefunden haben.
Im April 2005 lehnte Pereira ein Angebot der Mailänder_Scala ab. Diese Entscheidung basierte einerseits auf seiner engen Verbundenheit mit Zürich, anderseits auf dem Beschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich, von der angekündigten Kürzung des Subventionsbeitrags um zwei Millionen Franken abzusehen. Sein Vertrag am Opernhaus läuft bis Mitte 2011. Der Vertrag kann jedoch mit dreijähriger Kündigungsfrist von beiden Seiten gekündigt werden, frühestens auf Mitte 2009.
Sonstiges
Alexander Pereira gilt international als erstrangiger Kulturdirektor. Seine großen Erfahrungen im Verkaufswesen helfen ihm, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aktuelle Projekte sind die künstlerische Nachwuchsförderung und die Ausbildung künftiger Intendanten. Zu diesem Zweck initiierte Pereira ein Master-Programm für Kunstmanager, das von der Universität Zürich als Nachdiplomstudium angeboten wird (Executive Master of Arts Administration).
Das dreijährige Master-Programm vermittelt die notwendigen Kenntnisse für die Gesamtführung von Kulturbetrieben.
Alexander Pereira ist Besitzer von Rennpferden und leidenschaftlicher Hobbykoch. Zudem ist er im Beirat der Liechtensteiner Stiftung Ars Rhenia, die Kultur und Kunst fördert.
Weblinks
• Offizielle Homepage des Opernhaus Zürich

