Alexander Fol
Alexander Nikolaev Fol (3. Juli 1933 in Sofia, Bulgarien; ? 1. März 2006 ebenda) war ein bulgarischer Historiker und Thrakologe.Im Jahre 1957 begann Fol das Studium der Alten Geschichte an der Historischen Fakultät der "St._Kliment_Ohridski"-Universität Sofia, das er im Jahre 1966 mit der Promotion abschloss. Ab 1972 war er als Dozent und ab 1975 als Professor tätig. Von 1980 bis 1986 war er Minister für Kultur und Bildung der Volksrepublik Bulgarien. Im Jahre 1986 erfolgte die Habilitation. Seine Forschungsgebiete lagen in der Geschichte der klassischen Welt (Griechenland und Rom), der südosteuropäischen und kleinasiatischen Kulturgeschichte und der Indo-Germanistik. Vor allem aber leistete er herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Thrakologie, der interdisziplinären Erforschung der Kultur und Geschichte der Thraker.
Fol war Gründungsdirektor des Instituts für Thrakologie der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia, das er von 1972 bis 1992 leitete. Während dieser Zeit organisierte er die Internationalen Kongresse für Thrakologie in Sofia, Bukarest, Wien, Rotterdam, Moskau und Palma de Mallorca. Er war Generalsekretär des Internationalen Rates für Indo-Europäische und Thrakologische Studien. An der Universität Sofia war er zwischen 1979 und 1987 Leiter des Lehrstuhls für Alte Geschichte und Thrakologie der Historischen Fakultät und seit 1991 Professor für Kulturgeschichte Südosteuropas an der Philosophischen Fakultät.
Er war Gründer des Bulgarischen Forschungsinstituts in Wien sowie des Gymnasiums für antike Sprachen und Kultur in Sofia. Seit 1983 war er der bulgarische Leiter des archäologischen Forschungsprojektes in der Umgebung des ostbulgarischen Dorfes Drama, das von deutscher Seite unter der Leitung von Jan Lichardus vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität des Saarlandes durchgeführt wurde.
Alexander Fol war Mitglied der Accademia Medicea in Florenz, des Deutschen_Archäologischen_Institutes in Berlin, der Académie Maison International des Intellectuels in Paris sowie der Leibniz-Sozietät in Berlin. Er erhielt zahlreiche Gast-Professuren in England, den USA, Russland, Deutschland, Japan, Griechenland, Italien, Schweden und Frankreich. Seine Veröffentlichungen bestehen u. a. in 12 Monographien über die thrakische Politik- und Sozialgeschichte, außerdem war er Herausgeber mehrerer Schriften auf dem Gebiet der Thrakologie.
Alexander Fol starb an Magenkrebs.

