Alea iacta est
alea iacta est ist lateinisch und bedeutet, wörtlich übersetzt, ?Der Würfel ist geworfen?, doch lautet die übliche Übersetzung ?Der Würfel ist gefallen!? bzw. ?Die Würfel sind gefallen!?.
Quelle des Zitats
Das Zitat führt der Geschichtsschreiber Sueton an. Am 10. Januar 49 v. Chr. erschien Julius Caesar mit seiner Armee am Rubikon, dem Grenzfluss zwischen Gallien und der entmilitarisierten Zone Italiens, dem sich kein römischer Feldherr mit seinen Truppen nähern durfte. Zunächst sagte Caesar:
Während er noch unschlüssig dastand, kam ein Hirte heran, entriss einem Soldaten die Trompete, überschritt den Fluss und blies Alarm. Darauf sagte Caesar:
Der heute üblichen Bedeutung des Ausspruchs entsprechend soll Caesar damit die Unabänderlichkeit der aus der Überschreitung des Rubikon folgenden Ereignisse heraufbeschworen haben, im Sinne von ?Die Entscheidung ist gefallen?, ?Es gibt kein Zurück mehr?.
Andere Quellen
Plutarch
Asinius_Pollio deutet darauf hin, dass Plutarch sich bei seinem Bericht auf ihn als Augenzeugen stützt. Der Satz ?Hochgeworfen sei der Würfel? war anscheinend eine bei Spielern und Glücksrittern übliche Phrase.
Im Leben des Pompejus berichtet Plutarch, dass der Ausspruch auf Griechisch gefallen ist:
Appian
Appian erwähnt das Zitat invertiert und mit Artikel:
Auch hieraus geht hervor, dass es sich um eine oft verwendete Redensart handelte.
Menander
Gemäß Menander:
Historisch korrekt
Historisch gesehen ist die Episode rund um die Überschreitung des Rubikon folgendermaßen zu sehen: Den römischen Feldherren war es verboten, sich mit bewaffneten Truppen Rom zu nähern. Der Rubikon war die Grenze, an der diese entmilitarisierte Zone begann. In Rom brodelte es schon eine ganze Weile und Caesar überquerte schließlich trotz Verbots am 10. Januar 49 v. Chr. den Rubikon und schlug seinen Konkurrenten Gnaeus Pompeius Magnus und Teile des Senats in die Flucht, da diese zuvor Caesars Sturz vorbereitet hatten.
Der Ausspruch bezieht sich einerseits auf die nun begangene Gesetzesübertretung, die sich nicht ohne weiteres rückgängig machen ließ (der Würfel ist in der Luft und nicht mehr in der Hand/im Becher), andererseits auf die Gewagtheit des Unternehmens, denn der Erfolg war keineswegs garantiert (der Würfel kann auf jede Seite fallen ? gerade hier ist die Differenz zu ?alea iacta est? in heutiger Verwendung deutlich).
Näheres zum geschichtlichen Kontext im Artikel Julius_Caesar_(Bürgerkrieg)
Syntaktische Fehlinterpretationen
Häufige Falschschreibungen sind:
* ?Aleum iactum est? (unter der falschen Annahme, dass Alea der Plural von Aleum sei. Dabei ist die Endung ?-a? lediglich Indiz dafür, dass es sich um ein feminines Substantiv handelt.)
* ?Alea iacta sunt? (wie oben, aber im Plural)
Syntaktisch richtig wäre als Plural die Schreibweise ?Aleae iactae sunt?. Diese wird aber nicht verwendet, da schon mit alea mehrere Würfel gemeint sein können (alea lässt sich auch mit ?Würfelspiel? übersetzen). Aleae hingegen bezeichnet mehrere Würfelspiele. Tatsächlich ist alea also ein Wort, das sowohl den Singular als auch den Plural darstellen kann. In jedem Fall steht das dazugehörige Verb jedoch im Singular. Demzufolge ist die Übersetzung ?die Würfel sind gefallen? dennoch zulässig und nicht falsch.
Siehe auch
Würfelspiel
Liste lateinischer Phrasen
Portal und Themenliste_Rom
Weblinks
• Sueton, Divus Iulius, 31-32 - lateinisch/englisch• Plutarch, Caesar, 30-33 - englisch
• Plutarch, Pompejus, 60 - griechisch/lateinisch/französisch
• Athenäus von Naukratis, Gastmahl der Gelehrten XIII, 1-20 - französisch
• Athenäus von Naukratis, Gastmahl der Gelehrten XIII, 1-20 - griechisch
• Appian, Die Bürgerkriege II - englisch
• Appian, Die Bürgerkriege II, 32-37 - griechisch
• Das gleichnamige Freie Rollenspiel

