Aleppo-Kiefer
Die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) ist die verbreitetste Kiefer des Mittelmeerraumes. Der Baum wird von Touristen oft für eine Pinie (Pinus pinea) gehalten.
Beschreibung
Die Aleppo-Kiefer hat im Gegensatz zur Pinie einen aufgelockerteren, mehr der Wald-Kiefer (Pinus sylvestris, ?Rotföhre?) ähnlichen Wuchs. Sie erreicht als Baum eine Wuchshöhe von etwa 16 m. Ihre Nadeln sind gelblich- oder hellgrün, dünner und länger (6 bis 10 cm) als die der Rotföhre und stehen zu zweit in einer Scheide. Die Zapfen sind 5 bis 10 (12) cm lang, 4 cm breit (geschlossen, offen: bis 9 cm), verbleiben auch nach der Samenreife viele Jahre am Baum und enthalten nur kleine geflügelte Samen.
In der Jugend wächst die Aleppo-Kiefer buschig breit mit langen dünnen Jahrestrieben, die in zwei Phasen geschoben werden.
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Aleppo-Kiefer wird im östlichen Mittelmeerraum angenommen: Syrien (hier liegt auch die Stadt Aleppo, die der Kiefer den Namen gab) bis Libanon. Heute ist sie fast im gesamten Mittelmeerraum eingebürgert.
Die Aleppo-Kiefer ist nördlich der Alpen nicht zuverlässig winterhart (Anbauerfahrungen fehlen).
Nutzung
Der Baum wird als Forstbaum, aber auch oftmals als Zierbaum bzw. zu Begrünungs- und Hangbefestigungszwecken angebaut.
Das Holz der Aleppo-Kiefer wird forstwirtschaftlich produziert und dient der Papierherstellung, auch als Konstruktionsholz und Brennholz.
Das Harz der Aleppo-Kiefer wird zu Kolophonium und Terpentin verarbeitet. In Griechenland dient es auch zum Aromatisieren des Retsina-Weines.
Unterarten und Varietäten
* Pinus halepensis
Kalabrische Kiefer (Pinus brutia) (Syn.: Pinus halepensis subsp. brutia).
** Pinus brutia var. stankewiczii ist eine Varietät in der Ukraine.
** Pinus brutia var. eldarica ist eine Varietät in Aserbaidschan.
Die Kalabrische Kiefer (Pinus brutia) ist als eigene umstritten. Einige Botaniker sehen sie als der Aleppo-Kiefer an. Die Kalabrische Kiefer stammt trotz des Namens nicht aus Italien, sondern aus dem östlichen Mittelmeerraum.
Synonyme
Die Art wurde schon unter vielen anderen Namen beschrieben (Synonyme):
P. alepensis, P. halepensis var. genuensis, P. halepensis var. abasica, P. halepensis var. carica, P. halepensis var. ceciliae, P. halepensis var. minor, P. maritima, P. sylvestris var. maritima, P. penicillus, P. arabica, P. genuensis, P. hispanica, P. carica, P. abasica, P. loiseleuriana, P. pseudohalepensis, P. parolinii, P. × saportae, P. ceciliae.
Besonderheiten
Die Aleppo-Kiefer ist die einzige Wirtsbaumart der Kretischen Mistel (Viscum album subsp. creticum), einer erst im Jahr 2002 beschriebenen Unterart der Weißbeerigen_Mistel (Viscum album).N. Böhling u. a.: Notes on the Cretan mistletoe, Viscum album subsp. creticum subsp. nova (Loranthaceae/Viscaceae). In: Israel Journal of Plant Scicnce 50 (2002), S77?S84.
Zusätzliche Bilder
Image:Halep.jpg|Zapfen
Bild:Aleppokiefer_klein_März_2005.jpg|Etwa fünfjährige Aleppo-Kiefer. Anbauversuch im Thüringer Wald, 2. Standjahr. 2 x überwintert im Freien.
Weblinks
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• Botanische Informationen zur Art. (engl.)
• ITIS 506601 Referenz
• Verbreitungskarte
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