Alejandra Pizarnik
Alejandra Pizarnik (amtlich Flora Pizarnik; 29. April 1936 in Buenos Aires; ? 25. September 1972 ebenda) war eine bedeutende argentinische Dichterin des 20. Jahrhunderts.Leben
Alejandra Pizarnik kam 1936 in Buenos Aires als Kind jüdischer Eltern zur Welt, die zwei Jahre zuvor aus Osteuropa dorthin ausgewandert waren. An der Universität von Buenos Aires besuchte sie Kurse in Philosophie, Journalismus und Literaturwissenschaft und betrieb gleichzeitig Malerei-Studien bei Juan Batlle Planas. Früh tauchte sie in das literarische Leben der Stadt ein. Ihr erster Gedichtband erschien 1955.
Von 1960 bis 1964 lebte sie in Paris, wo sie unter anderem Octavio Paz, Julio Cortázar und Vertreter des französischen Surrealismus kennenlernte.
Nach ihrer Rückkehr in das von ihr als provinziell verachtete Buenos Aires entstanden ihre bedeutendsten Werke. 1969 erhielt sie ein Guggenheim-Stipendium, 1971 ein Fulbright-Stipendium, das sie wegen ihrer angegriffenen Gesundheit nicht wahrnehmen konnte. Ihr psychischer Zustand verschlechterte sich von 1970 zunehmend, auch als Folge von Drogen- /Medikamentenmissbrauch seit Jugendtagen. Von 1970 an verbrachte sie immer wieder lange Perioden in psychiatrischen Kliniken. Während eines Wochenendes zu Hause nahm sie eine Überdosis Schlafmittel, an der sie starb. Die Todesabsicht ist umstritten.
Lyrisches Schaffen
Alejandra Pizarnik war eine Meisterin des sehr kurzen Gedichtes in freien_Versen. In den späteren Jahren schrieb sie auch Prosagedichte, die mitunter beträchtliche Länge erreichten. In beiden Fällen schenkte sie dem Klangcharakter der Wörter die gleiche Beachtung wie ihrem Bedeutungsgehalt. So entstehen geradezu atemberaubende Spannungen zwischen wenigen Wörtern, die einen stets wohlklingenden Text bilden oder in diesem immer wieder wiederholt werden.
Die Themen kreisen um das lyrische_Ich, biografisch, pseudobiografisch, reflektierend; Nichtzugehörigkeit, Verlust, Todesnähe.
Die Eleganz ihres Stils, die Verwendung zeitlos anmutender Bild-Welten und nicht zuletzt zahlreiche Zitate und Widmungen belegen ihre große literarische Bildung und lebhafte Teilnahme am kulturellen Leben ihrer Zeit; sozusagen die erwachsene Seite neben einer radikal kindlichen Grundhaltung.
Textbeispiel
Uhr
Winzige Dame
Bewohnerin eines Vogelherzens
tritt in die Morgendämmerung und sagt eine Silbe
NEIN
(aus: Los trabajos y las noches)
Bibliografie
Veröffentlichungen zu Lebzeiten
*La tierra más ajena, Buenos Aires 1955, später von ihr verworfen
*La última inocencia, Buenos Aires 1956
*Las aventuras perdidas, Buenos Aires 1958
*Árbol de Diana, Buenos Aires 1962, mit einem Vorwort von Octavio Paz
*Los trabajos y las noches, Buenos Aires 1965
*Extracción de la piedra de locura, Buenos Aires 1968
*Nombres y figuras, Barcelona 1969
*El infierno musical, Buenos Aires 1971
*La condesa sangrienta, Buenos Aires 1971, über Erzsébet Báthory
*Los pequeños cantos, Caracas 1971
Übersetzungen ins Deutsche
*extraña que fui / fremd die ich war 52 Gedichte, Übertragungen von Elisabeth Siefer, Zürich 2000, ISBN 3-908126-11-8
*Cenizas - Asche, Asche Gedichte in spanisch und deutsch, herausgegeben und übertragen von Juana und Tobias Burghardt, Zürich 2002, ISBN 3-250-10470-1
Biografie
*Cristina Piña: Alejandra Pizarnik, Buenos Aires 1991
Weblinks in spanisch
*http://cvc.cervantes.es/actcult/pizarnik/ Centro Virtual Cervantes, Seite Alejandra Pizarnik
*http://www.sololiteratura.com/piz/pizarnik.htm sololiteratura.com, Hauptseite Alejandra Pizarnik

