Aldabra-Riesenschildkröte
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! Wissenschaftlicher_Name
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| class="taxo-name" | Dipsochelys dussumieri
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Die Aldabra-Riesenschildkröte (Dipsochelys dussumieri) gehört zusammen mit der Seychellen-Riesenschildkröte (Dipsochelys hololissa) und der erst 1997 wiederentdeckten Arnolds Riesenschildkröte (Dipsochelys arnoldi) zur Gattung der Seychellen-Riesenschildkröten (Dipsochelys) aus der Familie der Landschildkröten (Testudinidae). Früher waren auch die wissenschaftlichen Namen Geochelone gigantea und Dipsochelys elephantina gebräuchlich.
Beschreibung und Lebensweise
Aussehen
Auffälligstes Merkmal der Aldabra-Riesenschildkröte ist der verhältnismäßig kleine Kopf, der den Hals vom Durchmesser her nur wenig überragt. Weitere Unterscheidungsmerkmale gegenüber der Galapagos-Riesenschildkröte sind große Kopfschuppen, Vorhandensein eines Nackenschildes, vertikal geschlitzte Nasenlöcher und die Fähigkeit durch die Nase trinken zu können.
Körpergröße, Gewicht
Die größten Carapaxlängen werden für Männchen mit 100 ? 122 cm und für Weibchen mit 87 cm angegeben, dazu gehören maximale Gewichtsangaben von 250 kg für Männchen bzw. 167 für Weibchen. Die Durchschnittsgrößen der Populationen liegen je nach Altersstruktur und Nahrungsangebot mit 20 ? 50 kg allerdings deutlich darunter.
Verbreitung und Biotop
thumb|right|_Aldabra-Riesenschildkröte
98 % der natürlichen Populationen leben auf der Hauptinsel des Aldabra-Atolls, Grande_Terre, im Indischen_Ozean, wobei dessen Küstengebiete, sowie offenes Gras- und Buschland mit niedriger Vegetation bevorzugt werden. In diesen semiariden Gegenden hat sich durch den jahrtausende währenden Verbiss durch Schildkröten eine Vegetation aus genetisch verzwergten Gräsern und Seggen entwickelt, der sog. tortoise turf, der die Hauptnahrungsquelle der Tiere darstellt. Die Temperaturen schwanken zwischen mittleren Minimalwerten von 22 °C und mittleren Maximalwerten von 31 °C.
Lebenserwartung
Aldabra-Riesenschildkröten können im gesunden Zustand ohne Weiteres über 100 Jahre alt werden. Das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geborene Männchen "Adwaita" erreichte in Gefangenschaft eine Lebensspanne von 256 Jahren.
Ernährung
Gräser, Kräuter, Blüten, Früchte, gelegentlich Aas und Kot
Geschlechtsunterschiede und Fortpflanzung
Wie die kleineren Landschildkrötenarten weisen Riesenschildkröten einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Männchen besitzen einen längeren Schwanz, sind größer und haben einen konkaven Bauchpanzer und einen flacheren Rückenpanzer als Weibchen. Meist weisen sie auch längere Fußnägel an den Hinterbeinen auf. Diese sekundären Merkmale treten erst im Vorfeld der Geschlechtsreife ab einer Panzerlänge von etwa 60cm auf. Die Geschlechtsreife wird mit 15-30 Jahren erreicht.
Die Hauptpaarungszeit liegt in der Regenzeit von Oktober bis April, die Eiablagezeit dagegen in den kühleren Monaten Juni bis September. Gelegt werden 1 ? 2, gelegentlich bis zu drei Gelege mit 5 ? 25 Eiern pro Gelege. Die Eier sind tennisballgroß und wiegen zwischen 40 g und 75 g. Die Nisthöhlen werden bevorzugt in Gebieten mit 5 Stunden Sonnenbestrahlung angelegt. So kommt es in den ca. 25 cm tiefen Gruben zu Temperaturen zwischen 27 °C und 31 °C. Die Jungtiere schlüpfen mit einer Größe von 6?7 cm Panzerlänge in einem Geschlechtverhältnis von ca. 1:1. Sie können bis zu einen Monat in der Nisthöhle verbleiben bis sie sich, meist nach einem Regen, gemeinsam an die Oberfläche graben.
Gefährdungssituation
Die frei lebende Gesamtpopulation beträgt etwa 100.000 Tiere (Bourn 1999), darüber hinaus werden noch etwa 5000 Exemplare in Zoos und Privathand gehalten (Swingland 1985). Somit ist sie die einzige Riesenschildkröte, deren Überleben nach derzeitigem Stand als einigermaßen gesichert gilt. Allerdings könnten aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes Naturkatastrophen, Seuchen und Menscheneinwirkung einschneidende Auswirkungen haben. Die Aldabra Riesenschildkröte ist in Anhang B der Europäischen Artenschutzverordnung gelistet. Sie unterliegt damit der behördlichen Meldepflicht, darf aber ohne Vermarktungsgenehmigung ge- bzw. verkauft werden.
Literatur
* Bourn D, (1977): Reproductive Study of Giant Tortoises on Aldabra, J. Zool., Vol. 182, London
* Chambers P A, (2004): Sheltered Life: The Unexpected History of the Giant Tortoise. John Murray (Publishers), London, ISBN 0719565286
* Collins D, (1984): Captive Breeding and Management of the Aldabra Tortoise, Presented to 8th International Herpetological Symposium, Jacksonville Zoo, Jacksonville, Fl.
* Ebersbach K, (2001): Zur Biologie und Haltung der Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) und der Galapagos-Riesenschildkröte (Geochelone elephantopus) in menschlicher Obhut unter besonderer Berücksichtigung der Fortpflanzung, Dissertation, Tierärztliche Hochschule Hannover [http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/ebersbachk_2001.pdf Volltext]
* Gerlach J, Canning K L, (2000): Evolution and History of the Giant Tortoises of the Aldabra Island Group, [http://www.phelsumania.com/public/articles/fauna_dipsochelys_1.html Full text]
* Gerlach J, (2004): The Giant Tortoises of the Indian Ocean, Frankfurter Beiträge zur Natukunde (21), Frankfurt ([http://www.chimaira.de/chimairaList.asp Bezugsquelle])
* Gibson C W D, Hamilton J, (1984): Population Processes in a Large Herbivorous Reptile: The Giant Tortoises of Aldabra Atoll, Occologia,Berlin* Grubb P, (1971): The Growth, Ecology, and Population Structure of the Giant Tortoises on Aldabra, Phil. Trans. Roy. Soc. Lond. B, Vol. 260
* Pfeiffer M, (2000): Langzeituntersuchungen zum Fortpflanzungsgeschehen bei Aldabra- und Galapagos-Riesenschildkröten (Geochelone gigantea und Geochelone elephantopus) anhand von Steroidanalysen im Kot und Verhaltensbeobachtungen, Dissertation, Universität Zürich, IDN 960035389
* Stearns B C, (1988): Captive Husbandry and Propagation of the Aldabra Giant Tortoise, Int. Zoo Yb., Vol. 27
* Stoddart D R, (1969): Retrospect and Prospect of Aldabra Research, Nature, March 15, 1969, pp. 1004-1006.
* Stoddart D R, (1974): The Aldabra Affair, Biological Conservation, 1974,
* Swingland I R, (1984): Securing the Tortoises Future, Country Life, August 30
* Swingland I R, (1989): Aldabran Giant Tortoise, The Conservation Biology of Tortoises, Occasional Papers of the IUCN Species Survival Commission (SSC), No. 5
Weblinks
• Fotos

