Albrecht Brandi
Albrecht ?Cherry? Brandi (20. Juni 1914 in Dortmund; ? 6. Januar 1966 in Dortmund) war deutscher Marineoffizier in der Zeit des Zweiten_Weltkrieges. Er war einer der 27 Inhaber des Ritterkreuzes_des_Eisernen_Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten.= Leben =
Beginn der Karriere
Brandi trat 1935 in die Marine ein und verbrachte die erste Zeit auf dem kleinen Kreuzer Karlsruhe und in der Marineschule Mürvik in Flensburg. In der Folge war er auf verschiedenen kleinen Minensuchbooten.
Zweiter Weltkrieg
In dieser Funktion war auf dem Minensuchboot M-1 zur Deckung der Operation gegen die polnische Westerplatte bei Danzig zur Zeit des Kriegsausbruchs.
Im Mai 1940 wurde er dann Kommandant des Minensuchbootes M-1 und kam in dieser Zeit das erste Mal mit U-Booten in Berührung bei der Sicherung der Überführungsfahrten der U-Boote von ihren Werften. Schon damals wollte er zur U-Boot-Waffe wechseln, bekam aber nicht die Genehmigung dazu.
U-Boot-Kommandantenschüler
Im April 1941 begann er dann endlich mit dem U-Boot-Training auf der Marineschule in Flensburg. Zu dieser Zeit benötigte Deutschland dringend neue U-Boot-Besatzungen, da man erkannt hatte, dass Überwasserstreitkräfte wenig Möglichkeiten gegen die zahlenmäßige Übermacht der Royal Navy hatten und da im März desselben Jahres auch die drei bekanntesten Kommandanten von U-Booten gefallen, bzw. gefangen wurden, nämlich die Kommandanten Günter Prien, Otto Kretschmer und Joachim Schepke.
U-Boot-Kommandant
Zum Ende des Jahres 1941 machte er seine erste Feindfahrt mit dem U-Boot U 552 unter dem Kommando von dem bekannten U-Boot-Fahrer Erich Topp als Kommandantenschüler mit.
Sein erstes eigenes Kommando bekam er im April 1942 auf dem U-Boot U 617 in Kiel. Auf der Überführungsfahrt von Kiel nach St. Nazaire versenkt er schon vier feindlich Schiffe.
Im November 1942 konnte auf einer Feindfahrt nur einen Zerstörer beschädigen und ein Schiff versenken. Auf Grund neuer Befehle brach er dann durch die Straße von Gibraltar, wobei er von einem britischen Marineflugzeug und Sicherungsschiffen angegriffen worden ist. Jedoch konnte er unbeschädigt diese schwierige Passage meistern.
Von November 1942 bis September 1943 war er in Toulon und La Spezia stationiert. Bei einer Feindfahrt Ende 1942 hatte er ein Zusammentreffen mit einem britischen U-Boot. Nach einer dreistündigen, gegenseitigen Belauerung tauchte Brandi ab und setzte seine Feindfahrt fort. Bei seiner Rückkehr erhielt er das Ritterkreuz_des_Eisernen_Kreuzes am 21. Januar 1943.
Bei der nächsten Feindfahrt gelang ihm die Versenkung des britischen Minenlegers HMS Welshman, der für die Verteidigung Maltas wichtig war.
Seine nächste Versenkung war der Zerstörer HMS Puckeridge. Auf dieser Fahrt sichtete er zwei britische Flugzeugträger, konnte sie jedoch nicht angreifen, da er in einer zu schlechten Schussposition sich befand. Hierfür erhielt er das Eichenlaub.
Am 11. September 1943 wurde sein Boot von britischen Flugzeugen schwer beschädigt, so dass er den Befehl gab es selbst zu versenken. Da die Crew sich nahe der spanischen Küste befand, wurde sie dort von spanischen Truppen aufgegriffen und in Cadiz interniert. Brandi gelang 1943 noch die Flucht und die Rückkehr nach Deutschland.
Im Januar 1944 startete er mit dem U-Boot U 380 eine kurze Feindfahrt, dieses Boot wurde jedoch bei einem Bombenangriff auf Toulon vollständig vernichtet.
Sein neues U-Boot war die U 967, die er im April 1944 bekam, mit der er zwei Feindfahrten unternahm, für die er die Schwerter bekam. Eine Erkrankung zwang ihn zu einer Kur bis September 1944, so dass er sein U-Boot abgeben musste.
Daraufhin leitete er die U-Boot-Kampfverbände in der Ostsee und erhielt für seine Leistungen die Brillanten zuerkannt. Die Marine stellte nur zwei von 27 Brillantenträgern und da man die Leistungen der U-Boot-Fahrer steigern wollte, wurden Brandi als zweitem Soldaten der Marine die Brillanten verliehen.
Kriegsende
Im Frühjahr 1945 wurden ihm die Kleinkampfverbände mit Mini-U-Booten unterstellt, die er bis zum Kriegsende führen sollte.
Im Mai 1945 kapitulierte Brandi mit seiner Einheit bei den kanadischen Streitkräften in Holland. Kurz darauf wurde er Kommandant eines Gefangenenlagers in IJmuiden. Bereits im September 1945 wurde er freigelassen.
Militärische Bewertung
Einige U-Boot-Kommandanten haben im Krieg ein Vielfaches der Tonnage versenkt, die Brandi versenken konnte. Er selber hat den glücklichen Umstand der Verleihung der höchsten Orden nur drei wichtigen Faktoren zu verdanken.
* Die U-Boot-Waffe hatte hohe Verluste und seine Auszeichnungen sollten die Moral der Mannschaften heben.
* Er war der erfolgreichste U-Boot-Kommandant im Angriff auf feindliche Zerstörer, die die Hauptgegener der U-Boote waren.
* Seine natürliche Bescheidenheit, wie die von Otto Kretschmer und seine spektakuläre Flucht aus der spanischen Internierung zeigten seine Loyalität und machten ihn für die Propaganda interessant.
Nach dem Krieg
Nach dem Krieg machte er die Gesellenprüfung als Maurer, um sich für seinen darauffolgenden Beruf des Architekten vorzubereiten. Er wurde auf die Essener Staatsbauschule aufgenommen und machte sich 1950 als Architekt selbstständig. In dieser Funktion hat er in mehreren Ländern gearbeitet, unter anderem auch in Saudi-Arabien. Drei Jahre lang war Vorsitzender des Bundes_Deutscher_Architekten in Dortmund.
Tod
Brandi starb überraschend 1966; bei seiner Beerdigung waren Vertreter der Bundesmarine anwesend und etliche Besatzungsmitglieder seiner U-Boote.
Privat
Brandi war sehr engagiert im Rotary Club, dessen Vorsitzender des Kreises Westfalen er von 1964 bis zu seinem Tod war.
Trivia
Um seine Nervosität vor der Mannschaft zu verbergen und seine eigenen Nerven zu beruhigen, wenn alliierte Zerstörer mit Wasserbomben auf sein U-Boot belegten, spielte Brandi nebenbei mit kleinen Puppen.
Militärische Ränge
*25. September 1935 Seekadett
*1. Juli 1936 Fähnrich zur See
*1. Januar 1938 Leutnant zur See
*1. Oktober 1939 Oberleutnant zur See
*1. Oktober 1942 Kapitänleutnant
*8. Juni 1944 Korvettenkapitän
*18. Dezember 1944 Fregattenkapitän
Auszeichnungen
* Eisernes Kreuz 2. Klasse 1940
* Eisernes Kreuz 1. Klasse 1941
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
** Ritterkreuz 21. Januar 1943
** Eichenlaub 11. April 1943
** Schwerter 19. Mai 1944
** Brillanten 24. November 1944 (als einziger Marinesoldat mit Wolfgang Lüth)
Militärische Erfolge
* 8 Frachtschiffe mit 25.879 BRT versenkt
* 1 militärisches Hilfsschiff mit 810 BRT versenkt
* 3 Zerstörer mit 5.000 BRT versenkt
* 1 Zerstörer schwer beschädigt
Weblinks
• Biografie
• Eintrag bei uboat.net (englisch)

