Albert Fert
Albert Louis François Fert (7. März 1938 in Carcassonne, Aude) ist ein französischer Physiker.Leben und Werk
Albert Fert wurde als Sohn des Physikers Charles FertFür weitere Informationen zu seinem Vater siehe: Hubert Coudanne und Paul Pastour: Hommage à Charles Fert. In: Bulletin de L'Association des anciens élèves et des élèves. Nr. 223, Juni 2004, S. 28f., [http://www.aae.ens-cachan.fr/bulletin/Bulletin%20223%20(juin%202004).pdf pdf-Dokument] und der Lehrerin Irmine Fert geb. Signoles geboren. Auch sein ein Jahr jüngerer Bruder André ist Physiker.
Nach dem Besuch des Pierre-de-Fermat-Gymnasiums in Toulouse studierte er 1957 bis 1962 Mathematik und Physik an der École_Normale_Supérieure_(Rue_d'Ulm) in Paris. Von 1962 bis 1964 war er Assistent an der Universität_Grenoble und fertigte seine Abschlussarbeit Résonance magnétique nucléaire de l'hydrogène absorbé par le palladium (Kernspinresonanz von auf Palladium absorbiertem Wasserstoff) an. Von 1964 bis 1965 leistete er Wehrdienst, um dann als Oberassistent an die Universität Paris-Süd zu gehen. Dort wurde er 1970 mit einer Arbeit über Transporteigentschaften von Eisen und Nickel promoviert und übernahm die Leitung einer Forschungsgruppe. Seit 1976 lehrt er dort als Professor. Seit 1995 ist er zusätzlich wissenschaftlicher Direktor des von ihm mitbegründeten gemeinsamen Labores seiner Universität und des Centre national de la recherche scientifique.
Die Gruppe um Fert entdeckte 1988 den GMR-Effekt in dünnen Schichten aus Eisen und Chrom.Baibich et al.: Giant Magnetoresistance of (001)Fe/(001)Cr Magnetic Superlattices. In: Physical Review Letters. Band 61, 1988, S. 2472-2475 Wenig später veröffentlichte die Gruppe um Peter Grünberg ähnliche Versuchsergebnisse, die auf unabhängigen Forschungen beruhen.Binasch et al.: Enhanced magnetoresistance in layered magnetic structures with antiferromagnetic interlayer exchange. In: Physical Review. Band B 39, 1989, S. 4828-4830 Dieser Effekt erlaubte die Konstruktion von extrem empfindlichen Leseköpfen, die heute fast alle Festplatten nutzen. So konnte die Speicherdichte beträchtlich gesteigert werden. Außerdem lieferte Fert wichtige Beiträge zur Spintronik.
Am 20. Juli 1967 heiratete er Marie-Josée Ortega, mit der er zwei Kinder hat (Ariane und Bruno). Seine Hobbys sind Jazz, Fotografie und Kino, außerdem Rugby, Tennis und Windsurfen.
Veröffentlichungen
*über 300 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften
*Propriétés de transport électrique dans le nickel et le fer. Dissertation, Paris 1970
*mit I. A. Campbell: Transport properties of ferromagnets. in: Erich Peter Wohlfarth (Hrsg.): Ferromagnetic Materials. Band 3, North Holland, Amsterdam [u.a.] 1982, ISBN 0-444-86378-8
*mit P. Bruno: Interlayer coupling and magnetoresitances in multilayers. In: J. Anthony C. Bland (Hrsg.): Ultrathin Magnetic Structures. Band 2, Springer, Berlin 1994, ISBN 3-540-57687-8
*mit A. Barthélémy und F. Petroff: Giant Magnetoresistance of Magnetic Multilayers. In: Kurt Heinz Jürgen Buschow (Hrsg.): Handbook of Magnetic Materials. Band 12, North-Holland, Amsterdam [u.a.] 1999, ISBN 0-444-50249-1
Preise
*1994 International Prize for New Materials (American Physical Society)
*1994 Magnetism Award (International Union of Pure and Applied Physics)
*1994 Grand prix de physique Jean Ricard (Société française de physique)
*1997 Hewlett-Packard Europhysics Prize (European Physical Society)
*2003 Goldmedaille (Centre national de la recherche scientifique)
*2007 Japan-Preis
*2007 Wolf-Preis
*Ehrendoktorwürden: Universität_Dublin (2003), Universität_Kaiserslautern (2006)
Mitgliedschaften
*1970 Société française de physique
*2004 Académie des sciences
Quellen
Literatur
*Who's Who in France, 2006, S. 844, ISBN 2-85784-046-2
Weblinks
• Biografie auf academie-sciences.fr (französisch)
• Lebenslauf auf japanprize.jp (englisch)
• Lebenslauf auf cnrs.fr (englisch)
• Würdigung seiner Entdeckung auf cnrs.fr (französisch)

