Alarm im Weltall
Alarm im Weltall ist ein US-amerikanischer Sciencefiction-Film von 1956. Der Film kam im Jahr 1957 in die deutschen Kinos.
Die Besatzung des Raumschiffs C57D findet auf dem Planeten Altair 4 die Überlebenden des vor 20 Jahren verschwundenen Raumschiffs Bellerophon.
Handlung
Der Kommandant des Raumkreuzers C57D ist mit seiner Crew auf einer Such- und Rettungsmission unterwegs zum vierten Planeten des Zentralsterns Altair. Dort ist vor zwanzig Jahren das Raumschiff Bellerophon mit Kolonisten verschwunden. Als der Kreuzer das System erreicht, ist auf dem erdähnlichen Planeten Altair 4 kein Anzeichen von Zivilisation zu entdecken. Das Raumschiff wird jedoch mit Radar gescannt. Kurz darauf meldet sich Dr. Morbius, der dem Kapitän rät, nicht auf dem Planeten zu landen. Kapitän Adams zwingt Morbius jedoch, ihm Landekoordinaten durchzugeben. Nach der Landung erscheint Morbius' Roboter Robby mit einem Fahrzeug und bringt den Kapitän, den Schiffsarzt Dr. Ostrow und den 1. Offizier Leutnant Farmann zu Dr. Morbius' Domizil.
Morbius und seine Tochter Altaira, die auf dem Planeten geboren wurde, sind die einzigen Überlebenden der ursprünglichen Kolonisten. Dr. Morbius, ein Philologe, erklärt Adams, dass die Anwesenheit der Rettungsmannschaft nicht erwünscht ist, da er und seine Tochter durch den von Morbius selbst konstruierten Robby mit allem versorgt werden, was sie brauchen. Die Kolonisten seien alle durch eine unerklärliche Kraft getötet worden. Nur Morbius und seine Frau seien gegen diese Kraft immun gewesen, jedoch starb Morbius' Frau wenige Monate nach der Geburt der Tochter Altaira.
Die Besatzung von C57D kann vorerst nicht abreisen, so sehr Morbius auch darauf drängt. Adams vermutet hinter dem seltsamen Auftreten des Doktors ein Geheimnis. Während sich Adams und Altaira näherkommen und sich in einander verlieben, geschehen merkwürdige Dinge. Ohne dass die Besatzung etwas merkt, werden wichtige Teile des Raumschiffs zerstört. Adams will den verdächtigten Morbius zur Rede stellen und entdeckt dabei dessen Forschungsunterlagen und einen Geheimgang, aus dem Morbius erscheint. Widerstrebend gibt Morbius eine Erklärung. Vor mehreren hunderttausend Jahren lebte auf dem Planeten eine den Menschen technologisch und ethisch überlegene Rasse, die Krell. Die Krell sind vor langer Zeit untergegangen, auf der Oberfläche sind keine Zeichen ihrer Zivilisation zurückgeblieben. Unter der Oberfläche befinden sich jedoch noch riesige funktionierende Maschinenanlagen. Morbius ist es gelungen, sich einiges Wissen der Krell anzueignen und die Maschinen zu bedienen. Während Adams Morbius drängt, seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen, wird die Crew des Raumkreuzers von einem unsichtbaren Lebewesen angegriffen, das Besatzungsmitglied Quinn ermordet. Adams und der Schiffsarzt rätseln über das Wesen, dessen Spuren man gefunden hat. Bei der Beerdigung Quinns erscheint Morbius und warnt Adams vor einem weiteren Angriff auf das Schiff, der auch prompt erfolgt. Das Schiff wird von einem Energiewesen angegriffen und die Mannschaft kann sich nur mit Mühe des Angriffs erwehren; weitere Besatzungsmitglieder sterben.
Adams entschließt sich, Morbius und seine Tochter zu evakuieren und Altair 4 zu verlassen.
Dr. Ostrow findet das Geheimnis der Krell und zugleich das Geheimnis Morbius' heraus. Bevor er Adams davon berichten kann, stirbt er jedoch. Der einzige Hinweis ist das Wort ?Id?. Adams spricht Morbius darauf an, der erklärt nur widerstrebend, dass das Id die Struktur des Unterbewussten beschreibt. Es stellt sich heraus, dass die Krell durch ihre unterdrückten aggressiven Gefühle mit Hilfe der riesigen Maschinen Lebewesen manifestierten, durch die sie schließlich ausgerottet wurden. Morbius, der mit diesen Maschinen experimentierte, hat durch seinen unterbewussten Hass die Phantome und Energie-Lebensformen geschaffen, die nicht nur die Kolonisten töteten, sondern auch fortwährend Kapitän Adams' Raumschiff angreifen. Morbius wird bald darauf von seinem eigenen Monstrum bedroht. Erst jetzt erkennt er die verdrängte Wahrheit, gesteht seine Schuld ein und besiegt so sein eigenes Monster. Geschwächt und verzweifelt sieht er die Gefahr, die in den Maschinen der Krell steckt, und aktiviert deren Selbstzerstörung. Es kommt zu einer Kettenreaktion, und Altair 4 verglüht. Das Raumschiff, mit der verbliebenen Mannschaft, Altaira und Robby an Bord, wird in sichere Entfernung gebracht.
Kritiken
Alarm im Weltall war in kommerzieller Hinsicht kein Erfolg, doch bei Science-Fiction Fans äußerst beliebt. Die Spezialeffekte waren für die 1950er Jahre sensationell und die Geschichte glaubwürdig. In Deutschland wurde der Film zwar als ?phantasievolles utopisches Abenteuer? bezeichnet, aber auch gleichzeitig als ?naiv? und ?anspruchslos? abgetan. Frederik Pohl schrieb über Alarm im Weltall: ?Der erste originelle Science-Fiction-Film?, und ärgerte sich später darüber, dass er nicht das Angebot zum Schreiben des Drehbuchs angenommen hatte.
(Zusammenfassung aus Filmdienst und Frederik Pohl: Science Fiction Studies in Film.)
* ?Teils phantastisch-interessant, teils allzu naiv.? ? 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 15/16
* ?(...) altmodisches SF-Abenteuer mit einem kuriosen Roboter.? (Wertung: 2 Sterne = durchschnittlich) ? Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon ?Filme im Fernsehen? (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 26
Auszeichnungen
*1956 Oscarnominierung (Beste_Spezialeffekte) für Arnold A. Gillespie, Irving G. Ries, Wesley C. Miller
Anmerkungen
Irving Block schrieb die Originalstory zu Alarm im Weltall. Wie er selbst ankündigte, bediente er sich hemmungslos bei Shakespeares Der_Sturm. Aus der Insel wurde Altair 4, Prospero wurde Morbius, Miranda wurde Altaira, und Ariel mutierte zum Roboter Robby.
Alarm im Weltall hatte großen Einfluss auf die Science-Fiction, insbesondere auf Star Trek (dt. Raumschiff Enterprise). Dessen Schöpfer Gene Roddenberry hat zugegeben, vom Film inspiriert gewesen zu sein. Nur ein Beispiel ist die synthetische Herstellung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen. War in Alarm im Weltall noch Robby der Roboter dafür zuständig, gibt es bei Star Trek sogenannte Replikatoren. Dazu kommen unter anderem die Kommunikatoren, die ?einfachen Strahlenwaffen? und die ?vereinten Planeten?. Auffallend ist zudem, dass hier wie dort der Captain, der Schiffsarzt und der erste Offizier an Außenmissionen teilnehmen; und die Geschichte mit der untergegangenen außerirdischen Zivilisation, bedrohlichen Energiewesen und der obligatorischen Liebschaft des Captains hätte auch eine typische Star Trek-Folge bilden können. Auch George Lucas wurde durch den Film und seine visuellen Effekte inspiriert. So bildeten die Maschinenhallen der Krell zum Beispiel das Vorbild für Innenaufnahmen des Todessterns in Krieg der Sterne und der Generatorhalle in Die_dunkle_Bedrohung. Auch die schmelzenden Panzertüren vom Ende des Films finden sich hier wieder.
Der Film nutzt Asimovs Gesetze_der_Robotik für eine Schlüsselszene: Beim Angriff des Monsters auf die Villa von Morbius wird Robby instruiert die Bewohner gegen das Wesen zu verteidigen. Der Roboter bleibt allerdings handlungsunfähig, da er das Monster als eine Manifestation von Morbius erkennt und deshalb nicht angreift, stattdessen erleidet er einen ?Kurzschluss?.
Auch eine leise Kritik am Militarismus ist in Alarm im Weltall zu spüren, im Original sowie in der deutschen Synchronfassung, wenn Dr. Morbius sagt: ?Nehmen Sie es nicht so tragisch, ein kommandierender Offizier braucht ja nicht soviel Verstand, nur eine laute und kräftige Stimme?.
(Quellen: u. a. The New York Times.)
Der im Film erstmalig auftretende Roboter Robby wurde zu einer eigenen Kultfigur und hatte noch Jahre später Gastauftritte in Filmen und Serien, u. a. Love Boat. Im Jahr 2004 wurde er in die Robot Hall of Fame aufgenommen.
Der Film wird in dem Eröffnungsong Science Fiction/Double Feature der Rocky Horror Picture Show besungen.
Bemerkenswert war auch der elektronische Soundtrack von Bebe und Louis Barron, einer der ersten seiner Art.
Ursprünglich hatte man MGM damit geködert, der Film werde billiger, da das Monster unsichtbar sei. Als man sich entschloss, die Umrisse des Wesens tricktechnisch anzudeuten, musste auf fremde Hilfe zurückgegriffen werden, da die MGM zu der Zeit kein eigenes Animationsstudio mehr besaß. In der Folge verteuerte sich die Produktion erheblich, was zum kommerziellen Misserfolg beitrug und das Science Fiction Genre auf Jahre hinaus bei Geldgebern diskreditierte.
DVD-Veröffentlichung
* Alarm im Weltall. Special Edition. 2-Disc-Set. Warner Home Video 2006
Soundtrack
* Forbidden Planet. Original MGM Soundtrack. Electronic Music by Louis and Bebe Barron. Small Planet, GNP, Crescendo Records, ZYX Music; Beverly Hills, Hollywood und Merenberg o.J., PRD-001
Weblinks
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