Alaris
Alaris (auch RENFE S-490, früher auch Intercity 2000) ist der Name spanischer Hochgeschwindigkeitszüge mit Neigetechnik, die Madrid mit Valencia verbinden, wobei einige Züge über Valencia hinaus bis nach Castellón de la Plana oder Gandia verkehren.
Die Züge sind aus den italienischen Pendolinozügen abgeleitet und benutzen eine aktive Neigetechnik. Fahrplanmäßig werden Geschwindigkeiten bis 200 km/h erreicht. Dienstleistungen und Komfort vor und während der Fahrt richten sich nach dem Standard der Luftfahrtsindustrie.
Vorgeschichte
Mitte der 90er Jahre suchte die spanische_Bahngesellschaft_RENFE nach einem Ersatz der bereits dreißig jährigen Talgo_III Züge. Sie sollten nicht durch lokbespannte Talgozüge einer neueren Generation, sondern durch elektrische Triebzüge ersetzt werden.
Die Wahl viel auf Pendolinozüge von Fiat_Ferroviaria_SpA und Alstom_Transport_SA, die aus dem ETR 460 abgeleitet sind. Ähnliche Züge waren bereits in anderen Ländern Europas eingesetzt, so dass die Züge bei den kleinen Stückzahlen kostengünstig erworben werden konnten. Außerdem sind sie in der Lage die Höchstgeschwindigkeit auf den für 200 km/h ausgebauten Abschnitten der Strecke Madrid?Valencia auszunutzen.
Der Vertrag mit Fiat und Alstom umfasste die Lieferung von 10 Neigezügen der Serie 490, sowie eine Option über die Lieferung von weiteren 14 Zügen, die später aber nicht eingelöst werden sollte. Die Züge wurden in den spanischen Werken der Konsortialpartner in Barcelona und Valencia gebaut.
Bei Ablieferung hießen die Züge Intercity 2000 und wiesen nur eine Wagenklasse auf. Noch bevor der kommerzielle Einsatz begann wurden die Züge auf zwei Wagenklassen umgebaut. Fortan wurden die Züge mit Alaris bezeichnet - der kommerzielle Name von RENFE_Grandes_Líneas für die hochwertigen Verbindungen auf der Strecke Madrid?Valencia.
Technik
Die dreiteiligen Alaris-Züge basieren auf den in Italien eingesetzten ETR 460, von denen die Aluminium-Wagenkasten und die elektrische Ausrüstung übernommen wurden. Das Design mit der charakteristiscehn Schnauze stammt von Giorgio Giugiaro.
Die Drehgestelle mit der Neigetechnik mussten für die spanische Breitspur (1668 mm) angepasst werden. Vier am Wagenkasten angebrachte Fahrmotoren treiben jeweils über eine Kardanwelle die inneren Achsen der Drehgestelle der Endwagen an. Der Mittelwagen hat keinen Antrieb, was für das Pendolinokonzept eher unüblich ist.
Fahrgastraum
Das 1. Klasse Großraumabteil befindet sich in einem Endwagen. Die 2. Klasse Großraumabteile befinden sich im anderen Endwagen, sowie in der Hälfte des Mittelwagens, wo sich auch ein Behindertenabteil befindet. Die andere Hälfte des Mittelwagens wird von der Küche und einem Bistrobereich belegt.
Alle Großraumabteile sind mit Flugzeugbestuhlung ausgerüstet. In jedem Abteil blicken jeweils die Hälfte der Sitze in Fahrtrichtung wobei sich in der Mitte des Abteils eine Sitzgruppe in Vis-a-vis-Bestuhlung befindet.
Dienstleistung
Dienstleistungen und Komfort vor und während der Fahrt richten sich nach dem Standard der Luftfahrtsindustrie. Wie bei anderen spanischen Komfort-Zügen (AVE, Euromed, Arco und Talgo) ist die Benutzung des Alaris reservierungspflichtig.
1. Klasse (Preferente)
Die erste Klasse heißt Preferente und ist in einem Endwagen untergebracht. Im Großraumabteil sind jeweils auf einer Seite des Mittelgangs eine Zweiersitzgruppe, auf der anderen Seite ein Einzelsitzplatz angeordnet. Jeder Sitzplatz verfügt über ein Klapptischen, Anschlüsse für Audio/Video, Papierkorb, eigene Armlehnen, Fußstützen und verstellbare Rückenlehnen.
Im Fahrpreis der 1. Klasse sind neben dem eigentlichen Transport die folgende Dienstleistungen eingeschlossen:
* Gratisparkplatz am Abgangsbahnhof (24 Stunden für eine einfache Fahrkarte, 48 Stunden für eine Rückfahrkarte)
* Zugang zur Lounge am Abgangsbahnhof
* Zeitung
* Willkommensgetränk und Verpflegung am Platz
2. Klasse (Turista)
Die zweite Klasse heißt Turista und ist im anderen Endwagen, sowie in der Hälfte des Mittelwagens untergebracht. In den Großraumabteilen sind jeweils auf beiden Seite des Mittelgangs eine Zweiersitzgruppe angeordnet. Der Komfort der Sitze ist ähnlich wie in der 1. Klasse, außer dass sich in der Mitte der Sitzgruppe eine gemeinsame Armlehne befindet, sowie der Sitzabstand und die Sitzbreite geringer sind als in der 1. Klasse.
Betrieb
Die Alaris-Züge werden seit dem 16. Februar 1999 auf der Strecke Madrid?Albacete?Xàtiva?Valencia eingesetzt.
Anfangs 2007 verkehren 11 Zugspaare Madrid-Valencia, wovon zwei nach Castellón de la Plana und eines nach Gandia weiter geführt wird. Die Reisezeit zwischen Madrid und Valencia beträgt derzeit 3 Stunden und 20 Minuten. Mit dem laufenden Ausbau der Strecke wird die Reisezeit in Zukunft verkürzt werden. Langfristig wird eine Reisezeit von nur noch zweieinhalb Stunden angepeilt. Die Neigetechnik trägt nur zwei Minuten zur Reisezeitverkürzung bei und dient demzufolge mehr der Reisekomforterhöhung.
Wie bei anderen spanischen Komfort-Zügen (AVE, Euromed, Arco und Talgo) ist die Benutzung des Alaris reservierungspflichtig.
Weblinks
• Alaris auf Hochgeschwindigkeitszüge.com
• Railway Technology (englisch)
• Electrotrenes 443, 490 y 104 (spanisch)
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