Alain Madelin
Alain Madelin (1946 in Paris) ist ein französischer Politiker.Biografie
Als Sohn eines gelernten Arbeiters bei Renault und einer Reinigungskraft, verbringt er seine Kindheit in Belleville in Paris.
Schockiert von den Verträgen_von_Évian 1962, beginnt er sich mit 16 Jahren für die nationalistische Frage stark zu machen und gerät so in rechtsextreme Kreise.
Zwei Jahre später widmet er sich einem Jura-Studium in Assas und wird in die Ausschreitungen der 68er-Bewegung verwickelt, führt aber noch im gleichen Jahr sein Studium weiter und tritt in die Partei der Unabhängigen Republikaner unter der Führung Valéry Giscard d'Estaings ein, die sich darum bemüht einen Teil der rechtsextremen Bewegung aufzufangen. Es gelingt ihm dennoch sein Studium mit einer Licence abzuschließen, 1971 legt er seinen Eid als Anwalt ab. In dieser Eigenschaft engagiert er sich innerhalb verschiedener Institutionen und Verbände der Arbeitgeber (und behält dadurch Kontakt mit Bekannten aus den rechtsextremen Kreisen).
Innerhalb der Partei wird er in die Regierungsmannschaft von Valéry Giscard d'Estaing aufgenommen, der 1974 zum Präsidenten gewählt wird. Alain Madelin selbst wird 1978 zum Abgeordneten von Ille-et-Vilaine gewählt und stellvertretender Vorsitzender des Regionalrates der Bretagne.
Als die Republikaner 1986 die Parlamentswahlen gewinnen und der Beginn der ersten Cohabitation sich abzeichnet, wird er von Jacques Chirac zum Minister für Industrie, Post und Fernmeldewesen und Tourismus benannt. Nach den Wahlen zur Nationalversammlung 1993 in der Regierung von Édouard Balladur wird ihm das Ressort für Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklung zugeteilt.
Während der restliche Teil der Partei UDF sich zu den Präsidentschaftswahlen 1995 hinter Édouard Balladur stellt, entscheidet sich Alain Madelin dafür, Jacques Chirac zu unterstützen. Nach seiner Wahl ernennt ihn dieser zum Minister für Wirtschaft und Finanzen, aber aufgrund der liberalen Richtung, die er vertritt, sieht er sich nach drei Monaten zum Rücktritt gezwungen und wird durch Jean Arthuis ersetzt. Als 1997 die Linke, den Sieg bei den Wahlen davonträgt, übernimmt er die Führung der Republikanischen Partei. Noch im gleichen Jahr kommt es zu einer Umbenennung der Partei in Démocratie Libérale.
Im März 1998 schließlich weigert sich Alain Madelin nach den Regionalwahlen die Kandidaten zu verurteilen, die vom rechtsradikalen Front_National unterstützt wurden, und es kommt zum Austritt der Démocratie Libérale aus dem Parteienverbund des UDF.
2002 tritt er bei den Präsidentschaftswahlen als Kandidat an, letztendlich kommt es zum Zusammenschluss mit der Partei des UMP.
Zur Zeit ist er als Anwalt in Paris tätig, von seiner Frau in Scheidung lebend, hat er drei Kinder.
Wahlmandate
*1978 ? 1986: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
*1986 ? 1992: Mitglied des Regionalrates der Bretagne
*1986 ? 1988: Minister für Industrie, Post und Tourismus (Regierung von Jacques Chirac)
*1988 ? 1993: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
*1989 ? 1989: Europaabgeordneter
*1992 ? 1998: Stellvertretender Vorsitzender des Regionalrates der Bretagne
*1993 ? 1995: Minister für Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklung, verantwortlich für kleine und mittlere Unternehmen, Handel und Handwerk (Regierung von Édouard Balladur)
*1994 ? 1995: Mitglied im Regionalrat des Départements Ille-et-Vilaine
*1995 ? 1995: Minister für Wirtschaft und Finanzen (Regierung von Alain Juppé)
*1995 ? 2001: Bürgermeister von Redon (Ille-et-Vilaine)
*1995 ? 2002: Abgeordneter des Départements Ille-et-Vilaine
*1997: Parteivorsitzender von Démocratie Libérale (aus der Republikanischen Partei hervorgegangen)
*1999 ? 2002: Europaabgeordneter
*2002: Kandidat bei der Präsidentschaftswahl (3,91% der Wählerstimmen)
*2002: Abgeordneter für die XII. Legislaturperiode für das Département Ille-et-Vilaine, Fraktionsmitglied des UMP
Publikationen
*Pour libérer l?école, l?enseignement à la carte, 1984 (Zur Befreiung der Schulen, Unterricht nach Vorgabe)
*Chers Compatriotes? Programme pour un président, 1994 (Liebe Mitbürger? Programm für einen Präsidenten)
*Quand les autruches relèveront la tête, 1995 (Wenn die Sträusse den Kopf heben werden)
*Le droit du plus faible, 1999 (Das Recht des Schwächsten)
Weblinks
• Biografie von Alain Madelin

